Aktuelles

29. Mail 2017
"Demokratielauf" des Ratzeburger Jugendbeirates startet die Kampagne "Demokrat*innen bei der Arbeit"























"Botschaften setzen"
Mobiles Kunstatelier soll politische Inhalte mit künstlerischem Ausdruck verbinden 

Der Verein Miteinander leben e.V. hat zusammen mit Künstler Ebrahim Sharghi ein mobiles, offenes Kunstatelier ins Leben rufen, das in Kleingruppenarbeit zu wichtigen politischen Themen unserer Zeit Kunstobjekte mit politischer Aussagekraft erschaffen und im öffentlichen Raum als Denkanstösse präsentieren will.

So ist im ersten Jahr des mobilen, offenen Kunstateliers geplant, zum Thema ”Frieden” zu arbeiten und dazu Schilder im Format von Verkehrsschildern mit einer Friedenssymbolik zu gestalten und aufzustellen.

Menschen allen Alters, aller Herkunft sollen dabei an ganz unterschiedlichen Orten, in Stadt und Dorf, dazu eingeladen werden, eine individuelle Friedensbotschaft für ihren Ort zu erschaffen, eine Botschaft, der man nach Ansicht von Ebrahim Shargi in unserer Zeit nie genug Ausdruck geben kann.

Ebrahim Sharghi (2.vl.) überzeugte zusammen mit Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. mit dem Projekt "Botschaften setzen" und erhielten die Glückwünsche von Projektpatin Gesine Biller und vom Vorsitzendes des Begleitausschusses, Sami El Basiouni

Ebrahim Sharghi (2.vl.) überzeugte zusammen mit Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. mit dem Projekt "Botschaften setzen" und erhielten die Glückwünsche von Projektpatin Gesine Biller und vom Vorsitzendes des Begleitausschusses
der "Partnerschaft für Demokratie", Sami El Basiouni

Das mobile Kunstatelier wird seine Arbeit zunächst im Nordkreis beginnen. Dort hat die "Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen" Fördermittel aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Projektarbeit bereit gestellt. 

Nach Möglichkeit soll die künstlerische, politische Bildungsarbeit aber auch an anderen Standorten des Kreises entstehen, um möglichst viele öffentliche "Botschaften setzen" zu können, die sich konstruktiv und kreativ mit aktuellen politischen Fragen auseinandersetzen.

"Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen"

Bundesprogramm Demokratie leben!


Shoah-Überlebender bewegte Auszubildende der Polizeischule Eutin zutiefst
Im Rahmen der jährlichen Zeitzeugengespräche, die Gabriele Hannemann für das Projektbausteine "OPEN MIND - Leben mit dem gelben Stern" und "ZUGÄNGE SCHAFFEN" in jedem Frühjahr und Spätherbst über ihren Verein Yad Ruth e.V. für die Arbeit mit Schulklassen der Region organisiert, war Ende Januar erneut Tswi Joseef Herschel aus Israel zusammen mit seiner Tochter vor Ort und absolvierte zahlreiche Gespräche mit Schüler*innen. Im Mittelpunkt stand dabei zum einen seine eigene Lebensgeschichte, die untrennbar mit dem Holocaust verknüpft ist, aber auch seine zentrale Botschaft, die Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Gesellschaft fortlaufend und mit Enagement zu führen. 

Ein Besuch führte ihn dabei zu einem besonders bedeutsamen Lernort, der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizier Schleswig-Holstein (PDAFB) in Eutin.

Betroffen, berührt, nachdenklich,schreibt Annette Granzin von der PDAFB, so reagierten die rund 150 Polizeiobermeisteranwärter und –anwärterinnen auf den Vortrag Tswi Herschels aus Israel. Initiiert hatte Gabriele Hannemann den beeindruckenden Besuch des Shoah-Überlebenden Herschel im Rahmen des Unterrichts im Fach Politische Bildung.

Zunächst stellte Herr Herschel seine persönliche Geschichte dar, indem er die Stationen seines Lebens anhand eines „Lebenskalenders“ schilderte, als Vision aufgezeichnet von seinem Vater Nico Herschel.



Tswi Herschel während seines beeindruckenden Vortrags; Ausschnitte aus Präsentation; Der Leiter der PDAFB, LPD Michael Wilksen, begrüßt Tswi Herschel

Herschel kam am 29. Dezember 1942 während des Zweiten Weltkrieges in den Niederlanden zur Welt. Als die jüdische Familie 1943 ins Amsterdamer Getto ziehen musste, vertraute das Ehepaar Herschel seinen Sohn einer protestantischen Familie an, die ihn bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges behütete. Tswis Eltern wurden in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet.

Im Juni 1945 nahm Tswis Großmutter väterlicherseits den Enkel zu sich. Nur durch Zufall erfuhr er, dass und wie seine leiblichen Eltern ums Leben gekommen waren.
 1964 zog Tswi nach Amsterdam und heiratete im Jahr 1965. Mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern wanderte er 1986 nach Israel aus. Seit Jahren engagiert sich Tswi Herschel in Aufklärungs- und Erziehungsarbeit zum Thema Shoah und erzählt seine Geschichte in Israel und Europa für Jugendliche und Erwachsene.

Im zweiten Teil der Veranstaltung trat die jüngere Tochter Natali ans Mikrofon und sprach von den Auswirkungen der Vergangenheit ihres Vaters auf ihr Leben. Sie schilderte sehr eindrücklich, dass durch jede Art von Völkermord Familien zerstört würden.

Anschließend hielt Herr Herschel einen Vortrag über die „Versteckten Kinder“ und legte dar, unter welchen Traumata die während der Zeit des Nationalsozialismus versteckten Kinder noch heute leiden.

Herschel stellte besonders heraus, dass es ihm eine Freude sei, vor angehenden Polizisten der „neuen Generation“ zu sprechen. Er möchte Brücken bauen und die Erinnerung lebendig halten. Antisemitismus und Diskriminierung müsse aufhören: „JETZT!“

Der Leiter der PDAFB, LPD Michael Wilksen, bedankte sich im Namen der Behörde bei den Besuchern und sprach von einer großen Ehre, Zswi Joseef Herschel in der PDAFB begrüßen zu dürfen. Zusätzlich betonte er die immense Wichtigkeit dieses Nachmittags für die Anwärterinnen und Anwärter im Hinblick auf ihren zukünftigen Beruf und im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit, auch gerade der Vergangenheit der Polizei.

Verein Miteinander leben e.V. unterstützt beim Fachtag "Demokratie in der Feuerwehr"

Verschiedene gesellschaftspolitische Fragen standen im Mittelpunkt des ersten Fachtags "Demokratie in der Feuerwehr" im Kreis Herzogtum Lauenburg, der auf Betreiben des Kreisfeuerwehrverbands Herzogtum Lauenburg zu Jahresbeginn mit Unterstützung des Vereins Miteinander leben e.V. ausgerichtet wurde. Wie wird die Arbeit der Feuerwehr von außen wahrgenommen? Welche geschlechterspezifische Rollenbilder und Vorurteile sind wirksam? Wie können Migrant*innen für die Mitarbeit in der Feuerwehr gewonnen werden?

Rund 30 Feuerwehrkameraden in unterschiedlichen Leitungsfunktionen nutzen dazu Workshopangebote unter fachkundiger Anleitung von Experten des Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Lübeck / AWO Landesverband SH e.V., des Landesprogramms "Mehr WIR in der Wehr!" der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein e.V.", des Kreisjugendringes Herzogtum Lauenburg, des Landesfeuerwehrverbandes als Träger des Projektes "Mit den Menschen für die Menschen im Land" sowie von Kompetenz-Trainerin Kristina Thomsen.

Intensiv wurde zu Themen wie "Sexismus und Homophobie", "Interkulturalität und interkulturelle Öffnung" sowie "Eigen- und Fremdwahrnehmung" diskutiert, die gerade heute im Hinblick auf Mitgliedergewinnung und ein attraktives Erscheinungsbild des Ehrenamtes in der Feuerwehr besondere Herausforderungen darstellen, denen sich alle Wehren zunehmend stellen müssen. 22

Entsprechend engagiert und konstruktiv wurden die Gespräche auch untereinander geführt, mit einem aus Sicht des Kreiswehrführers sehr positiven Ergebnis.

Zahlreiche Ideen für eigene Initiativen wurden zusammengetragen, die es jetzt in Arbeitsgruppen zu vertiefen und umzusetzen gilt.

Das ein solcher Prozess auch viel Spaß machen kann, zeigte das abschließende TOLERANZTRAINING des Vereins Miteinander leben e.V..

Anleiter Ercan Kök führte mit allen Beteiligten Positions- und Fragespiele zu Themen wie "Rassismus" und "Vorurteilen" durch und wurde dabei mit viel Humor unterstützt durch Hauptbrandmeister Anyetei Adjei von der Berliner Feuerwehr. In entspannter und angeregter Atmosphäre wurde hier sehr offen über Erfahrungen und Einstellungen gesprochen, immer aber mit Respekt für die Positionen der Anderen.

Kreiswehrführer Sven Stonies resümiert:

Ich danke allen Ausführenden / Beteiligten und den teilnehmenden Kameraden für das Mitwirken und Gestalten dieses ersten Fachtages. Alle Teilnehmer waren sich zum Schluss einig, dass ein solcher Fachtag unbedingt wiederholt werden muss, um unseren Feuerwehren - gerade in Bezug auf die angesprochenen gesellschaftspolitischen Fragen – Antworten und Ideen für deren Bewältigung und Entgegenwirken bieten zu können. Auch der Kreisfeuerwehrverband nimmt Ideen und Ergebnisse der durchgeführten Workshops für seine zukünftige Arbeit auf und wird sich damit beschäftigen.“

Jahresplanungstreffen 2017
Demokratiekampagne, Schulwerkstatt gegen "Antisemitismus", politische und demokratiepädagogische Bildungsangebote und der Themenschwerpunkt "Frieden" werden im 25. Jubiläumsjahr
des Vereins Miteinnader leben e.V. bewegt

Mit einem Jahresplanungstreffen ist der Verein Miteinander leben e.V. in das neue Jahr gestartet. Der Vorstand stellte dabei die anstehende Projektarbeit des Vereins vor und lud ein, bei der konkreten Ausgestaltung mitzuwirken oder auch neue Projektideen einzubringen. Mark Sauer stellte dabei zunächst die schulischen Aktivitäten des Vereins vor, die in den Angeboten des „mobilen demokratietheaters“, des „Zivilcouragetraining“ und des neu hinzugekommen „TOLERANZTRAINING“ auch in diesem Jahr fortgeführt werden, ebenso wie unser vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördertes  Modellprojekt ZUGÄNGE SCHAFFEN, das in diesem Jahr den Schwerpunkt der Expertenarbeit auf das Thema „Antisemitismus in der Einwanderungs-gesellschaft legen wird.


 


Viel Planungsarbeit wurde anschliessend in die weiteren aktuellen Projektbausteine des Vereins investiert, beispielsweise die Fortentwicklung der Demokratiekampagne „Demokrat*innen bei der Arbeit“ die nach abgeschlossenen Logowettbewerb an den lauenburgischen Schulen nun mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen und passend zu den anstehenden Wahlen auch inhaltlich aktuelle Themen bewegen soll. Die Planungsgruppe setzte hier einen besonderen Fokus auf das Thema „Fake News“, das in Vortragsveranstaltungen oder auch in einem Jugendworkshop bearbeitet werden soll. 

In der politischen Bildungsreihe „Demokratie leben“ wurde der Wunsch geäußert, zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten (s. Termine) das Thema „Frieden“ stärker zu bewegen. Hierzu sollen weitere Vorschläge gesammelt werden. 


Der Arbeitsschwerpunkt Extremismus-prävention soll in diesem Jahr in Kooperation mit der Landesstelle für religiös motivierten Extremismus in Kiel „PROvention“, erfolgen und fortgesetzt werden. Hier wird der Verein gemeinsame Fortbildungen für Lehrkräfte organisieren, in denen auch das Thema „Antimuslimischer Rassismus“ zum tragen kommen wird.

Ein weitere Schwerpunkt der Planungsrunde war die Frage, wie unser Vereinsjubiläum ausgestaltet werden sollte. Einig war sich die Gruppe, das 25 Jahre Verein Miteinander leben e.V. alle Mal eine besondere Aktion wert sind… vielleicht mit einem richtig schönen Konzert in unserer Reihe „FOLKSFEST ON TOUR“. Da gibt es spannende Ideen, die aber an dieser Stelle noch nicht preisgegeben werden.

Schließlich wurde auch die Beteiligung des Vereins an den Aktivitäten der „Willkommenskultur Mölln“ diskutiert. Angesiedelt sind dort aktuell das wöchentliche Begegnungscafé und neu ein ehrenamtliches Unterstützungsangebot, um die Geflüchtete auf ihren ersten Schritten in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Überlegt wurde hier, die Organisation von Infoveranstaltungen seitens des Vereins zu übernehmen und entsprechende Themen zu im öffentlichen Diskurs zu bearbeiten. Diese Aufgabe ist momentan vakant in der „Möllner Willkommenskultur“ und könnte über den Verein gut ausgefüllt werden.

Eingebunden bleibt der Verein im kommenden Jahr auch in regionale Projekte, wie der 9. Regionalkonferenz Rechtsextre-mimsus, die voraussichtlich am 18.11.2017 in Boizenburg stattfinden wird. Ebenso wird der Verein auch beim diesjährigen „Fest der Kulturen“ der Stiftung Herzogtum Lauenburg wieder mit einem Angebot präsent sein.


„Demokrat*innen bei der Arbeit“
Erfolgreicher Jugend-Logowettbewerb
für eine geplante Demokratiekampagne

Im September hat der Verein Miteinander leben e.V. in Kooperation mit dem Ratzeburger Bündnis und der "Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg" des Bundesprogramms "Demokratie leben!" einen Jugend-Logowettbewerb gestartet, um der Idee einer kreisweiten Demokratiekampagne ein Gesicht zu geben, die vielfältiges  demokratisches Engagement in unserer Gesellschaft sichtbar machen  will. „Demokrat*innen bei der Arbeit“, so das Motto dieser  Kampagne, will Menschen, die an so vielen Stellen in der Gesellschaft mit ihrer Intiative(n) für unsere Demokratie wirken, einladen, sich öffentlich zu zeigen, ihre unentbehrliche Arbeit als Alltagsdemokraten wahrnehmbar werden zu lassen. Mit einem gemeinsamen Logo, das als individuell als Button oder auf Plakaten bei Veranstaltungen ... sei es eine politische Podiumsdiskussion zu gesellschaftlichen Fragen, sei es das regelmäßige Flüchtlingscafé, sei es eine Benefizaktion ...  genutzt werden kann. Oder auch im Netz auf einer Plattform in den  sozialen Medien, vielleicht gestaltet in der Sprache und den Formaten  von jungen Menschen und natürlich auch auf Veranstaltungen, die konkret unter diesem Motto organisiert werden könnten. Alle sind sie Demokrat*innen bei der Arbeit … und es sind sehr viele.


Initiatoren der Demokratiekampagne, (vl.) Mark Sauer, Vorsitzender vom Verein Miteinander leben e.V., Sara Opitz vom Kreisjugendring als Koordinatorin der "Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg" des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie  Künstlerin und Kulturmittlerin Eva Ammermann , die den Logowettbewerb angeleitet hat

Benötigt für die Kampagne „Demokrat*innen bei der Arbeit“ wurde ein griffiges, pfiffiges, buttonfähiges Logo, das im Rahmen eines Logowettbewerbes an den weiterführenden Schulen gesucht und gefunden werden sollte. Diese Aufgabe übernahm Projektkoordinatorin und Künstlerin Eva Ammermann. Sie stellte den Wettbewerb an den weiterführenden Schulen vor und begleitete zusammen mit Ercan Kök vom „mobilen demokratietheater“ und Grafikerin Susanne Jörke beratend den künstlerischen Prozess.

Die Jury mit dem Siegerentwurf
(vl.) Annedore Granz, Sara Opitz, Matthias und Kirstin Jörke, Eva Ammermann und Jörg-Rüdiger Geschke
Fünf Schulen aus Ratzeburg, Mölln, Büchen und Lauenburg beteiligten sich schließlich am Wettbewerb, in dessen Zuge 77 vielfach bemerkenswerte Entwürfe entstanden. Nicht einfach zu entscheiden für die Jury, bestehend aus den Projektbeteiligten vom Verein Miteinander leben e.V., vom Ratzeburger Bündnis sowie der "Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg", welcher Entwurf der Kampagne schließlich ihr Gesicht geben soll.


Siegerentwurf von Alexandra Barber
von der Gemeinschaftsschule Büchen

Die Entscheidung fiel schließlich auf den Entwurf von Alexandra Barber aus der 11. Klasse der Gemeinschaftsschule Büchen, ein frischer eingängiges Motiv von stilisierten Menschen, die im Linienschwung wie in einer aufsteigenden Spirale verbunden sind. Gerade aus graphischer Sicht ein Entwurf mit hohem Wiedererkennungswert und vielseitig einsetzbar als Logo, Postkarte oder Button.  „Mein Logo stellt eine Menschenmenge dar. Hierbei sind alle Menschen unterschiedlich groß und dick. Das soll in meinem Logo zeigen, dass wir alle unterschiedlich sind, aber trotzdem alle verbunden. Meine Menschenmenge ist auch positiv ausgerichtet, ansteigend. Das soll verdeutlichen, dass Demokratie etwas Positives ist und dass die „Demokrat*innen bei der Arbeit“ einen Antrieb haben, etwas Positives zu tun“, beschreibt Alexandra Barber ihren überzeugenden Entwurf. Die Jury war sich aber einig, dass auch weitere Motive des Wettbewerbes in Sinne der Kampagne sicherlich Verwendung finden werden. Der Siegerentwurf wird jetzt noch einmal professionell aufbereitet und soll dann im kommenden Jahr für die Kampagne in Erscheinung treten.

Europäische Kooperationsbeziehung ins norwegische Vestfold County inspirieren Schulmusiksparte „Share my Music“ des Vereins Miteinander leben e.V.
Auf dem 14. Möllner Folksfest hatte der Verein Miteinander leben e.V. Kulturschaffende aus den europäischen Partnerregionen Schleswig-Holstein, zu einer „Europakonferenz“ geladen, um über die Entwicklung europäischer Kulturbeziehung auf regionaler Ebene und die Möglichkeiten, diese auch im Kontext von Bürgerbegegnung gegen die zunehmenden Europaskepsis wirken zu lassen, zu diskutieren. Konkret ging es dabei auch um die Frage, wie man im Gefolge von Kulturevents einen europäischen Bürgerdialog initiieren und durchführen kann. Rolf Ohlsen, Delegationteilnehmer aus Norwegen vom Vestfold County Cultural Department and Eastern Norway County Network (ENCN) stellte in diesem Rahmen das Projekt Market for music“ vor, eine Messe, bei der sich Musikproduktionen für Schulen in Norwegen, Dänemark oder Schweden vorstellen. Mit Verweis auf das Projekt „Share my Music“ des Vereins Miteinander leben e.V., das im Gefolge des Möllner Folksfestes die internationalen Musiker*innen mit ihren Musiktraditionen in die Schulen der Region lockt, sprach Rolf Ohlsen dabei eine Einladung an den Programmchef des Möllner Folksfestes, Jörg-Rüdiger Geschke, aus den diesjährigen Marked for Musikk“ in Larvik zu besuchen, vor allem im Geiste eines europäischen Austausch unter Kulturschaffenden.

Jörg-Rüdiger Geschke (li.) verfolgt die Präsentation der Musikproduktionen auf der YAMsession
Foto: Lars Opstad

Dieser Einladung folgte Jörg-Rüdiger Geschke auch im Auftrag des Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein und konnte dort Musikproduktionen mit ihren Schulprogrammen erleben. „In Norwegen gibt es ein staatliches Programm, dass Schulkonzerte ermöglicht und forciert. Die Schulen müssen eine bestimmte Anzahl solcher Konzerte durchführen. Die Produktionen sind höchst unterschiedlicher Art, beinhalten oftmals Theater-Elemente, sind durchgehend professionell und auf hohem musikalischen Niveau und stammen jeweils aus Norwegen, Schweden oder Dänemark. "Abnehmer" aus diesen Ländern, vor allem aus den Kommunen Norwegens waren in einer Anzahl von etwa 100 Personen als Delegierte angereist. Dabei gab es ein System der Beteiligung von Schüler*innen, die ja in diesem Bereich die eigentlichen
Experten sind. Sie wurden als Zuhörer*innen eingeladen, fungierten aber auch als sogenannte "Antennen" , die von den Delegierten befragt werden konnten, und als Blogger, die ihre Eindrücke jeweils notierten und im Internet veröffentlichten“, beschrieb Geschke den aus seiner Sicht hochprofessionelle Messeverlauf und zeigte sich insbesondere vom partizipativen Ansatz der Jugendbeteiligung auf dieser Ebene beeindruckt.
Im Rahmen des Marked for Musikk“ wurde zudem die YAMSession (Young Audiences Music) ausgetragen. Zu dem vom JeunesseMusicalsInternational" getragenen Programmpunkt gehörte eine internationale Preisverleihung der besten Produktionen in Sachen Kinder- und Jugendkonzerte in verschiedenen Sparten („yamawards“) sowie ein besonderes Work-in-Progress-Projekt dazu, bei dem die internationalen Delegierten der Entwicklung einer Kinderkonzertproduktion beiwohnen konnten. Darüber hinaus gab es wissenschaftliche Vorträge zum Thema sowie eine Podiumsdiskussion.
Den „Marked for Musikk“ zu erleben war insbesondere im Hinblick auf das eigene Kinder- und Jugendmusikprojekt „Share my Music“ eine in vielerlei Hinsicht wertvolle und sehr fruchtbare Erfahrung und gerade im Hinblick auf Kontaktpflege zu nordischen Musikern mit profunder Erfahrung in Schulprojekten besonders wertvoll. Davon wird „Share my Music“ zukünftig sehr profitieren können, vielleicht auch im Rahmen einer europäischen Kooperation mit unserer norwegischen Partnerregion“, resümierte Jörg-Rüdiger Geschke.


Aus unserem Bundesmodellprojekt...
ZUGÄNGE SCHAFFEN

Grundschüler*innen nähern sich schreibend
dem Leben von Anne Frank


An zahlreichen Grundschulklassen  hat der Verein Miteinander leben e.V. in diesem Jahr im Rahmen seines Bundesmodellprojektes "ZUGÄNGE SCHAFFEN - Konzeptwerkstatt Antisemitimsus" mit Lehrmaterialien zum Thema "Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa ab Klassenstufen 4" gearbeitet und diese im Hinblick auf Verständnis, Wissensvermittlung und emphatische Zugänge untersucht. Zum Einsatz kamen dabei empfohlene oder selbstentwickelte Materialien, die jeweils in Abstimmung mit den Lehrkräften und mit Zustimmung der Eltern ausgewählt wurden. Sie folgen der Empfehlung der International School of Holocaust Studies - Yad Vashem, die in der frühen Vermittlung der Shoa inzwischen einen zentralen Baustein ihrer pädagogischen Arbeit sieht. Dabei handelt es sich zumeist um kindgerecht erzählte Geschichten, die einen ersten Zugang in die Zeit der Judenverfolgung ermöglichen, Geschichten, in denen es um Angst, Traurigkeit, Mut, Zivilcourage, aber immer auch um Hoffnung geht und in die dabei erzählend geschichtliche Fakten vermitteln.

Das Anne Frank Zentrum Berlin, ein wichtiger Kooperationspartner in diesem Projekt, hat für diese Altersgruppe neben seinen Lehrmaterialien vor allem die Ausstellung „Lesen & Schreiben mit Anne Frank" empfohlen, die sich über das Thema "Schreiben" der Geschichte von Anne Frank und ihrem Tagebuch nähert und daher auch  gut für Kinder der Alterstufe 9 - 12 geeignet ist. Durch die Beantwortung einfacher Fragen zu ihrer eigenen Umgebung, entdecken die Kinder, dass Geschichte selbst schreiben nicht schwer ist. Man schreibt mehr als man denkt. Anne Frank ist dabei ein inspirierendes Beispiel. Schüler hören die Geschichten von ihrem Geschichtebuch und lernen so über die Bücher, die sie gelesen hat, über die Geschichte der Familie Frank, aber auch über die großen historischen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges.




Grundschüler*innen der Till-Eulenspiegel-Schule Mölln arbeiten in der Ausstellung "Lesen & Schreiben mit Anne Frank", die aktuell in der Gemeinschaftsschule Laueburgische Seen in Ratzeburg gezeigt wird

Die Ausstellung wird den gesamten November über im Kreis gezeigt, an der Gemeinschaftsschule Lauenburgischen See in Ratzeburg und danach an der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule in Büchen, immer verbunden mit einer Einladung an die benachbarte Grundschule, sie mit ihren vierten Klassen aufzusuchen und mit dem Arbeitsmaterial des Anne Frank Zentrums am Tagebuch von Anne Frank zu arbeiten, um es mit der eigenen Umgebung zu verbinden. Projektleiterin Gabriele Hannemann koordiniert und betreut solche Ausstellungsbesuche und gibt auf Wunsch auch vorbereitende Hilfestellung.

Die Erfahrungen der jungen Ausstellungsbesucher*innen werden anschließend in einfachen Fragebögen festgehalten und fließen in eine Gesamtuntersuchung der Konzeptwerkstatt "ZUGÄNGE SCHAFFEN" ein. Aus ihr werden Empfehlungen für das Bildungsministerium und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) entwickelt, zu Konzepten, Methoden und Lehrmaterialien, die gut geeignet sind, um das Thema "Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa" bereits in der Grundschule zu bearbeiten.

Jahreshauptversammlung des
Vereins Miteinander leben e.V.

Zu Monatsbeginn fand die Jahreshauptversammlung des Vereins Miteinander Leben e.V. in der Internationalen Begegnungsstätte statt. Auf der Tagesordnung standen neben dem Bericht des Vorstandes und der Kassenwartin die Vorstandswahlen und verschiedene, aktuelle Themen.

Im Bericht des Vorstandes blickte Mark Sauer auf ein sehr erfolgreiches Vereinsjahr 2015/2016 zurück. Zahlreiche Projekte im Bereich der interkulturellen Bildung und der politischen Bildung konnten mit unterschiedlichen Kooperationspartnern aus der Region umgesetzt werden. Beispielhaft nannte er die Veranstaltungsreihe „Demokratie leben“ zu der sich verschiedene Institutionen, Vereine und Initiativen, wie die Volkshochschule Ratzeburg, der Verein Miteinander leben e.V. Mölln und das Ratzeburger Bündnis zusammen gefunden haben. Unter dem gemeinsamen Motto werden Vortragsveranstaltungen zu aktuellen politischen Themen angeboten, die zur Meinungsbildung und zum Mitdiskutieren einladen. Hier fand zuletzt im September ein Seminar für Lehrkräfte und Sozialpädagogen zum Thema „Werte- und Kulturkonflikte in der Schule der Einwanderungsgesellschaft“ im Berufs- bildungszentrum Mölln statt. Referent war der Studiendirektor a.D. und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik, Herr Kurt Edler.

Darüber hinaus erhielt der Verein als langjähriger Träger von Seminaren zur politischen Bildung in diesem Jahr die Anerkennung der Bundeszentrale für Politische Bildung als offizieller Partner und Anbieter von politischen Bildungsveranstaltungen in Mölln. So fand zuletzt im Juli ein Seminar zum Thema „Amerika vor der Wahl“ statt.

Ein weiterer Erfolg im Laufe dieses Jahres war die Erweiterung des Jugendbildungsprojektes „Open Mind – Leben mit dem Gelben Stern“, das über den Verein Miteinander Leben e.V. seit 2002 mit einer festen Lehrkraft für die Schulen im Kreisgebiet erfolgreich angeboten wird. Jährlich nutzen 800 Schüler dieses Angebot und hatten in der Vergangenheit beeindruckende Begegnungen mit Überlebenden und Zeitzeugen des Holocaust. Zukünftig wird - neben den bereits erprobten Lehrerfortbildungen in Kooperation mit dem Internationalen Zentrum für Holocaust-Studien, Yad Vashem - im Rahmen eines Modellprojektes „Zugänge schaffen“ - Konzeptwerkstatt "Antisemitismus" das Ziel verfolgt, „… zeitgemäße pädagogische Konzepte zu Bearbeitung des Themenkomplexes "Antisemitismus" in historischer und aktueller Perspektive zu entwickeln bzw. fortzuentwickeln, diese in der Unterrichtspraxis zu vermitteln, auszutesten und auf ihre Wirksamkeit zu evaluieren und dem Bildungsministerium als Empfehlung vorzustellen.“ Das Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein hat zum neuen Schuljahr der beantragten Stundenerhöhung des Projektes von 4 Stunden zugestimmt, die über das Bundesprogramm finanziert werden sollen. Damit kann zukünftig auch ein Einsatz außerhalb Schleswig-Holsteins, vor allem im nahen Hamburg, erfolgen. Im Rahmen eines Staatsvertrages zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Internationalen Zentrum für Holocaust-Studien an der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem wurde diese Kooperation verankert und die Stelle für eine Lehrkraft im Projekt damit auf lange Sicht gesichert.

Ergänzt wird das Jugendbildungsprojekt des Vereins durch die Bausteine des "mobilen demokratietheaters" und des "Zivilcouragetrainings STOP IT!", an denen sich jährlich bis zu 300 Kinder und Jugendliche beteiligen.

Der Verein Miteinander Leben e.V. in seiner Funktion als Träger der Begegnungsstätte Lohgerberei ist zudem fester Partner des Möllner Bündnisses „Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylbewerber“; in den Räumen der Begegnungsstäte findet seit November 2014 wöchentlich das Café International statt, Sprachkurse für Asylbewerber und Flüchtlinge von den Volkshochschulen Mölln bzw. Ratzeburg werden dort regelmäßig abgehalten und die Arbeitsgruppen der Willkommenskultur treffen sich im Haus.

Weitere Nutzer der Internationalen Begegnungsstätte sind die Mölllner Ortsgruppe von terre des hommes, die seit mehreren Jahren in der Lohgerberei den Bücherbasar veranstaltet und der Möllner Folkclub, der das Haus für Tanz- und Spielabende und für Konzerte nutzt.

Durch die aktuell intensive, tägliche Nutzung des Hauses haben sich die Unterhaltungskosten für die Begegnungsstätte beträchtlich erhöht. Eine institutionelle Förderung des Hauses gibt es nicht. Daher bittet der Verein Miteinander Leben e.V. um Spenden für die Unterhaltung der Begegnungsstätte auf das Vereinskonto bei der Kreissparkasse IBAN DE37 2305 2750 1000 1950 53.

Protokoll zur Jahreshauptversammlung 2016

Werte- und Kulturkonflikte in der Schule der Einwanderergesellschaft
Kreisweite Lehrerfortbildung stieß
auf große Resonanz

Schule steht immer im permanenten Wandel, sei es durch den Reformeifer der Bildungspolitik oder im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen. Doch bestimmen gerade die Umbrüche in unserer Gesellschaft zunehmend das Tempo dieses Wandels und die damit verbundenen Herausforderungen für Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler und Eltern gleichermaßen. Globalisierung, digitale Innovationen, Flucht- und Migrationsbewegungen, selbst politischer Extremismus und der internationale Terrorismus machen vor den Schultüren nicht halt. Dabei öffnen sich im Schulalltag viele Bildungschancen, aber es entstehen auch große Herausforderungen, auf die Schule immer wieder eine Antwort finden muss, um Schüler*innen einen möglichst festen Stand in dieser sich wandelnden Gesellschaft zu geben. Dabei spielt die Wertevermittlung eine zentrale Rolle. Diese Botschaft vermittelt Kurt Edler, Vorsitzender der Gesellschaft für Demokratiepädagogik, seit vielen Jahren im gesamten Bundesgebiet und mahnt in den Schulen eine „Grundgesetzklarheit“ in allen Bereichen der Schule an. So auch im Rahmen von zwei Fortbildungsveranstaltungen am Berufsbildungszentrum in Mölln und der Alfred-Nobel-Schule in Geesthacht, die auf Einladung des Vereins Miteinander leben e.V. und mit Unterstützung der „Demokratiepartnerschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg“ angeboten werden konnten.


Kurt Edler, Vorsitzender der Gesellschaft für Demokratiepädagogik, diskutiert mit rund 60 Lehrkräften, Sozialpädago*innen und angehenden Erzieher*innen überWerte- und Kulturkonflikte in der Schule der Einwanderergesellschaft“ im Berufsbildungszentrum in Mölln

Rund 80 Pädagog*innen , Sozialpädagog*innen, Schulsozialarbeiter*innen sowie angehende Erzieher*innen folgten den Ausführungen Kurt Edlers zur gesellschaftlichen Lage der Welt und den sich daraus ableitenden Bezügen für den schulischen Alltag, in dem sich zunehmend auch die ungelösten Probleme einer sich weiter politisierenden Erwachsenwelt widerspiegeln. Radikalisierungsprozesse, die auch im Klassenzimmer sichtbar werden, Extremismus, der dort seine Äußerungen finden, Ängste vor einer Welt, deren Veränderungen kaum mehr fassbar sind, sind längst Teil des Unterrichts geworden und fordern Schule heraus, auf Werte- und Kulturkonflikte zu reagieren. Edler skizzierte anhand zahlreicher Fallbeispiele aus seiner aktiven Zeit im Hamburger Schuldienst, auf welche Konfliktlagen sich zeigen können.  

IS-Symbolik auf Schülersmartphones, rassistische Auseinandersetzungen auf dem Schulhof, extremistische oder religiös begründete Provokationen im Unterricht fordern die Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen zur Stellungnahme. Eine Stellungnahme, die, so Kurt Edler, nur aus einer eigenen Wertesicherheit erfolgen kann, die er mit dem Begriff der „Grundgesetzklarheit“ umschreibt. „Die Bearbeitung von Werte- und Kulturkonflikten im schulischen Alltag kann nur Gelingen, wenn wir dies „kleine Büchlein“, unser Grundgesetz, präsent und verinnerlicht haben als eigenen Wertekompass.“

Dies gelte, so Edler, nicht nur für die Unterrichtsbereiche, in denen Politik oder Religion eine Rolle spiele. Auch Kunst- oder Sportlehrer*innen können in solche Konfliktlagen geraten und müssen diese meistern können. Dabei muss Schule aber auch ihre Grenzen kennen und wissen, wann der pädagogische Rahmen überfordert ist. Öffentlich gezeigte IS-Symbolik auf dem Smartphone ist eine Straftat und damit auch ein Fall für die Sicherheitsbehörden. Hier müssen alle Beteiligten einschätzen können, wann dieser Weg zwingend einzuschlagen ist, ein Schritt, der sehr schwerfallen kann, gerade auch im Eingeständnis, pädagogisch nicht mehr weiter zu kommen. Doch Edler machte gerade im praktischen Teil seiner Ausführungen Mut, sich diesen Werte- und Konfliktlagen zu stellen und gab viele Anstöße für konkrete Lösungsmöglichkeiten, die von den Seminarteilnehmer*innen mit großem Interesse ausprobiert und aufgenommen wurden.

Als wichtiger Ansprechpartner gerade in diesem Kontext und gerade auch für Schulen und Jugendeinrichtungen stellte sich zudem die Beratungseinrichtung PROvention aus Kiel vor. PROvention ist das Landesprogramm gegen religiös begründeten Extremismus in Schleswig-Holstein. Es wurde im April 2015, finanziert vom Innenministerium des Landes und unter der Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGSH), ins Leben gerufen. Das Team von PROvention berät Angehörige, Freund(e)_innen und Bekannte von Personen, die von Radikalisierung oder Extremismus betroffen sind. Auch Ausstiegswillige können die Beratung nutzen. Diese erfolgt kostenlos, vertraulich sowie einzelfall- und lösungsorientiert. Darüber hinaus werden öffentliche Vorträge und Weiterbildungen angeboten. PROvention ist über eine Beratungshotline zu erreichen unter 0431/ 73 94 926.

 

Verein Miteinander leben e.V. sucht Logo
für eine Demokratiekampagne

„Demokrat*innen bei der Arbeit“

Der Verein Miteinander leben e.V. möchte im neuen Schuljahr einen Jugend-Logowettbewerb starten, um der Idee einer kreisweiten Demokratiekampagne ein Gesicht zu geben, die vielfältiges  demokratisches Engagement in unserer Gesellschaft sichtbar machen  will. „Demokrat*innen bei der Arbeit“, so das Motto dieser  Kampagne, will Menschen, die an so vielen Stellen in der Gesellschaft mit ihrer Intiative(n) für unsere Demokratie wirken, einladen, sich öffentlich zu zeigen, ihre unentbehrliche Arbeit als Alltagsdemokraten wahrnehmbar werden zu lassen. Mit einem gemeinsamen Logo, das als individuell als Button oder auf Plakaten bei Veranstaltungen ... sei es eine politische Podiumsdiskussion zu gesellschaftlichen Fragen, sei es das regelmäßige Flüchtlingscafé, sei es eine Benefizaktion ...  genutzt werden kann. Oder auch im Netz auf einer Plattform in den  sozialen Medien, vielleicht gestaltet in der Sprache und den Formaten  von jungen Menschen und natürlich auch auf Veranstaltungen, die konkret unter diesem Motto organisiert werden könnten. Alle sind sie Demokrat*innen bei der Arbeit. 

"Die Idee zu einer solchen Demokratiekampagne entspringt sehr widersprüchlichen Wahrnehmungen. So zeigt sich auf der einen Seite das Bild, dass sich die politische Auseinandersetzung in unserer  Gesellschaft zunehmend zu polarisieren scheint, in Umgang, Wortwahl und Wertekonsens. Das stetige Diskutieren und Ringen darum, wie unsere Gesellschaft aussehen soll, wie sie konkret zu gestalten ist, damit die in unserem Grundgesetz garantierten individuellen Rechte für alle Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt wirksam werden und bleiben, wird gerade in rechtspopulistischen Strömungen in Frage gestellt, oft verbunden mit dem lautstarken Hinweis auf einen von den politisch Verantwortlichen ignorierten „wahren Volkswillen“, auf eine stummen, ungehörte Mehrheit, die "einfache Lösungen" auch bei komplexen gesellschaftlichen Problemlagen ersehnt. Auf der anderen Seite die Wahrnehmung, dass große gesellschaftliche Teile eben dieses Volkes in ganz erheblichen Umfang in ihren alltäglichen Haltungen und  Positionen als Demokrat*innen unterwegs sind. In der Kommunalpolitik, in den zahllos neu entstandenen, ehrenamtlichen Flüchtlingsinitiativen, in den Jugendsparten vieler Vereine und Verbände, in Kirchen und Gewerkschaften. Oftmals allerdings nur leise, ohne Allüren, im Mitmenschlichen. Und doch sind es gerade diese vielen kleinen  „Bausteine“, die unsere Demokratie an der Basis ausmachen, den gemeinsamen Wertekonsens tragen und leben … ein leiser Chor der Demokratie, der durchaus seine Stimme gegenüber lauten rechtspopulistischen Auftritten erheben könnte", sagt Mark Sauer, Vorsitzender vom Verein Miteinander leben e.V. zur Intention dieser Demokratiekampagne.

 

Initiatoren der Demokratiekampagne, (vl.) Mark Sauer, Vorsitzender vom Verein Miteinander leben e.V., Sara Opitz vom Kreisjugendring als Koordinatorin der "Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg" des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie  Künstlerin und Kulturmittlerin
Eva Ammermann , die den Logowettbewerb anleitet.

„Demokrat*innen bei der Arbeit“ benötigt dafür ein griffiges, pfiffiges, buttonfähiges Logo, das nach Willen des Vereins Miteinander leben e.V., des ebenfalls beteiligten Ratzeburger Bündnis  sowie der "Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg" des Bundesprogramms "Demokratie leben!" von jungen Menschen gestaltet werden sollte. In einer Wettbewerbsphase bis zum 15.11.2016  sind daher Interessierte Jugendgruppen, vielleicht aus Kunstprofilen der weiterführenden Schulen, aber auch Jugendliche, die einfach Spaß am graphischen Gestalten haben, eingeladen, zusammen mit der Projektkoordinatorin Eva Ammermann ihren Entwurf zu entwickeln, im Rahmen eines angebotenen Grafikworkshop zu verbessern und einzureichen. Die Entwürfe werden anschließend von einer Jury gesichtet,  bewertet, prämiert und veröffentlicht. Mit der Wahl des Logos „Demokrat*innen bei der Arbeit“ beginnt dann die eigentliche Arbeit der Kampagne in der Öffentlichkeit, die Vergabe des Logos durch die Jury, aber auch die Initiierung von Jugendprojekten unter diesem Motto in 2017. Wer Spaß und Lust hat, sich an der Gestaltung eines solchen Logos zu versuchen, möge sich unter miteinander.leben@t-online.de beim Verein Miteinander leben e.V. melden. Von dort wird der Kontakt zu Kulturmittlerin und Künstlerin Eva Ammermann hergestellt.

 

Amerika hat die Wahl
Politisches Bildungsseminar in Mölln wagt Wahlprognose zum Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl

Interessante Einblicke in das für europäische Verhältnisse durchaus fremdartige amerikanische Wahlsystem sowie zum  laufenden Präsidentschaftswahlkampf konnte Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger auf dem Sommerseminar "Amerika hat die Wahl" in der politischen Bildungsreihe "Demokratie leben" des Vereins Miteinander leben e.V. einem sehr interessierten Teilnehmerkreis in der Internationalen Begegnungsstätte "Lohgerberei" Mölln  geben und mit ihnen intensiv diskutieren. 

Dabei galt es zunächst einmal, sich von bekannten Begrifflichkeiten zu lösen, die im eigenen politischen Wissen selbstverständlich sind, aber vielfach falsch auf die politische Kultur Amerikas übertragen werden, die doch vermeintlich so ähnlich erscheint. So sind Parteien in den USA, bei weitem keine Parteien im europäischen Verständnis, mit fester Programmatik und Struktur, mit Fraktionszwängen in den Parlamenten. Es sind vielmehr nur Wahlplattformen, die den jeweiligen Kandidaten in seinem Wahlkampf unterstützen sollen, ihn aber nicht wirklich binden können. Ein Abgeordneter im amerikanischen Repräsentantenhaus orientiert sich bei seinen Entscheidungen ausschließlich an den Interessen der Wähler*innen seines Heimatstaat als an irgendwelchen Vorgaben der Partei. Schließlich ist ihm bewusst, dass er dort in direkter Wahl in sein Mandat gewählt und nicht über eine Parteiliste bestimmt wird. Auch die Form des Wahlkampfes, aus europäischer Sicht sehr gnadenlos, sehr persönlich, mit ungeheurem Mitteleinsatz geführt, wurde nachvollziehbar erläutert mit dem beherrschenden Prinzip des "The winner takes it all", das wirklich nur den Sieger kennt. Ein aus amerikanischer Sicht erstrebenswertes Ideal, gerade wenn es um das mächtigste Amt der Welt geht. So sind die Vorwahlen in der Tat als "Feuertaufen" zu verstehen und sollen vor allem jene scheitern lassen, die sich nicht mit genügend Härte und Durchhaltevermögen durchsetzen können.

 Dr. Udo Metzinger führt kenntnisreich in das politische System der USA ein
Dr. Udo Metzinger führt kenntnisreich in das politische System der USA ein

Auf Basis all dieses notwendigen Wissen über das politische System der USA, dass Dr. Udo Metzinger sehr kenntnisreich vermitteln konnte, wagten sich die Teilnehmer*innen im zweiten Teil an eine Prognose zum Ausgang der Präsidentschaftswahl, zwischen dem jetzt, wie erwartet, nominierten Kandidaten der Republikaner, Donald Trump und der ersten weiblichen Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton, die das "Ticket" der Demokraten gewonnen hat.  Aktuelle Wahlanalysen, Auswertungen von vergangenen Präsidentschaftswahlen, tradiertes Wählerverhalten und die Bedeutung der sogenannten "Swing States" oder auch "Battleground States", jene Bundesstaaten, in denen traditionell keine der Parteien eine gefestigte Vormachtstellung hat, wurden bewertet und diskutiert, um Ergebnis doch einen deutlichen Favoritenstatus für Hillary Clinton festzustellen. Die Kandidatin der Demokraten hat zumindest von den Voraussetzungen mehr Stimmen von der weiblichen Wählerschaft zu erwarten, die zudem auch eine höhere Wahlbeteiligung ausweist, und ebenso mehr Stimmen von den jungen Wählern sowie von den bedeutenden Minderheiten, wie den Afroamerikanern oder den Latinos. Hier hat Trump, zum Teil selbstverschuldet durch sein populistischen Auftreten, kaum Bezüge knüpfen können. Er kann sich eher auf jene weiße, sich zunehmende abgehängt sehende Mittelschicht sowie die älteren weißen Wähler verlassen, die einerseits um ihren Besitzstand fürchtet und andererseits den "American Dream" nur rückwärtsgewandt und in weiß träumen wollen. Allerdings sind ihm wichtige Stammwähler der konservativen Republikaner, insbesondere viele evangelikale Christen, nicht gewogen, gilt ihnen Donald Trump doch nicht als bibelfest und gottesfürchtig. Durchaus schwierige Bedingungen also für den Kandidaten Trump. 

Damit das Rennen als gelaufen zu betrachten, davor warnte Dr. Metzinger aber in seinem Resümee sehr deutlich. "Schon die Vorwahlen", so Dr. Metzinger, "haben gezeigt, dass vieles anders geworden ist in dieser zutiefst gespaltenen Gesellschaft, in der sich auch so viel Misstrauen gegen über dem Establishment in Washington aufgebaut hat. Gerade dafür aber steht Hillary Clinton so sinnbildlich." Die Frage wird sein, ob sie trotz ihrer Unpopularität den richtigen Zugang zu den Menschen findet, gegen einen schamlos populistisch agierend Donald Trump. Amerika hat also die Wahl ... eine in vielerlei Hinsicht Richtungsweisende, auch für Europa.

Europas kulturelle Vielfalt als Schlüssel zu den Menschen nutzen

 „Über die Herzen zum Verstand“

Wir verfolgen die Idee, Europa in den Mittelpunkt unseres kulturellen Handelns stellen, um Menschen mit der Vielfältigkeit, die Europas Kulturen bieten, zu begeistern, positiv anzusprechen und für einen Dialog über unsere gemeinsame Zukunft zu gewinnen“, beschrieb Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. das Ziel einer „Europakonferenz“ im Rahmen des 14. Möllner Folksfestes. Kulturschaffende aus den europäischen Partnerregionen Schleswig-Holstein, aus Finnland vom Regional Council of South East Botnia (FIN), aus Österreich vom Steirischen Volksliedwerk, aus Dänemark vom Danish Rock Council ROSA, aus Norwegen vom Vestfold County Cultural Department and Eastern Norway County Network (ENCN) (NOR) und natürlich aus Schleswig-Holstein vom Landesmusikrat und vom Lauenburgischen Kunstverein waren der Einladung des Vereins Miteinander leben e.V. und des Möllner Bürgermeisters Jan Wiegels gefolgt, um über die Entwicklung europäischer Kulturbeziehung auf regionaler Ebene und die Möglichkeiten, diese auch im Kontext von Bürgerbegegnung gegen die zunehmenden Europaskepsis wirken zu lassen, zu diskutieren. Konkret ging es dabei um die Frage, wie man im Gefolge von Kulturevents einen europäischen Bürgerdialog initiieren und durchführen kann.

Einhellig wurde von allen Beteiligten die herausragende Rolle der Kultur in der Vermittlung des europäischen Gedankens gesehen, eine Feststellung, die sich auch in den vielen Konzerten, Schulauftritten und Workshops des 14. Möllner Folksfest widerspiegelte, an denen sich Musikgruppen aus diesen Regionen einem begeisterten Publikum präsentierten. Kieler und Möllner Grundschüler*innen entdeckten ihren Spaß am Jodeln, finnische Klänge verzauberten die Grundschule in Sterley, und zusammen mit dänischer Musikern auch die Liebhaber von nordischer Musik auf den verschiedenen Konzerten des Festivals und beim großen Workshop für Musikschüler*innen. Steirisch-italienische und griechische Ensembles zogen das Publikum mit ihren modern interpretierten Musiktraditionen in ihren Bann. Europäische Vielfalt wurde hier in musikalischer Leichtigkeit greifbar und ließ viele Begegnungen entstehen, aus Sicht aller Vertreter*innen in der Tat eine perfekte Grundlage, um in positiver Weise Bürgerdialoge zur Zukunft Europas anzubieten.

In welcher Form diese positive Kulturerfahrung auch einen Bürgerdialog initiieren kann, wurde im zweiten Schritt diskutiert. Vielleicht als europäische Bürgerwerkstatt, die im Rahmen von Musik- und Kunstbegegnungen durch die europäischen Regionen Schleswig-Holsteins - zu denen in übrigen auch noch die Wojewodschaft Pommern in Polen, Pays de Loire in Frankreich und der Bezirk Kaliningrad der Russischen Föderation gehören - wandert und dort Menschen zusammenführt, um Fragen der gemeinsamen europäischen Zukunft zu erörtern. Die Ergebnisse einer solchen Wanderwerkstatt könnten in nachfolgenden Regionen jeweils als Grundlage der dortigen Diskussion genutzt werden, so dass tatsächlich ein europäischer Dialog zur Zukunft Europas entsteht, in dem finnische, norwegische, dänische, deutsche, polnische, französische und österreichische Ideen und Meinungen einfließen und sichtbar werden. 

Wie eine solche Idee umgesetzt werden kann, vielleicht im Rahmen einer Förderung durch das EU-Programm „Europe for Citizens - Democratic engagement and civic participation” oder eher im bilateralen Austausch konnte von den Beteiligten nur andiskutiert werden. Die Notwendigkeit, gemeinsam zu handeln, ein solches Ziel konkret zu denken und die Kooperationsbeziehungen dafür auszubauen, wurde von allen Teilnehmer*innen, gerade in ihrer Rolle als Kulturschaffende, als überaus wichtig angesehen, auch um selbst Verantwortung für den Fortbestand der europäischen Idee zu übernehmen. Entsprechend wurden vertiefende Kontakte und Treffen vereinbart, die den Weg zu einem gemeinsamen Europaprojekt ebnen sollen. Dieser Prozess wird begleitet und unterstützt durch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein.

http://jensbutz.de/konferenz/

Bilder: Jens Butz

"Politische Bildungsreihe "Demokratie leben" 
Sommerseminar in der „Lohgerberei“

"Amerika hat die Wahl"
mit Dr. Udo Metzinger
09.07.2016, 10:00 - 17:00 Uhr
Int. Begegnungsstätte "Lohgerberei" Mölln

Am 8. November 2016 ist es wieder soweit: in Amerika werden der Präsident, das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats gewählt. Die Präsidentschaftswahl ist dabei die Wichtigste, bestimmt sie doch darüber, wer das Land die nächsten vier Jahre führen wird. Es ist eine Wahl, die schon in den Vorwahlen polarisiert, die Wahl einer offensichtlich tief gespaltenen Nation. Viel Diskussionsstoff also für das politische Sommerseminar im Rahmen der politischen Bildungsreihe „Demokratie leben“ des Vereins Miteinander leben e.V. in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ Mölln am 09.07.2016 von 09:30 – 16:30 Uhr.

Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger wird als Experte für amerikanische Politik ins amerikanische Wahlsystem einführen, zusammen mit den Seminarteilnehmer*innen  den Verlauf der Vorwahlen und besonders den Erfolg der Kandidaten Bernie Sanders und Donald Trump  analysieren, die Situation in Amerika nach 8 Jahren Präsidentschaft von Barack Obama bewerten und schließlich eine Ausblick versuchen, wer das Rennen um das mächtigste Amt der Welt machen wird: Clinton oder Trump? Denn auch für die Welt ist das Wahlergebnis von großer Bedeutung, beinhaltet die Wahl doch auch eine außenpolitische Richtungsentscheidung für Amerikas zukünftige Rolle in der Welt.

Das Sommerseminar wird nach Möglichkeit den Sommer mit einbauen und im Garten des „Lohgerberei“ stattfinden. Es ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist jedoch unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de erforderlich.

14. Möllner Folksfest
Europas Musik begeistert Publikum
und
führt Menschen zusammen

Das 14. Möllner Folksfest der internationalen Begegnung hat mit seiner Musik einmal mehr viele Menschen begeistern und zusammenführen können, wie die nachfolgenden Bilder und Videos von Jens Butz eindrucksvoll zeigen. Folksfestimpressionen zum Genießen, vor allem auch für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, denen der große Dank des Organisationsteams gilt:

Share my Music

Steirisches Schulkonzert in der Grundschule Kronsburg

Workshop "Steirischer Brauch"

http://jensbutz.de/steirischer-Brauch/

Weltmusik für Kinder - KARIBUNI

http://jensbutz.de/karabuni-Weltmusik_fuer_Kinder/

Integrativer Tronnelworkshop

http://jensbutz.de/trommelworkshop/

Chorwokshop mit Nathanial Damon

http://jensbutz.de/chorworkshop/

https://www.youtube.com/watch?v=qHzsR2HE0wk

https://www.youtube.com/watch?v=_0z5lBcwLUY

https://www.youtube.com/watch?v=9ufRAYs-YoQ

Geigenworkshop "Europa Himmel hängt voller Geigen"

http://jensbutz.de/geigenworkshop/

Begegnungskonzert

Steirischer Brauch

http://jensbutz.de/begegnungskonzert/


Europakonzert

http://jensbutz.de/europakonzert/

Duo SHOTBOX (DK)
https://www.youtube.com/watch?v=-UxhThR_35o&feature=em-upload_owner

NAM-trio (FIN)
https://www.youtube.com/watch?v=P59buW4_zIo&feature=em-upload_owner

LOCOMONDO (GR)
https://www.youtube.com/watch?v=H5I_-bCBQJ8&feature=em-upload_owner

https://www.youtube.com/watch?v=zZnbDSG7fwk&feature=em-upload_owner

InCompagnia (AUT/IT)

https://www.youtube.com/watch?v=FsdIlArTumU&feature=em-upload_owner


OPEN-AIR-Festival:

Willkommensband (Mölln)

https://www.youtube.com/watch?v=OYWih8uuP-g&feature=em-upload_owner

LOCOMONDO (GR)

http://jensbutz.de/locomondo/

https://www.youtube.com/watch?v=Eh_utyB3ypo

https://www.youtube.com/watch?v=bewKvr0ASmM&feature=em-upload_owner

Bericht auf www.kulturportal-herzogtum.de

... und vieles mehr auf unserem Facebook-Portal
https://www.facebook.com/mollner.folksfest

Demokratiescouts 2.0
Junge Demokrat*innen gesucht!

Der Verein Miteinander leben e.V. möchte in den nächsten Wochen und Monaten wieder "Demokratiescouts" ausbilden, Nachwuchsdemokratinnen und -demokraten, die einen Blick dafür bekommen sollen, dass unsere Demokratie vom aktiven Mitmachen und Mitgestalten lebt, zum Beispiel in den Jugendbeiräten im Kreisgebiet.

Die "Demokratiescouts" der ersten Generationen wurden 2013 Preisträger des Deutschen Bürgerpreises für Schleswig-Holstein

"Demokratiescout zu werden ist nicht ganz ohne", wissen Annika Sauer und Labiba Ahmed, selbst Demokratiescouts, zu berichten. "Erst einmal muss man interessiert sein an der Welt um einen herum und auch Lust haben, etwas bewegen zu wollen." Doch damit nicht genug. Angehende Demokratiescouts müssen auch bereit, den Dingen auf den Grund zu gehen und unsere Demokratie zu entdecken. "Was macht sie eigentlich in unserem Alltag, diese Demokratie und warum lohnt es sich, dafür etwas zu tun? Solchen Fragen wollen wir nachspüren, mit einem "mobilen demokratietheater" und bei Exkursionen zu Orten unserer Demokratie in Kiel oder Berlin, aber auch zu Orten von Diktatur in unserem Land wie in Schlagsdorf oder Hamburg", beschreibt Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V., das anstehende Ausbildungdsprogramm für Nachwuchsdemokraten. Begleitet werden die Demokratiescouts 2.0 auf diesem Weg von "alten Hasen"... Demokratiescouts der ersten Generation, von denen viele bereits in den Jugendbeiräten im Kreisgebiet aktiv sind oder diese aus der Ferne ihres Studiums immer noch begleiten. So lädt beispielsweise der Ratzeburger Jugendbeirat die neuen Demokratiescouts ein, bei den anstehenden Neuwahlen in diesem Jahr mitzuhelfen und sich dabei vielleicht auch schon zu trauen, selbst gewählt zu werden.

"Auf dieser Entdeckungsreise in unsere Demokratie warten so einige Überraschungen", versichert Mark Sauer, "unter anderem auch die Aufgabe, etwas am "Tag des Grundgesetzes" auf die Beine zu stellen." Mitmachen können Kinder- und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Dabei sind alle Angebote, wie auch die begehrte Exkursion nach Berlin zum Bundestag  kostenfrei. Einzige Bedingung ist, dass man sich unter miteinander.leben@t-online.de oder unter 04541-206726 anmeldet und am 13. und 14. Mai 2016 an der Auftaktveranstaltung mit dem "mobilen demokratietheater" von Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt in der Ratzeburger Ernst-Barlach-Schule teilnimmt. Weitere Informationen zu den "DEMOKRATIESCOUTS" finden sich auf der Demokratiewebseite des Vereins Miteinander leben e.V. unter www.demokratie-leben.eu. Die Ausbildung der Demokratiescouts wird gefördert durch die "Partnerschaft für Demokratie im Kreis Herzogtum Lauenburg" über das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Volkshochschule Ratzeburg ist wie schon in den vergangenen Jahren Kooperationspartner des Jugendprojektes. 

14. Möllner Folksfest...
„andere Heimat Europa¿“

Das Möllner Folksfest der internationalen Begegnung ist als Musikfestival eine Institution im Norden, seit 1993 aktiv, etabliert und immer politisch. Es lädt ein, der Musik der Welt zu zuhören und sie in Workshops und Schulkonzerten selbst zu erleben. Es lädt ein aber auch ein, den Menschen zu begegnen, die die Musik machen, gerade jetzt, wo so viele ihre Musik aus einer fernen Heimat mitbringen. Solche Begegnungen vertreiben die Angst, die auch zu Hass führen kann. Hass hat in Mölln 1992 dazu geführt, dass zwei Häuser brannten und Menschen starben. Das Möllner Folksfest setzt Freude und Begegnung dagegen. 

Am Wochenende 10. und 11. Juni 2016 ist es wieder soweit. Zum 14. Male werden Musiker aus unterschiedlichen Kulturkreisen ihre Musik auf die große Folksfestbühne nach Mölln bringen. Europa steht dabei in diesem Jahr im Mittelpunkt … aus gutem Grund. Europa positiv zu erleben ist gerade heute wichtiger denn je. Und dazu möchte das 14. Möllner Folksfest einen Beitrag leisten, mit Bands aus den europäischen Partnerregionen Schleswig-Holsteins in Finnland, Dänemark und Österreich und auch weit darüber hinaus.

Angesagt haben sich  LOCOMONDO aus Griechenland, mit griechischen Rhythmen im karibischen Flair, das steirische Ensembles ANIADA A NOAR und das friulanische Trio ALTRIOH,  die  einzeln aufspielen wollen, aber auch … wie es sich eigentlich in Europa gehört, ganz ohne Zaun … als österreichisch-italienische Fusion INCOMPAGNIA mit transalpinen Musiktraditionen. 

Ebenso ist ein Ensemble des Steirischen Volksliedwerks zu Gast, das alpenländische Musik vor allem , aber nicht nur!, in die Schulen der Region bringen möchte. Aus Skandinavien kommt das sehr junge, finnische NAM-trio dazu, das traditionelle Musik aus der Region Süd-Ostbottnien spielt. Freuen können wir uns ebenso auf einen Beitrag aus Dänemark, das DUO SHOTBOX, die voller von Energie, Leidenschaft und Freude zeigen, wie Nord-Folk im Jahr 2016 klingen sollte. 

Auch die deutschen Beiträge weisen weit in die Welt mit Weltmusikensemble KARIBUNI und dem Hamburger Weltmusikchor von Nathanial Damon. 

So entsteht unter dem Motto „…andere Heimat Europa¿“ ein riesiger Musikbogen, mit jeweils ganz unterschiedliche Heimatklängen. Das Motto hat aber auch ein Fragezeichen, wie es in Europa derzeit so viele Fragezeichen gibt. Es verweist auch auf die Musik aus noch ferneren Ländern, aus denen Menschen gerade zu uns fliehen, Menschen, die auch gerne zu ihren Heimatklängen singen und tanzen. Wir wollen dieser Musik ebenfalls Raum geben auf unserem Festival und sind sehr neugierig auf die Begegnungen mit anderen Kulturen. Duduk-Musik von Naira Querobyan Khachatryan & Avag Khachatryan werden das Publikum in die Weite Armeniens entführen und mit einem großen Drum Circle wollen mit Helga Reihl & Peter Kaiser uns auf dem Möllner Marktplatz zusammenführen, in all unser Vielfalt, ganz ohne Sprachbarrieren, vereint nur im Rhythmus. Diese interkulturellen Begegnung, an der sich in einer Weltpremiere auch ein Ensemble der Willkommenskultur Mölln beteiligt, wird natürlich erst komplett, wenn sich mit  Mozart und Schubert auch noch große europäische Musiktradition dazu gesellt, virtuos präsentiert vom Möllner Pianist Uwe Rasmussen. 

Wie immer gibt es diesen Musikgenuss samt Tanz und Rhythmus auf unserem Open-Air-Festival am 11.06.2016 kostenfrei auf die Ohren. Ein Programmüberblick gibt es auf http://nachrichten.folkfest-moelln.de.

Das Möllner Folksfest bietet aber nicht nur Musik zum Zuhören, Mitmachen wird mindestens genauso groß geschrieben. Unter dem Motto „Share my Music“ kann in zahlreichen Workshops und Schulkonzerten mitgesungen, mitgespielt oder mit getanzt werden. Schnelle Anmeldungen sind wie in den Vorjahren sehr empfehlenswert: http://www.2016.share-my-music.de

Ebenso so offen ist das Organisationsteam des Möllner Folksfestes, das wieder rein ehrenamtlich zusammengesetzt ist, für Mithilfe bei der Ausgestaltung. Wer ein Festival einmal ach Backstage erleben will, ist herzlich willkommen. Informationen zum gesamten Festivalprogramm sind www.folksfest-moelln.de zu finden unter.


"TTIP-Kritik" in der Diskussion

Dr. Udo Metzinger diskutierte mit TTIP-Gegnern im Rahmen eines politischen Bildungsseminars

Was ist wirklich dran an der allenthalben zu hörenden TTIP-Kritik, die sich auch im Rahmen eines einführenden Vortrages von Dr. Reinhard Crusius im Ratzeburger Ratssaal unter 90 Besuchern vor einigen Tagen so facettenreich äußerte? Dieser Fragestellung ging Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger zusammen mit 15 Teilnehmer in einem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten politischen Bildungsseminar der Reihe „Demokratie leben“ einen ganzen Samstag in den Räumen der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ in Mölln nach. Vier Themenblöcke standen dabei im Fokus fundierter Informationsvermittlung und intensiver Diskussion, so „TTIP, Globalisierung und Freihandel aus geopolitischer und geoökonomischer Perspektive“, „Der TTIP-Widerstand - Ursachen und Inhalte einer Bürgerbewegung“, „Die Argumente der TTIP-Gegner und deren Berechtigung - ein Faktencheck“ und abschließend „Quo vadis TTIP? - Perspektiven für die nächsten Jahre“.

Dr. Metzinger nahm im Seminar als Referent bewusst die Haltung eines TTIP-Befürworters ein, da sich die Seminarteilnehmer*innen durchweg als TTIP-Gegner charakterisiert hatten. Nach den jeweils einleitenden Informationsblöcken entspann sich eine sehr intensive Diskussion, aus der heraus die Teilnehmer*innen ihre Argumentationslinien im Austausch mit dem Dozenten messen konnten, aber auch mit den Sachinformationen im Einklang bringen mussten.

Gerade auf dieser Sachebene zeigten sich bei den Teilnehmer*innen durchaus Wissenslücken im Bezug auf die Verhandlungsinhalte des TTIP, auf die durchaus sehr kritische TTIP-Haltung in den USA und vor allem auf die Verhandlungsrolle der EU, die für 28 Nationalstaaten auf Grundlage des EU-Vertragswerkes mit den USA verhandelt. So war wenig bekannt, dass im EU-Vertragswerk grundsätzlich immer Ausstiegsklauseln für die europäischen Nationalstaaten hinsichtlich gemeinsamer Regelungen oder Abkommen gelten, wenn diese mit nationalstaatlichen Interessen nicht in Einklang zu bringen sind. Diese, so Dr. Metzinger, würden auch bei einem von der EU verhandelten Freihandelsabkommen immer wirksam bleiben, weil sie rechtsverbindliche Elemente des Vertragswerkes seien. Diese Ausstiegsklauseln werden im übrigen gerade in den US-Bundesstaaten sehr kritisch gesehen. Während jedes Land der EU sich von Regelungen des TTIP ausnehmen kann, die es nicht mitragen will, steht diese Möglichkeit den US-Bundesstaaten nicht offen.

Auch die rechtliche Form von TTIP wurde von der überwiegenden Teilnehmerzahl als völkerrechtlicher bindender Vertrag klassifiziert, während es lediglich ein internationales Abkommen sein soll, genau wie die über 180 anderen Freihandelsabkommen, welche die EU in den vergangenen Jahrzehnten ausgehandelt hat und die nicht im Fokus öffentlicher Diskussion standen.

Die Ausblicke zum Zustandekommen des Vertragswerkes gingen in der Diskussion deutlich auseinander. Seitens der Teilnehmer*innen wurde die Meinung vertreten, dass insbesondere die multinationalen Unternehmen beiderseits des Atlantiks dieses Abkommen in Eigeninteresse durchsetzen wollen. Dr. Metzinger hielt dem entgegen, dass zahlreiche Akteure der politischen Klasse der USA sich allerdings gegen TTIP aussprechen, so die republikanische Mehrheit im Kongress oder auch die Präsidentschaftskandidaten.

Bemerkenswert für viele Seminarteilnehmer*innen war überdies die geopolitische Perspektive, die Dr. Udo Metzinger ebenfalls in die Diskussion einführte. Er verwies dabei auf das aktuelle Entstehen einer multilateralen Weltordnung, die sich nach dem Ende der bipolaren Ära des Kalten Krieges und der temporären, USA-geführten unipolaren Weltordnung, die bis zu Beginn des neuen Jahrtausends reichte, jetzt etabliert. In dieser multilateralen Weltordnung sieht sich nicht nur das westliche, neoliberal geprägte Weltwirtschaftssystem zunehmend herausgefordert, sondern auch die westlichen Wertesysteme insgesamt, insbesondere durch die Initiative Russlands, das zusammen mit den BRICS-Staaten ein politisches und wirtschaftliches Gegengewicht aufbauen möchte. Im Kontext dieser geopolitischen Neustrukturierung der Weltordnung könne TTIP auch als Baustein gewertet werden, den Einfluss die Stabilität des westlichen Wertesystems unter der Führung der USA zu sichern. An dieser Sichtweise entspann sich eine intensive Diskussion, in der auch deutlich wurde, dass die Regierungspositionen Russlands nur wenig bekannt sind und teilweise unreflektiert gedeutet werden als natürlicher Reflex gegen eine vermeintliche amerikanische Expansionspolitik durch die NATO. Dr. Udo Metzinger schärfte am Beispiel der Ukraine-Krise den Blick, dass hier vielfach noch ein klassisches Ost-West-Denken mit antiamerikanistischen Zügen vorherrscht, während es sich um einen handfesten geopolitische Konflikt zwischen Russland und der EU und nicht den USAs handle.

Das Seminar konnte gerade über die vielen Diskussionen , denen sich Dr. Metzinger immer wieder sehr offen stellte, für alle Teilnehmer*innen neue Aspekte verdeutlichen, ohne dabei, ganz im Sinne von politischer Bildung, deren Überzeugungen in Frage zu stellen. Dies bleibt jedem Seminarteilnehmer selbst vorbehalten. Die intensive Lernatmosphäre und die respektvolle Diskussionsführung wurden von allen Teilnehmer*innen abschließend gelobt.

Im Juli wird Dr. Udo Metzinger noch einmal nach Mölln kommen, um gemeinsam mit politisch interessierten Menschen einen Tag über den aktuell laufenden Präsidentschaftswahlkampf in den USA zu diskutieren. Ein hochspannendes Sommerthema also, zu dem jetzt schon Anmeldungen möglich sind (www.demokratie.leben.eu).

Kritisches zum Thema "TTIP"

Großes Interesse am Vortrag von Dr. Reinhard Crusius im Ratzeburger Ratssaal

Auf deutlich mehr Interesse als erwartet stießen der Verein Miteinander leben e.V. und die Volkshochschule Ratzeburg mit ihrem Vortragsangebot von Dr. Reinhard Crusius zum Themenkomplex TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) im Rahmen der politischen Bildungsreihe „Demokratie leben“ am vergangenen Donnerstag. Mit rund 90 Besuchern füllte sich der Ratzeburger Ratssaal zur Freude der Veranstalter bis auf letzten Platz.


Dr. Reinhard Crusius arbeitete viele kritische Fragen
zum Thema TTIP heraus (Foto: Jens Butz)


Ökonom Dr. Crusius, Autor des Buches „Rettet Europa, nicht nur die Banken“, erläuterte in seinem rund zweistündigen Vortrag die geschichtliche Entwicklung des Freihandels und skizzierte dabei das stete Wechselspiel von Protektionismus und Liberalismus und die mit diesen Positionen verbunden Interessen. Wichtig war ihm dabei die Frage des „Cui bono?“ – „Wer profitiert?“ herauszuarbeiten, insbesondere in einer zunehmend global agierenden Wirtschaftswelt, in denen auf der inter- und transnationalen Ebene nicht mehr nur Staaten, sondern auch multinationale Konzerne als Akteure agieren und ihre Interessen vertreten. Die historische Perspektive, die ausgehend vom Merkantilismus Frankreichs, über der entstehenden „Manchester-Kapitalismus“ in Großbritannien und Adam Smiths „unsichtbare Hand“ des Wirtschaftens bis zu den Freihandelsregimen der Neuzeit, dem GATT (General Agreement on Tariffs and Trade), der WTO (World Trade Organization) und den regionalen Freihandelsabkommen wie der NAFTA (North American Free Trade Agreement) führte, erwies sich dabei als wichtig, um die Hintergründe und Inhalte von aktuell diskutierten Freihandelsabkommen einordnen und ihren neoliberalen Geist verstehen zu können. TTIP, das nordamerikanisch-europäische Freihandelsabkommen, CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) das kanadisch-europäisch Pendant und TiSA (Trade in Services Agreement), der geplante weltumspannende Dienstleitungsfreihandel, konnten in diesem Zusammenhang als Vertragswerke beschrieben werden, in denen wirtschaftsliberale Inhalte und Marktinteressen multinationaler Unternehmen völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben werden sollen, erkennbar zu Lasten von demokratischen Strukturen in den Nationalstaaten.


Dr. Reinhard Crusius arbeitete viele kritische Fragen
zum Thema TTIP heraus (Foto: Jens Butz)

Gerade am Beispiel von TTIP konnte Dr. Crusius zahlreiche Fragen aufwerfen, die diesen Zielkonflikt zwischen Demokratie und Ökonomie deutlich machen. So kritisierte er die Einrichtung von nichtöffentlich tagenden Schiedsgerichten zum Investorenschutz, in denen Unternehmen nicht nur ihre getätigte Investitionen gerichtlich gegen staatliche Eingriffe absichern und auch Schadensersatz einklagen, sondern dabei auch entgangene Gewinne in der Zukunft geltend machen zu können. Hier werde, so Crusius, eine Gerichtsbarkeit für Wirtschaftsfragen parallel zu einem funktionierenden Gerichtswesen installiert, in denen maßgeblich, rechtsstaatliche Komponenten, wie Öffentlichkeit, Unabhängigkeit und Revisionsmöglichkeit nicht umfänglich gegeben sind. Bereits heute sind mehr als 30 Klageverfahren bekannt, in denen in dieser Weise Unternehmen Staaten in Milliardenhöhe zu belangen versuchen, weil zum Beispiel per Gesetz Umweltstandards angehoben wurden, die zukünftige Gewinnmargen der Unternehmen schmälern. Crusius kritisierte aber auch, dass in den Verhandlungen von TTIP Umwelt- und Sozialstandards auf einem Status Quo festgeschrieben werden sollen. Niemand, so die offizielle Lesart, soll sich in diesen Standards verschlechtern. Dies klingt zunächst beruhigend, so Dr. Crusius, bedeutet aber auch, dass diese Standards nicht mehr verbessert und angehoben werden können, wenn zum Beispiel die Wissenschaft neue Erkenntnisse zur Giftigkeit von Stoffen ermittelt. Ebenso wies er auf die Problematik hin, dass beide Verhandlungspartner zwar das Recht haben, bestimmte Bereiche aus den TTIP-Verhandlungen auszuklammern. So schützt Frankreich beispielsweise die eigene Filmindustrie. Diese sogenannte Negativliste wird aber nur einmal erstellt. Alle zukünftigen Entwicklungen in der Wirtschaft- und Arbeitswelt, im Bereich des Datenschutz oder den Umweltstandards bleiben unberücksichtigt und werden somit völlig den Entwicklungen des liberalisierten Marktes preisgegeben. Schließlich stellt TTIP auch Zuständigkeiten in Frage, die bis auf die kommunale Ebene hinunterreichen. Was darf der Staat zukünftig als hoheitliche Aufgabe noch finanzieren, beispielsweise im Bereich von städtischer Daseinsvorsorge wie Ver- und Entsorgung, Kultur oder Bildung und was muss er dem Markt überlassen. Auch hier drohe eine neoliberale Verschiebung zu Gunsten von Wirtschaftsinteressen, so Dr. Crusius. 

In der sich anschließenden Diskussion mit einem offensichtlich sehr gut informierten und kritischen Publikum, wurde noch einmal deutlich, woran  sich der zunehmende Widerstand an TTIP, CETA und TISA entzündet. Es geht nicht um die Frage, ob sich das eher sozialliberal orientierte Wirtschaftsmodell der EU oder das marktliberale Wirtschaftsmodell der USA durchsetzt. Es geht um die Frage, welche Macht, auch politische Macht, multinationale Unternehmen, die in der EU wie in den USA das gleiche neoliberale Interesse haben, über diese Abkommen im Verhältnis zu den demokratischen Strukturen der Staaten und gegenüber klein- und mittelständischen Betrieben sowie den Lohnbeschäftigten auf beiden Seiten des Atlantiks bekommen. Vor allem geht es aber auch um die Frage, warum die zunehmende Kritik seitens der Bevölkerung in den Medien kaum Widerhall findet. 250.000 Menschen versammelten sich im Oktober 2015 in Berlin zu einer Demonstration gegen TTIP. Diese größte Demonstration in der bundesdeutschen Geschichte war für viele Medien nur eine Randnotiz. Solches Unbehagen am Verhandlungsprozess spiegelte sich in zahlreichen Wortbeiträgen und wird sich auf der nächsten Großdemonstration in Hannover am 23.04.2016 wieder zeigen.

Politische Bildungsreihe „Demokratie leben“ lädt zur Diskussion über TTIP

Der Verein Miteinander leben e.V. startet seine politische Bildungsreihe „Demokratie leben“ in diesem Jahr mit einem politisch sehr umstrittenen Thema, dem in vielerlei Hinsicht eine große Einflussnahme auf unser zukünftiges Alltags- und Arbeitsleben zugeschrieben wird: TTIP, das europäisch-nordamerikanischen Freihandelsabkommen. 

Umso wichtiger ist es, dass darüber ausgiebig diskutiert und gestritten wird und zwar nicht nur hinter verschlossen Türen am Verhandlungstisch zwischen den Vertreter*innen Europas und den USA, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit. 250.000 Menschen demonstrierten vor kurzem eindrucksvoll in Berlin, dass sie in diesem politischen Prozess auch eine Stimme und vor allem Zugang zu Informationen über die Verhandlungen haben wollen.

Aber auch im ländlichen Raum muss es die Möglichkeit für diesen kritischen Diskurs geben und so wird der Verein Miteinander leben e.V. im März gleich zwei Veranstaltungen zum Thema TTIP anbieten. Den Auftakt wird der Hamburger Ökonom und TTIP-Kritiker Dr. Reinhard Crusius, Autor des Buches "Rettet Europa, nicht nur die Banken" im Rahmen eines Vortrages am 03.03.2016 um 19:00 Uhr im Ratssaal der Stadt Ratzeburg setzen. Unter dem Titel „TTIP - Droht Europa der Ausverkauf von Sozial- und Umweltstandards durch die Hintertür?“ geht Dr. Crusius der Frage nach, was bei TTIP eigentlich verhandelt wird und ob Europa sich dabei dem amerikanischen Wirtschaftsmodel öffnet? Um die Folgen von TTIP einzuschätzen, schaut er auf bereits bestehende Freihandelsabkommen und skizziert, wer davon profitiert und wer verloren hat. Der Eintritt zum Vortrag, der in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg durchgeführt wird, ist frei. Kritische Fragen sind erwünscht.

Das Thema „TTIP“ vertiefend behandelt am 12.03.2016 Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger im Rahmen eines Ganztageseminar in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“. In seiner Leitfrage „Die TTIP-Kritik - berechtigt oder aus der Mottenkiste des Anti-Amerikanismus?“ fordert Dr. Metzinger die Seminarteilnehmer zum intensiven Diskutieren auf, gerade auch aus amerikanischer Perspektive. Dort steht man dem Freihandelsabkommen ebenfalls sehr kritisch gegenüber, vor allem im Hinblick auf europäische Umweltstandards, die in vielen Bundesstaaten der USA keinen Bestand haben. Ein Misstrauen, dass auch der jüngste Automobilskandal zusätzlich befeuert. Anhand der vorliegenden Fakten sollen die Seminarteilnehmer*innen zu einer Bewertung kommen, ob die Kritik berechtigt ist oder doch nur der Mottenkiste des Anti-Amerikanismus entstammt. Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei, eine Anmeldung ist obligatorisch unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de . Informationen zu weiteren Veranstaltungen der Reihe „Demokratie leben“ sind unter www.demokratie-leben.eu eingstellt.

Willkommenskultur Mölln
Café International in der Lohgerberei

Die Willkommenskultur Mölln trägt dank vieler engagierter Menschen sowie ebenso engagierter, hauptamtlicher Unterstützung seitens der städtischen Flüchtlingskoordinatorin Charlotte Wienecke sowie der Migrationssozialberatungder Diakonie dazu bei, die Herausforderung, die der Zuzug zahlreicher Flüchtlinge nach Mölln bedeutet, mit Bravour zu meistern. Auch der Verein Miteinander leben e.V. ist in diesem Netzwerk aktiv und findet sich mit einem Male in der Rolle eines erfahrenen „Seniorpartners“, der viele Problemlagen schon kennt und Impulse zu verschiedenen Fragen von Betreuung und Integration liefern kann … so lange, gibt es uns tatsächlich schon.

In den Räumen der Lohgerberei finden aktuell regelmäßig folgende Angebote von verschiedenen Trägern oder Helfergruppen statt:

- das Café International – mittwochs von 15-17 Uhr - bleibt beliebter Treffpunkt für Helfer, Interessierte und alte und neue Asylsuchende. Jeden Mittwoch kommen 40-60 Personen - Kuchenspenden sind reichlich und zum Glück hält sich auch ein festes Helferteam von 4-6 Personen wacker trotz des anhaltenden Ansturms - vielen Dank an Sabine,

Susanne, Kurt, Britta, Regina, Bernd u.a. die das Café am Laufen halten und an die vielen Kuchenspender!!

- die Gruppe Di-Do-Deutsch mit Dénes Kelemen und seinen „Mitstreitern“ bietet an beiden Tagen (Dienstag und Donnerstag von 14.30-16.30 Uhr) Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache an, die Resonanz ist wechselhaft und noch verbesserungsfähig.

- ein Internationales Frauencafé in Zusammenarbeit mit der Migrationsberatung ab 04.02.2016 jeden ersten Donnerstag im Monat vormittags. „Alte Hasen“ werden erinnern, dass es das schon in den 90er Jahren über eine ganze Zeit unter Trägerschaft des Vereins und später noch einmal mit der Diakonie gegeben hat. Wir wünschen viel Erfolg dazu!

Weiter hat uns im Café der kurzfristige Hype vor Weihnachten zum Sammeln von Sachspenden beschäftigt, der dem Café International zeitweise einen Basarcharakter gegeben hat. Diese Welle der Hilfsbereitschaft ist nun abgeflaut bzw. kanalisiert zu den vorhandenen und neuen Sammelstellen in Mölln.

Für dieses Jahr steht in Mölln für die Willkommenskultur dringlich eine bessere Organisation der Sprachangebote auf dem Plan, da nur noch Flüchtlinge aus Eritrea, Iran, Irak und Syrien kostenlose Kurse erhalten. Alle anderen sind auf ehrenamtliche Unterstützung oder aus Spenden finanzierte Kurse angewiesen. Dazu wird noch jemand gesucht, der das Thema Sprache verantwortlich betreut und Angebote und evtl. Ehrenamtlich koordiniert!

Bislang konnten in Mölln alle Ankommenden dezentral untergebracht werden. Für dieses Jahr wird in Kürze die erste Containeranlage bezugsfertig sein und im Frühjahr steht auch die erste kleine Wohnanlage für die zu erwartenden Neuankommenden bereit. Dort wird jeweils ein Hausmeister bzw. eine Betreuung durch feste Kräfte angeboten; in die Nähe der Containeranlage zieht in Kürze die Fahrradwerkstatt um, die bisher beim Lebenshilfewerk in der Bürgermeister-Oetken-Str. Obdach gefunden hat.

Verein Miteinander leben e.V. erhält Anerkennung als "Freier Träger der politischen Bildung" durch die Bundeszentrale für politische Bildung

Rund zwei Jahre hat sich der Verein Miteinander leben e.V. in Mölln im Rahmen seiner politischen Bildungsarbeit unter dem Titel “Demokratie leben” bei der Bundeszentrale für politischen Bildung um die Anerkennung als “Freier Träger der politischen Bildung” bemüht und einem umfangreichen Prüfverfahren unterzogen. Umso größer war die Freude, als diese Anerkennung nach intensiver Prüfung jetzt für 5 Jahre gewährt und einer Aufnahme in die Bundesförderung zugestimmt wurde.


Freude über die Anerkennung als Bildungsträger der Bundeszentrale für politische Bildung beim Verein Miteinander leben e.V.
(vl.) Antje Buchholz, 2. Vorsitzende und  Mark Sauer, 1. Vorsitzender

Als 'Freier Träger der politischen Bildung' können wir zukünftig unser politisches Bildungsprogramm über die jährlich bewilligten Bundeszuschüsse kontinuierlich ausbauen“, freute sich Vereinsvorsitzender Mark Sauer. „Davon wird auch die politische Bildungslandschaft des Kreises insgesamt profitieren, da unser Konzept eine enge Kooperation mit den Volkshochschulen in Ratzeburg und Geesthacht vorsieht.“, fuhr Sauer fort.

Erste Veranstaltungen in der Reihe „Demokratie leben“ sind für 2016 bereits fest geplant. So wird es im Frühjahr einen Themenschwerpunkt zum geplanten und durchaus umstrittenen europäisch-amerikanischen Freihandels- abkommen TTIP geben. Ökonom Dr. Reinhard Crusius wird dazu am 03.03.2016 um 19:00 Uhr einen kritischen Vortrag unter dem Titel „TTIP - Droht Europa der Ausverkauf von Sozial- und Umweltstandards durch die Hintertür?“  im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses halten. Diese Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg. 

Am 12.03.2016 lädt Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger ein, im Rahmen eines Ganztageseminars in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ ganz im Sinne der Meinungsbildung intensiv zum Thema „Die TTIP-Kritik - berechtigt oder aus der Mottenkiste des Anti-Amerikanismus?“  zu diskutieren und auch zu streiten. Für beide Veranstaltungen gilt wie gewohnt „Eintritt frei!“. Weitere politische Bildungsveranstaltungen können unter www.demokratie-leben.eu eingesehen werden.

Verein Miteinander leben e.V. in Mölln startet Bundesmodellprojekt zum Thema „Antisemitismus“

Seit 2002 bearbeitet der Verein Miteinander leben e.V. in Kooperation mit Yad Ruth e.V. in Hamburg das Thema „Antisemitismus“ im Rahmen des Jugendbildungsprojektes „OPEN MIND – Leben mit dem gelben Stern.“ In dieser Zeit haben mehr als 7.000 Schülerinnen und Schüler der Region die Möglichkeit gefunden, Zeitzeugen des Holocausts zu begegnen, ihre Geschichte zu hören und Fragen stellen zu können, Exkursionen zu Gedenkstätten in der Region durchzuführen oder über Ausstellungen an den Schulen am Thema der „Shoa“ zu arbeiten. Bereits in den vierten Klassen der Grundschulen wird mit dieser Arbeit inzwischen begonnen, wobei hier vor allem die Erstbegegnung mit dem „Judentum“ im Vordergrund steht, aber auch mit Kinderbüchern gearbeitet wird, die sich dem Holocaust auf kindgerechte Weise nähern.

In den nunmehr 13 Jahren Projektlaufzeit hat sich das Projekt „OPEN MIND – Leben mit dem gelben Stern“ viel Expertise und Anerkennung an den Schulen erarbeiten können, aber auch bei überregionalen Partnern wie dem Anne Frank Zentrum in Berlin, das bereits wiederkehrend mit der Anne-Frank-Ausstellung in Mölln zu Gast war, als auch beim German Desk der Internationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Gedenkstätte Yad Vashem, mit dem zusammen in den vergangenen Jahren Seminarreisen für Lehrkräfte nach Israel oder Lehrerfortbioldungen vor Ort organisiert wurden.

Mit dieser Expertise, die sich vor allem in der Person von Projektleiterin Gabriele Hannemann bündelt, hat sich der Verein Miteinander leben e.V. bei der Auschreibung des neuen Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beworben und wurde mit seiner Projektidee "ZUGÄNGE SCHAFFEN" - Konzeptwerkstatt "Antisemitismus" als einziges Modellprojekt in Schleswig-Holstein aufgenommen.

Das Projekt "ZUGÄNGE SCHAFFEN" - Konzeptwerkstatt "Antisemitismus" ist eine konsequente Weiterentwicklung des Projektes „OPEN MIND – Leben mit dem gelben Stern“. Es verfolgt das Ziel, zeitgemäße pädagogische Konzepte zu Bearbeitung des Themenkomplexes "Antisemitismus" in historischer und aktueller Perspektive zusammen mit Experten aus der Region sowie überregionalen Institutionen zu entwickeln.

Bei einer ersten Auftaktkonferenz Ende November zeigten sich zahlreiche Akteure an einer Mitwirkung interessiert und signalisierten eine Zusammenarbeit, so Katrin Thomas, Schulrätin des Kreises Herzogtum Lauenburg, Birte Hewera vom German Desk der Internationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Gedenkstätte Yad Vashem, Larissa Bothe vom Anne-Frank-Zentrum Berlin, Dr. Ittai Tamari, Dozent an der Ludwig-Maximilian Universität München, Gottfried Kößler vom Fritz Bauer Institut in Frankfurt sowie Antja Groeneveld vom Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein.



Erstes Expertengespräch zum Auftakt des Bundesmodelprojektes "ZUGÄNGE SCHAFFEN" des Verein Miteinander leben e.V.
(vl.) Sieghard Bußenius, Verein Miteinander leben e.V, Gabriele Hannemann, Projektleiterin des Bundesmodelprojektes, Dr. Ittai Joseph Tamari von der Ludwig-Maximilian Universität München, Schulrätin Katrin Thomas, Larissa Bothe vom Anne Frank Zentrum Berlin und Birte Hewera vom German Desk der Internationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Gedenkstätte Yad Vashem

Zusammen mit diesen und weiteren Experten werden zukünftig maßgebliche Erkenntnisse der Antisemitismusforschung zusammengetragen und Best-Practice-Beispiele der Vermittlung begutachtet, um daraus pädagogische Konzepte für die schulischen Unterrichtspraxis zu entwickeln. Dabei soll jedes Jahr ein besonderer thematischer Schwerpunkt gebildet werden, der dann intensiv bearbeitet wird, z.B. „Frühe Prävention“ – Erstbegegnung mit dem Judentum und der Shoa in der Grundschule (Klassenstufe 4) (2016), „Nahostkonflikt im Schulraum“ – Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus im Kontext von Migration (2017), „Lebendiges Judentum“ in Deutschland und Israel (2018) und „Wie wir zusammenleben“ - Demokratiepädagogische Konzepte zur Bearbeitung von Antisemitismus auf Basis des Wertekanons unseres Grundgesetzes (2019).

Die erörterten Lehronzepte sollen nachfolgend in den Unterrichtsbetrieb des Projektes "Leben mit dem gelben Stern" überführt und dort in der schulischen Praxis den Lehrkräften vermittelt und zusammen mit Schulklassen ausgetestet werden, um daraus evaluierte Lehrempfehlungen an das Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein und insbesondere an das IQSH, dem für die Lehrerfortbildung zuständigen Instituts für Qualitätsentwicklung in Schleswig-Holstein, geben zu können. Die Modellprojekt „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ des Vereins Miteinander leben e.V. wird dazu in enger Abstimmung mit dem Bildungsministerium sowie dem Schulamt des Kreises Herzogtum Lauenburg durchgeführt. Die Empfehlungen sollen zudem auch Eingang in die Landesgedenkstättenkonzeption finden.

Parallel zur schulischen Perspektive beinhaltet das Modelpprojekt allerdings auch eine gesellschaftspolitische Perspektive. Zusammen mit Vertreter*innen von jüdischen Gemeinden in der Region sollen auch Konzepte zur Bearbeitung von "Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft" entwickelt und ausprobiert werden. Diese Arbeit wird im Frühjahr 2016 mit einem ersten Symposium in Mölln beginnen.

Wir sind nach dem ersten Auftakttreffen sehr erfreut, dass unsere Projektinitiative eine so große Resonanz auch bei überregionalen, sehr renommierten Institutionen gefunden hat und hoffen daraus, ein dauerhaftes Kooperationsnetzwerk aufbauen zu können, das viele neue Impulse zur zeitgemäßen Berabeitung der Themen „Holocaust“ und „Antisemitismus heute“ für unsere Schulen in Schleswig-Holstein geben wird“, resümierte Mark Sauer, Vorsitzender vom Verein Miteinander leben e.V., die Ergebnisse der ersten Tagung in der Internationalen Begegnungsstätte "Lohgerberei".

Kreisweite Vortrags- und Seminarreihe zum Thema  „Islamistischer Extremismus“ stieß auf große Resonanz

Auf großes Interesse bei einem Fachpublikum aus Schule, Jugendarbeit, Verwaltung, Kirche und Politik, aber auch bei vielen interessierten Bürgerinnen Bürgern stieß im vergangenen Monat die Vortrags- und Seminarreihe des Vereins Miteinander leben e.V. zum Thema „Islamistischer Extremismus“, die in Geesthacht und Mölln in Kooperation mit dem Fachdienst Jugendschutz des Kreises Herzogtum Lauenburg und dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Kreis Herzogtum Lauenburg  durchgeführt wurde. 

Kurt Edler, ehemaliger Mitarbeiter am Landesinstitut für Lehrerbildung in Hamburg, beschrieb als fachkundiger Referent das Phänomen, welches seine mörderischen Erscheinungsformen vor allem im Nahen Osten oder Afrika entfaltet und zunehmend auch Europa bedroht, in seinen Grundzügen. Edler machte dabei deutlich, dass es bei dieser Form des Extremismus nicht, wie gerade die IS-Propaganda glaubhaft machen möchte, um Glauben und Religion gehe, sondern durchweg um eine Ideologie der Machtergreifung, die sich eines religiösen Deckmantels bedient. Dabei konnte er erstaunliche Parallelen zu anderen totalitären Weltanschauungen herausarbeiten, wie beispielsweise dem Nationalsozialismus. In beiden Weltanschauungen gibt es die Erzählung von einer glorreichen Vergangenheit, einer Demütigung durch einen übermächtigen Feind oder Besatzer und das Heilsversprechen einer Leitfigur, die als Führer oder Kalif die alte Weltordnung in einem heroischen Kampf wieder herstellen und dabei alle Feinde erbarmungslos ausmerzen wird. Edler warnte dabei eindringlich vor der Faszination, die auch in unserer Gesellschaft eine solche Ideologie auf junge, ungefestigte Persönlichkeiten ausübe, die sich selbst als Verlierer der Gesellschaft empfinden.


Kurt Edler (re.), ehemaliger Mitarbeiter am Landesinstitut für Lehrerbildung in Hamburg, referierte im Rahmen eines Tageseminars in der
Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ Mölln
zum Thema „Islamistischer Extremismus“

Aus seiner beruflichen Praxis heraus skizzierte Edler die Verläufe von Radikalisierungsprozessen, die ganz häufig unbemerkt von Elternhaus, Schule oder Moscheen verlaufe und am ehesten noch vom direkten Freundeskreis wahrgenommen werde. Edler mahnte, dieses Phänomen als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu begreifen, auf die Sicherheitsbehörden ebenso reagieren müssten wie Schulen, Jugendeinrichtungen, Jugendämter, aber auch alle Religionsgemeinschaften. Denn gerade der perfide Missbrauch von Religion als totales und kompromissloses Machtinstrument droht Religionen als sinnstiftende Wertesysteme zu delegitimieren. Edler schloss mit dem Fazit, dass diese Form des Extremismus keinerlei Spielräume mehr für Dialog und Menschlichkeit lasse, wie sich nur Tage nach dem Seminar in Paris auf so grausame Weise zeigte. „Unsere Demokratie und ihre Werte“, zog Kurt Edler sein Fazit, „sind  durch den islamistischen Extremismus bedeutend wie schon lange nicht mehr herausgefordert. Doch enthält unser Grundgesetz auch alles, um dieser Herausforderung zu begegnen, wie die unantastbare Würde des Einzelnen, die Religions- und Meinungsfreiheit und all die unveräußerlichen Menschenrechte.“ 

Insbesondere die Vertreter*innen von Schule und Jugendeinrichtungen, aber auch der Moscheevereine zeigten im Anschluss an die Vortrags- und Seminarreihe großes Interesse, das Thema auch im Sinne eines aktiven Jugendschutzes in ihren Einrichtungen zu vertiefen, um gemeinsam sensibel zu sein, wenn junge Menschen sich in dem Netz dieser Propaganda zu verfangen drohen. Zusammen mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Kreis Herzogtum Lauenburg möchte die Organisatoren auch im kommenden Jahr genau dort in präventiver Weise weiter machen.

Kinderlieder aus aller Welt vermitteln unbeschwerte Momente in Lauenburgischen Grundschulen

Drei Grundschulen im Kreisgebiet, die Flüchtlingskindern in sogenannten DaZ-Klassen deutsche als Zweitsprache vermitteln, konnten in der vergangenen Woche eine musikalische Auszeit mit allen Kindern vom herausfordernden Schulalltag geniessen. Die Kinderweltmusikgruppe KARIBUNI aus Nordrhein-Westpfalen hatte zu einem Besuch in der Till-Eulenspiegel-Schule Mölln sowie den Grundschulen in Berkenthin und Büchen angesagt, im Gepäck ein Potpourri von Kinderliedern aus aller Welt. Einen musikalischen Bogen spannte das dreiköpfige Ensemble über alle Kontinente, denn Kinder singen und tanzen überall auf der Welt gerne. So auch in den Turnhallen und Aulas im Kreis Herzogtum Lauenburg zu eingehenden Rhythmen und Melodien aus Afrika, Südamerika oder dem Orient. In jeder Schule fanden die Musiker ganz schnell den Draht zu ihrem kleinen Publikum, so dass ausgelassenes Mitsingen und Mittanzen wie von Zauberhand von allen Besitz ergriff, ganz egal welcher Herkunft und ganz ohne Sprachbarrieren. Der Möllner Schulleiter Andreas Ahrens zeigte sich begeistert, wie einfach es sein kann, dass die Schülerinnen und Schüler sich als Gemeinschaft empfinden: "Es war ein mitreißendes Konzert - für Kinder wie auch die Lehrkräfte. Singen, Klatschen, Reime Sprechen und vor allem Tanzen, das hat uns an diesem Morgen alle verbunden." Ein Urteil, dass so auch aus den Grundschulen in Berkenthin und Büchen zu hören war. An den drei Standorten von DaZ-Klassen in der Primarstufe spielte KARIBUNI vor insgesamt mehr als 600 Kindern.


KARIBUNI gastierte auch an der Grundschule Berkenthin


Jörg-Rüdiger Geschke vom Verein Miteinander leben e.V., der unterstützt vom Kreis Herzogtum Lauenburg die Schulkonzerte vermittelt und organisiert hatte, konnte den Schulen auf Nachfrage versichern, dass der Besuch von KARIBUNI keine Stippvisite bleiben soll. "Wir haben mit den Musikern besprochen, dass sie im kommenden Jahr das 14. Möllner Folksfest der internationalen Begegnung unterstützen werden, einmal bei unserem Bühnenprogramms zum Thema "....andere Heimat Europa", aber natürlich auch in Schulen der Region im Rahmen der Konzertreihe "Share my Music". Man darf sich also auf ein musikalischen Wiedersehen freuen."

Islamistischer Extremismus – Ganz weit weg
oder längst vor unserer Haustür?
Ganztagesseminar mit Kurt Edler

06.11.2015, 09:30 – 16:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Islamistischer Extremismus ist für die allermeisten Bürger ein rein mediales Phänomen. Es zeigt sich vor allem in den Berichterstattungen über den Krieg in Syrien, über Massaker in Nigeria, über Terroranschläge in Kenia, Tunesien, Paris oder Kopenhagen oder auch in Meldungen über die Vereitelung vom geplanten Straftaten durch aufmerksame Sicherheitsbehörden. Schlagworte wie „IS“, „Islamischer Staat“ oder „Boko Haram“ stehen plakativ für dieses Phänomen ebenso wie der Begriff „Salafismus“. Und doch bleiben die Strukturen, die Akteure, die Handlungsfelder, die Organisationsformen und die Strategien dieser Form des Extremismus verborgen. Es ergibt sich kein klares Bild mit Namen und potenziellen Zielen, Aktionsräumen und deutlichen Botschaften. Ebenfalls unsichtbar für das bürgerliche Auge bleibt die Propaganda, die gerade junge Menschen in ihren Bann zu ziehen versteht, die geschickt neue Medien mit sehr viel Geld in professioneller Weise nutzt. Sichtbar werden auch hier nur wieder Berichte über junge Menschen, die sich unvermittelt auf den Weg nach Syrien gemacht haben, über verzweifelte Eltern, die von einer Radikalisierung kaum etwas mitbekommen haben, von muslimischen Gemeinden, die zunehmend verunsichert sind, wer Einfluss auf die jungen Muslime nimmt.

Islamistischer Extremismus wirkt in der Mehrheit der Gesellschaft mithin wie eine nebulöse Bedrohung, die von außen kommt, von Fremden an uns herangetragen wird. Eine fatale Sichtweise, da islamistische Strukturen schon lange in unserer Gesellschaft wirken und gerade von muslimischen Bürgern auch sehr deutlich und mit großer Sorge wahrgenommen werden. Doch… wer redet mit muslimischen Bürgern über dieses Phänomene?

Kurt Edler hat sich in seiner Funktion als ehemaliger Referatsleiter Gesellschaft am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg intensiv mit diesem Phänomen auseinandersetzen müssen, um Schulen zu beraten, in denen Radikalisierungstendenzen beobachtet werden, und war dabei immer im Kontakt mit Sicherheitsbehörden und muslimischen Verbänden. Aus dieser Erfahrung heraus kann er ein Bild des islamistischen Extremismus zeichnen, wie er sich vor unserer Haustür abspielt, in den Schulen wirkt, den sozialen Netzwerken. Ein Blickwinkel, der auch für die Mehrheitsgesellschaft dringend notwendig ist, um nicht weitsichtig zu werden und diese Bedrohung nur im Nahen Osten zu sehen. Kurt Edler lädt deshalb ein, einmal die Brille aufzusetzen und gemeinsam die Zeichen vor Ort zu lesen, um erkennen, verstehen und handeln zu können.

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Eine Mittagsverpflegung wird gestellt. Anmeldungen unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de.

"Wer sind wir?
Identität, Kultur und Politik".

Ganztagesseminar mit Dr. Udo Metzinger

12.09.2015, 09:30 – 16:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

„Demokratie muss gelebt werden, Demokratie muss erlernt werden.“ … unter diesen Motto hat der Verein Miteinander leben e.V. vor drei Jahren zusammen mit Bildungseinrichtungen in der Region die politische Vortrags- und Fortbildungsreihe „Demokratie leben“ ins Leben gerufen, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen. Sie wurde 2012 im Rahmen des „Jahres der politischen Bildung“ mit weiteren Kooperationspartner thematisch ausgebaut und soll auch in 2015 wieder politisch interessierte Menschen motivieren, über aktuelle und wichtige Fragen aus Politik und Gesellschaft zu diskutieren.

So richtet der Verein Miteinander leben e.V. am 12.09.2015, 09:30 – 16:00 Uhr ein weiteres Ganztagesseminar als Fortbildungsangebot zusammen mit dem Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger aus Frankfurt/M. in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ in Mölln aus. Im Fokus wird dieses Mal die Frage stehen:   "Wer sind wir? – Identität, Kultur und Politik". In vielen Ländern Europas feiern Parteien mit ausländer- und islamfeindlichen Programmen Erfolge. Auch bei uns gibt es selbsternannte "Volks-" Bewegungen, die sich auf die christlich-abendländische Tradition berufen. Doch was ist diese Tradition überhaupt? Wissen wir, wer wir sind und was uns ausmacht? Was sind unsere Werte, die immer wieder gerne beschworen werden? Wie verhält es sich mit diesen Werten angesichts der Tatsache, dass vielleicht nicht alle Einwanderer diese teilen? Ein Blick in die Praxis anderer Länder soll uns zeigen, wie diese mit den o.g. Fragen umgehen. Vielleicht können wir das ein oder andere von ihnen lernen. Am Ende werden wir hoffentlich sehen, was „uns“ in einer globalisierten Welt ausmacht. Ein Seminar, das unbedingt zum Mitdiskutieren einlädt. 

Das Seminar ist kostenlos und auf 20 Teilnehmer begrenzt. Ein Mittagessen wird jeweils gegen eine geringe Kostenbeteiligung der Seminarteilnehmer organisiert. Eine Anmeldung zum Seminar ist erforderlich unter miteinander.leben@t-online.de oder 04541-206726.

„Eine Reise nach Jerusalem“
Möllner Jugendbildungsprojekt OPEN MIND vermittelt zweite Lehrerfortbildung an der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel

Wie den Holocaust unterrichten im 21. Jahrhundert?“ 17 Lehrerinnen und Lehrer aus Schleswig-Holstein und Hamburg reisten auf Vermittlung des Möllner Jugendbildungsprojektes „OPEN MIND - Leben mit dem gelben Stern“ des Vereins Miteinander leben e.V.  sowie des Vereins Yad Ruth e.V. Ende Mai nach Israel,  um sich in der Jerusalemer Mahn- und Gedenkstätte „Yad Vashem“ durch die „International School of Holocaust Studies“ zu dieser Frage intensiv fortzubilden. An fünf Tagen wurde in verschiedenen Seminaren an pädagogischen Konzepten gearbeitet sowie Unterrichtsmaterialien erprobt, die den verschiedensten Bedürfnissen der Länder, Schulformen und Erfahrungen aus der Praxis angeglichen sind.

Lehrkräfte aus Schleswig-Holstein und Hamburg nutzten die einmalige Gelegenheit zu einer umfassenden Fortbildung an der „International School of Holocaust Studies“ in der Jerusalemer Mahn- und Gedenkstätte „Yad Vashem“

Parallel zur Fortbildung hatte Projektleiterin Gabriele Hannemann ein umfassendes Rahmenprogramm organsiert.  Vermittelt über ihre langjährigen Kontakte nach Israel,  gab es unter anderem ein persönliches Treffen mit den Überlebenden in Holon und Tel Aviv, ebenso wurde ein Besuch an einer Grundschule in Beertuvia ermöglicht, in der Schüler mit Erinnerungsstücken ihrer Großeltern ein Holocaustmuseum aufgebaut haben und die sehr offen für eine Schulpartnerschaft in Deutschland ist. 

Eine Exkursion führte auch an die Grundschule in Beertuvia.
Schüler präsentieren Gudrun Demuth (hinten links), Gabriele Hannemann
und Michael Noch ihr Holocaustmuseum mit Exponaten ihrer Großeltern
 

„Die Shoa zu unterrichten ist immer wieder eine Herausforderung, auch für die routiniertesten Lehrkräfte. Nach dem intensiven Input in Jerusalem kann ich sagen, dass es sich mehr als gelohnt hat. Das Seminar war glänzend organisiert, die Referentinnen und Referenten waren fachlich und methodisch ausgezeichnet, wenn nicht mitreißend.“, sagte Exkursionsteilnehmerin Lucie Kuhse.

Die durchweg positiven Rückmeldungen zur zweiten Fortbildungsreise nach Israel sind für Gabriele Hannemann vom Jugendbildungsprojekt OPEN MIND eine Bestärkung, auch im kommenden Jahr wieder ein solches Angebot für interessierte Lehrkräfte in der Region zu schaffen. Daran ist auch der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem sehr gelegen, die während der Seminartage ihr Interesse signalisiert hat, die Kooperationsbeziehungen nach Schleswig-Holstein weiter vertiefen zu wollen.

Möllner HipHop-Theater
begeistert Jung und Alt

mit Schiller, Räubern und viel Rhythmus

theater - hiphop - rap -  breakdance

Schiller und Jugend  ... geht das?  Es geht, wie die Aufführungen der Theatergruppe des Möllner Bildungsbündnis eindrucksvoll gezeigt hat. Mit HipHop, Rap und Rhythmus wurden die Figuren aus "Die Räuber" jung und lebendig, die Geschichte von Amalia, Franz und Karl, von Verrat, Intrige und Freiheit ganz einfach und modern.



Mit großer Begeisterung verfolgten in den vergangenen drei Tagen Schüler*innen und Erwachsene die Vorstellungen des Möllner HipHop-Theaters im großen Saal des  Augustinums. Vor voll besetzten Rängen konnten die jungen Schauspieler*innen und Tänzer*innen sowie die Theatergruppe des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow endlich zeigen, wofür sie seit Februar dieses  Jahres so intensiv gearbeitet und geprobt haben, in zahllosen Theater-, HipHop- und Rapworkshops. Eine sehr professionelle Arbeit der Regisseure und Theaterpädagogen Nadeshda Gerdt und Jörn Waßmund, der G-Breakers und der HipHop-Academy Hamburg , die sich auf der Bühne widerspiegelte.



Ausdrucksstark und mit großer Präsenz füllten die Laienspieler, viele erstmalig auf Theaterbrettern, die Bühne und ließen sich auch durch den kurzfristigen Ausfalls eines Hauptdarstellers nicht aus der Ruhe bringen und verdienten sich damit ein großes Lob der Theaterpädagogen: „Ich bewundere die Teilnehmer*innen dafür, wie schnell die sich auf die neue Situation eingestellt haben und sich nicht verunsichern ließen, obwohl sie sehr betroffen waren u sich große Sorgen um den Darsteller-Kollegen gemacht haben“, beschrieb Nadeshda Gerdt die Situation vor der Premiere. „Aber alle Darsteller sind grandios über sich hinausgewachsen und zeigten eindrucksvoll, was sie im Schauspieltraining gelernt haben. Es ist eine große Freude, all die glücklichen Gesichter erlebt zu haben, als der letzte Vorhang fiel“, ergänzte Jörn Waßmund.



Auch Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. und Almuth Grätsch vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, die zusammen mit der Gemeinschaftsschule Mölln und dem Möllner Moscheeverein das Jugendtheaterprojekt als "Möllner Bildungsbündnis" mit Unterstützung des Programms "Jugend ins Zentrum!" der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. aus dem Bundesprogramm KULTUR MACHT STARK" organisiert hatten, zeigten sich begeistert vom Bühnenergebnis: "Jugendtheaterprojekte haben wirklich eine eigene Dynamik. Es passiert so viel mit den jungen Menschen, die sich neue Fähigkeiten erarbeiten, selbstbewusster werden und sich auch ein klassisches Stück mit ihren Ausdrucksformen wie selbstverständlich aneignen. Hier wird Kultur zu einer Lebenserfahrung", sagte Mark Sauer.


"Ja - die Ausdruckskraft der einzelnen Schauspieler ist beachtlich"
, bestätigte Almuth Grätsch vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow. "Die Konzentration und die Spielfreude ist auf das Publikum übergesprungen und die vielleicht am Rande auftauchende  Frage, wer ist Schüler und wer ist vom Lebenshilfewerk wurde nebensächlich. Der  persönliche Ausdruck, die verschieden Rollen und die Geschichte auf der Bühne  standen im Vordergrund . Das was hier in der Theaterarbeit möglich war, sich trotz unterschiedlicher Herkünfte und Voraussetzungen als Team  zu finden, - wenn das auch mehr und mehr unsere Gesellschaft prägt, dann sind wir auf einem guten Weg zur wirklich inklusiven Gesellschaft."



Aus Sicht des Ensemble bleibt nur ein Wehmutstropfen, dass die Zeit der Aufführungen und des Rampenlichtes viel zu schnell vorbei geht, in dem man vielen Menschen zeigen kann: "Das bin ich und das kann ich!"

"Rhythmus & Räuber"
Zwischen zwei Welten

theater - hiphop - rap -  breakdance

Eine uralte Bibliothek in einem verlassenen Schloss und eine besondere Aufgabe: Was als Arbeitsauftrag eines unzufriedenen Deutschlehrers beginnt, entwickelt sich zu einem unerwarteten Abenteuer für eine Schülergruppe und ihre Begleiter. Zwischen Hip-Hop-Geistern und rhythmischen Rap-Beats offenbart sich eine tragische Geschichte der längst vergangenen Figur eines Theaterklassikers: Um die leidenschaftlich liebende Amalia aus Friedrich Schillers berühmten Erstlingsstück „Die Räuber“ gibt es ein magisches und phantastisches großes Geheimnis…! 

Seit Februar tauchen 20 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Mölln, Jugendliche des Moschee-Vereins und Darsteller des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow (LHW) mehrmals im Monat in die klassische Vorlage ein. Mit großer Begeisterung lernen sie bei den Proben und in Workshops viel Neues in den Bereichen Theater und Hip Hop (Breakdance und Rap). Unter der künstlerischen Leitung der erfahrenen Regisseure und Theaterpädagogen von Nadeshda Gerdt (Kiel) und Jörn Waßmund (Hamburg) kommt das Theaterprojekt nun in die heiße Phase. Professionelle Unterstützung kommen für den Part des Hip-Hop und Breakdance von der Gruppe G-Breaker aus Lauenburg, die sehr engagiert Tanzworkshops durchführt sowie von Rapper Marc "Sleepwalker" Wichmann von der Hip-Hop Academy Hamburg für den Bereich Musik. 


 Rapper Marc "Sleepwalker" Wichmann vob der Hip-Hop Academy Hamburg (Mitte) beim gemeinsamen Rap-Workshop

Geprobt wird in der Werkstatt des LHW in Mölln. Der Speisesaal hat Fläche genug und so ist an den Probentagen hier die große Bühnenfläche des Seniorenwohnsitzes Augustinum Mölln markiert. Für die Teilnehmer vom LHW sind diese Bühnenbretter übrigens kein Geheimnis mehr. Seit fünf Jahren freuen Sie sich darüber, in echter Bühnenluft Stücke zu erarbeiten und die Faszination der Theaterwelt zu erleben. 

Wie schon beim ersten Theaterprojekt „Du bist so anders ….“  trägt das Möllner Bildungsbündnis bestehend aus dem Verein Miteinander leben e.V., der Gemeinschaftsschule Mölln, dem Möllner Moschee-Verein und dem Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow auch die aktuelle Produktion. Gefördert wird das neue Theaterabenteuer durch das Projekt „Jugend ins Zentrum“ der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 

Bei dem Projekt „Rhythmus und Räuber“, ist ein besonderer Aspekt, dass Menschen unterschiedlichster Art und Herkunft gemeinsam an einer künstlerischen Aufgabe arbeiten. Diese Unterschiede werden von den TeilnehmerInnen als Bereicherung empfunden und führen häufig zu Veränderungen des eigenen Blickwinkels. Das erlebt auch Marisa Kuhnert: „Ich finde es klasse, mit so vielen verschiedenen Menschen zusammen- zuarbeiten.“Das sind so viele neue und schöne Erfahrungen“, sagt ihre Mitschülerin Celina Springer. Das ist auch die Wahrnehmung von Carola Baahs, die beim LHW als Näherin beschäftigt ist: „Es ist super, dass wir mit Schülern zusammenarbeiten, die sich sehr für Menschen mit Behinderungen interessieren.“ Alle vereint das gemeinsame Ziel der Aufführungen. „Ich freue mich sehr, dass alles so professionell ist und wir dann auf der großen Theaterbühne spielen“, erzählt die Schülerin Ann-Katrin Noerenberg. 


Ömer Kilic von den G-Breaker zeigt die richtigen „Moves“

„Es ist einfach spannend zu sehen, wie die einzelnen Jugendgruppen mit ihren unterschiedlichen Beiträgen Schritt für Schritt zu einer Einheit verschmelzen, zu einem Stück, ihrem Stück und wie integrativ dabei vor allem die erfahrene Theatergruppe des Lebenshilfewerks mitwirkt.“, zeigt sich Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. begeistert, der zusammen mit Almuth Grätsch vom LHW und weiteren, auch ehrenamtlichen Mitarbeitern die organisatorischen Fäden spinnt.

„Für das LHW ist es wichtig und wertvoll, dass solche Projekte durch Projektförderung und das hohe Engagement der Beteiligten durchgeführt werden können. Das traditionelle Stück „die Räuber“ von Schiller als Vorlage wird gemeinsam auseinandergenommen. Es wird experimentiert, ausprobiert, verworfen und wieder neu zusammengesetzt. Noch unfertig, doch der rote Faden für eine eigene Interpretation ist gefunden“, freut sich Almuth Grätsch. 

Theaterworkshop “Gemeinsam diskutieren … gemeinsam spielend ausprobieren“

„Wir müssen aber noch ganz schön Gas geben“, so Nadeshda Gerdt, „damit wir alles wie gedacht fertig bekommen.“ Zustimmend ergänzt Jörn Waßmund: „Egal wie viel Zeit man hat, am Ende geht es immer rund. Gerade in den Endproben passiert noch vieles. Die Gruppe wächst zu einem eingeschworenen Team zusammen und das Stück bekommt seinen Feinschliff“. Man darf gespannt sein auf das Geheimnis um Amalias bewegendes Schicksal, das am 14. Juli um 19:00 Uhr im Theatersaal des Augustinum in Mölln gelüftet wird! 

Freuen Sie sich auf - leidenschaftliche Schauspieler und  auf eine frisch-freie Interpretation kurzum - auf ein außergewöhnliches Stück. 

14. Juli 19:00 Uhr       Premiere im Seniorenwohnsitz Augustinum Mölln

15. Juli 10:30 Uhr       2. Vorstellung für Schulen und andere Einrichtungen 

Der Eintritt ist frei.

Schülerinnen und Schüler
im Kreis lernen „ubuntu“

Bereits zum zweiten Mal brachte Walter Waltz Anyanwu, Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer weltweit, die afrikanische Botschaft des „ubuntu“ in verschiedene Schulen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Ihm geht es in seinen Workshops für Kinder und jungen Menschen um die Vermittlung von Achtsamkeit, Miteinander, Verantwortung und Respekt für ein Leben in einer globalen Welt, wie wir sie heute vorfinden. Dies alles drückt sich in dem Begriff „ubuntu“ aus, für den es keine wörtliche Übersetzung gibt. Er drückt vielmehr eine afrikanische Lebensphilosophie aus, die man vielleicht am treffendsten mit Geschwisterlichkeit, Solidarität und Zusammengehörigkeit umreißen kann und die vor allem eines enthält, Lebensfreude und Spaß am gemeinsamen Lernen und Gestalten der Welt. 


Walter Waltz Anyanwu mit Schülerinnen und Schüler der
Till-Eulenspiegel Grundschule Mölln
 

Walter Waltz Anyanwu aus Nigeria fordert die Schülerinnen und Schüler heraus, durch Fragen, Spiele, Musik und Gesprächen, immer mit dem Ziel, die Eigenschaften des „ubuntu“ in sich selbst entdecken zu können. Es sind Herausforderungen die zum Kern führen und unsere Einheit als Menschen aufzeigen wollen: „Wer bin ich? Wer bist du? Bin ich ich, weil du bist und du bist du, weil ich ich bin?“ 

Die Resonanz auf die afrikanischen Unterrichtserlebnisse war bei Schülern und Lehrern gleichermaßen enthusiastisch. „Ich fand das total toll. Er hat uns für einen Moment alle verändert “ oder "Ich hatte viel Spaß und es war sehr erhellend. Ich sehe jetzt alles in einem anderem Blickwinkel“, so beschrieben Schüler der 10c  von der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule in Büchen in den Feedback-Bögen ihre Unterrichtseindrücke.  

Nach der ersten erfolgreichen Vermittlung des Projektes „Ubuntu“ der SOS-Kinderdörfer weltweit durch das Möllner Jugendbildungsprojekt OPEN MIND des Vereins Miteinander leben e.V. im vergangenen Jahr musste Walter Waltz Anyanwu in diesem Jahr bereits zwei Wochen im Lauenburgischen einplanen. 

Neben der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule in Büchen, kamen weitere Anfragen von der Gemeinschaftsschule Mölln und der Till-Eulenspiegel Grundschule Mölln an, inklusive eines weiteren Abstechers zur Grundschule Herrnburg bei Lübeck. Insgesamt 19 Workshops absolvierte der Dozent aus Afrika in dieser Zeit mit nie nachlassender Energie für seine Botschaften. Karsten Lessing, Leiter des Büros der SOS-Kinderdörfer weltweit für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein  zeigte sich von der Nachfrage begeistert: „UBUNTU beschreibt die Werte, die unsere Gesellschaft zusammen halten. Für die SOS-Kinderdörfer weltweit sind sie das Zentrum unseres Handelns. Den SOS-Kinderdörfern geht es genau darum - Kindern die durch Kriege, Katastrophen oder soziale Verwerfungen traumatisiert worden sind, wieder Zuversicht, Mut, Selbstvertrauen und eine Perspektive für ein erfülltes Leben zu schenken. Es erfüllt mich mit großer Freude, das die Schülerinnen und Schüler UBUNTU so begeistert aufgenommen haben!“


Neues Seminarangebot zur politischen Bildung in der Reihe „Demokratie leben“
Dr. Udo Metzinger referiert und diskutiert zu
Islamismus und Terrorismus als sicherheitspolitische Herausforderung“

„Demokratie muss gelebt werden, Demokratie muss erlernt werden.“ … unter diesen Motto hat der Verein Miteinander leben e.V. vor drei Jahren zusammen mit Bildungseinrichtungen in der Region die politische Vortrags- und Fortbildungsreihe „Demokratie leben“ ins Leben gerufen, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen. Sie wurde 2012 im Rahmen des „Jahres der politischen Bildung“ mit weiteren Kooperationspartner thematisch ausgebaut und soll auch in 2015 wieder politisch interessierte Menschen motivieren, über aktuelle und wichtige Fragen aus Politik und Gesellschaft zu diskutieren.

So richtet der Verein Miteinander leben e.V. bereits am 28.03.2015, 09:30 – 16:00 Uhr ein erstes Ganztagesseminar als Fortbildungsangebot zusammen mit dem Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger aus Frankfurt/M. in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ aus. Im Fokus steht wird hier das Thema  „Islamismus und Terrorismus als sicherheitspolitische Herausforderung“ stehen. Der islamistische Terrorismus hat auch im Westen zugeschlagen: Von New York über London bis Paris zieht sich seine blutige Spur. Doch betroffen von dieser Geißel sind in erster Linie die Menschen im muslimischen Kulturkreis selbst, wo fast täglich Menschen bei Anschlägen sterben. Der Terrorismus destabilisiert und radikalisiert ganze Regionen der Welt, lässt Staaten und Gesellschaften scheitern. Und wenn uns etwas wirklich beunruhigen sollte in der Welt des 21. Jahrhunderts, dann sind das scheiternde und gescheiterte Staaten: Staaten ohne Kontrolle, Recht und Ordnung. Betroffen davon ist wiederum die gesamte globalisierte Welt in Form von exportiertem Terrorismus, Piraterie, Flüchtlingsbewegungen. Das Seminar zeigt die Zusammenhänge in diesem "Teufelkreis" auf und versucht, Perspektiven zu entwickeln, wie dieser Problematik begegnet werden kann. Das Seminar ist kostenlos und auf 20 Teilnehmer begrenzt. Ein Mittagessen wird jeweils gegen eine geringe Kostenbeteiligung der Seminarteilnehmer organisiert. Eine Anmeldung zum Seminar ist erforderlich unter miteinander.leben@t-online.de oder 04541-206726.

„Rhythmus und Räuber“
Möllner Bildungsbündnis startet Musik-Theater-Spektakel für Jugendliche zum Mitmachen

Das Möllner Bildungsbündnis, ein Zusammenschluss des Vereins Miteinander leben e.V. , des Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, des Moscheevereins und der Gemeinschaftsschule Mölln, bietet auch in diesem Jahr ein weiteres Kulturprojekt für Jugendliche im Alter von 14 – 18 Jahren zum Mitmachen an. Geplant ist die Fusion von Theater und  HipHop, von Schillers Räubern und eigenen Geschichten, von Drama und Breakdance, von „Rhythmus und Räuber“, wie der Titel des Projektes lautet.

 In der ersten Jahreshälfte werden die Theaterpädagogen Nadeshda Gerdt und Jörn Waßmund zusammen mit den G-Breakers eine ganze Reihe von Workshops mit den Schwerpunkten „Darstellendes Spiel“, „HipHop“ und „Breakdance“ durchführen und gemeinsam ein Musik-Theater-Spektakel entwickeln , um im Juli ein Publikum mit dem ersten Möllner HipHop-Musical begeistern zu können. Startschuss zum Projekt ist am kommenden Donnerstag, dem 5. Februar 2015 um 15:00 Uhr in der Gemeinschaftsschule. Wer mitmachen möchte, sollte diesen Termin nicht verpassen. Die Teilnahme ist kostenlos. Wie in den Vorjahren wird das Projekt auch wieder viel Wert auf Inklusion legen und tatkräftig von der Theatergruppe des Lebenshilfewerkes unterstützt.

 „Wir sind erfreut, dass es uns bereits zum dritten Male gelungen ist, mit unserer Idee eine Förderung durch das Projekt „Jugend ins Zentrum!“ der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnis für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu erhalten. Aus unserer Sicht eine Bestätigung für unsere bisherige Theater- und Musikarbeit mit Kinder und Jugendlichen vor Ort.“ Schnelle Infos zum Projekt gibt es bei Nadeshda Gerdt unter Tel.: 0176 321 948 11.

„STOP IT! – Zivilcourage kann man lernen“
Neues Angebot für Schulen und Jugendgruppen

"Schaue ich weg oder greife ich ein?“ Dies ist die klassische Fragestellung für zivilcouragiertes Handeln. Ist die Situation so, dass ich eingreifen muss? Schätze ich die Lage überhaupt richtig ein? Geht mich das Geschehen überhaupt etwas an? Darf ich eigentlich einfach so eingreifen? Und traue ich mich überhaupt, zu handeln? Das neue Projekt „STOP IT! – Zivilcourage kann man lernen“ des Vereins Miteinander leben e.V. versucht, diese schwierigen Fragen für Kinder und Jugendliche mit den Mittel aus der Kunst-, Theater- und Kreativpädagogik praktisch erfahrbar zu vermitteln und dabei das eigene Selbstwertgefühl, Empathie und moralisches Handeln zu fördern. 

Mit Hilfe des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg konnte die Kieler Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt von SpielartTraining das zweitägige Unterrichtsangebot jetzt erstmalig erproben, mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Gemeinschafts- und Förderschulen im Kreis Herzogtum Lauenburg, aber auch mit einem angehenden Ausbildungsjahrgang von Erzieher/-innen des Regionalen Berufsbildungszentrum in Mölln. Die Erprobungsphase ergab aus Sicht des Vereins Miteinander leben e.V. ein überaus positives Fazit. „Das Projekt spricht augenscheinlich einen offenen Bedarf an und findet großes Interesse in den Schulen“, sagte Mark Sauer, Vorsitzender des Verein. Alle fünf Workshops waren mit über einhundert Teilnehmern umgehend ausgebucht. Zukünftig soll „STOP IT" als Projektbaustein im Rahmen des Jugendbildungsprojektes OPEN MIND weiterhin erhalten bleiben. Schulen können sich bei Interesse an den Verein Miteinander leben e.V. wenden

„mobiles demokratietheater“ aus Mölln
zu Gast in Fürth

Seit mehr als drei Jahren bietet der Verein Miteinander leben e.V. mit seinem  „mobile demokratietheater“ in der Region aber auch in ganz Schleswig-Holstein Schulen und Jugendeinrichtungen die Möglichkeit, Lerninhalte zur Demokratie mit den Methoden der Theaterpädagogik einmal anders zu vermitteln. Im Rahmen eines zweitägigen Workshops werden Kinder und Jugendliche von der Kieler Theaterpädagogen Nadeshda Gerdt eingeladen, einmal spielerisch der Frage nachzuspüren, was Demokratie eigentlich in ihren Alltag bedeutet, welches ihre Rechte sind oder was es bedeuten würde, wenn die Demokratie abgeschafft wäre. In verschiedenen Spielszenen werden genau solche Situationen nachgestellt und dabei grundlegende Begriffe der Demokratie wie „Partizipation“ oder „Meinungsfreiheit“ erforscht. Das Angebot  des „mobilen demokratietheaters“ ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des Lehrangebotes in verschiedenen Schulen der Region geworden. Aber zunehmend wird das „mobile demokratietheater“ auch überregional nachgefragt. So freute sich Nadeshda Gerdt besonders über eine Anfrage der Mittelschule Sölnderstraße aus Fürth, die unbedingt und auf eigene Kosten mit 38 Schülern einer 8. Und 9. Klasse diese Form des Unterrichts ausprobieren wollten


Die dortigen Lehrkräfte hatten in einem Fernsehbericht von diesem Angebot erfahren. Vier Tage lang arbeitete das „mobile demokratietheater“ im Fränkischen und wurde dort von Schülern und Lehrkräften mit Begeisterung aufgenommen. Für das kommende Jahr wurden bereits weitere Terminanfragen angefragt, die Nadeshda Gerdt gerne erfüllen möchte: „Auch wenn es schon ein großer Aufwand ist, unser Projekt bis nach Süddeutschland zu tragen, freue ich mich doch sehr über die bundesweite Aufmerksamkeit, die unsere Arbeit erfährt."

Die Erinnerung wach halten..."
Expertin der International School of Holocaust Studies in Yad Vashem gibt Lehrkräften Einblicke in die zeitgemäße Vermittlung des Holocausts bei jungen Menschen

18 Lehrkräfte aus dem gesamtem Kreisgebiet folgten vor den Herbstferien der Einladung des Vereins Miteinander leben e.V.,  im Rahmen des Projektes OPEN MIND an einer pädagogischen Fortbildung der International School of Holocaust Studies in Yad Vashem teilzunehmen, die in Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Mölln durchgeführt wurde. Referentin Deborah Hartmann, eigens aus Jerusalem angereist, erläuterte neueste wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie die Shoa aus Sicht der dritten und vierten Generation in Israel und Deutschland rezipiert und in welcher Form für gewöhnlich an den Holocaust im 21. Jahrhundert erinnert wird. Im Vordergrund stand dabei die Frage, welche Inhalte und Formate für SchülerInnen noch ansprechend sind, ohne eine pädagogische Übersättigung bei dem Thema zu erzielen.


Deborah Hartmann von der International School of Holocaust Studies
in Yad Vashem


Aus dem pädagogische Konzept der Gedenkstätte Yad Vashem konnte Deborah Hartmann zahlreiche praktische Anregungen geben. So erläuterte sie als  gutes Beispiel ein Designprojekt, das für die facettenreiche und kollektive Erinnerungsarbeit Postkarten im Unterricht einsetzt. Gabriele Hannemann, Leiterin von OPEN MIND-Projektes "Leben mit den gelben Stern" freute sich, dass mit dieser Veranstaltung die mehrjährige Kooperation des Möllner Projektes mit der Gedenkstätte Yad Vashem weiter ausgebaut werden konnte. In den vergangenen Jahren waren bereits mehrere Ausstellungen gemeinsam durchgeführt wurden und im vergangenen Jahr erstmalig ein zweiwöchiger Seminarbesuch von Lehrkräften aus der Region in Israel zustande gekommen. "
Ich besuche die Gedenkstätte regelmäßig zu Fachtagungen und weiß, dass dort großes Interesse besteht, die Zusammenarbeit mit Schulen in Schleswig-Holstein über das Projekt OPEN MIND noch zu vertiefen", sagte Gabriele Hannemann.


"Demokratie leben" -
Politische Bildungsreihe 2014 startet im Spätherbst

„Demokratie muss gelebt werden, Demokratie muss erlernt werden.“ … unter diesen Motto hat der Verein Miteinander leben e.V. vor drei Jahren zusammen mit Bildungseinrichtungen in der Region die politische Vortrags- und Fortbildungsreihe „Demokratie leben“ ins Leben gerufen, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen. Sie wurde 2012 im Rahmen des „Jahres der politischen Bildung“ mit weiteren Kooperationspartner thematisch ausgebaut und soll auch in diesem Jahr im Spätherbst eine Fortsetzung finden.

Politische Bildung umfasst ein weites Spektrum von Themen, die immer oder immer wieder aktuell sind und bei denen es als politisch interessierter Bürger gilt, am Ball zu bleiben, um Bescheid zu wissen, was geschieht, um sich eine eigene Meinung bilden und um mitdiskutieren oder mitgestalten zu können. In diesem Sinne bietet die diesjährige Reihe „Demokratie leben“ wieder zahlreiche Veranstaltungsangebote mit verschiedenen Experten an ganz unterschiedlichen Orten im Kreis. 


Prof. Dr. Hajo Funke referiert zum NSU-Prozess

So wird unter anderem Prof. Dr. Hajo Funke aus Berlin bei der Volkshochschule Ratzeburg zu Gast sein und über „Den NSU-Prozess und seine Bedeutung in der Gesellschaft“ referieren, Dr. Udo Metzinger aus Leipzig in Mölln einen Vortrag über "TIPP - Das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen - Chance oder Risiko?" halten und Kurt Edler, Vorsitzender der Gesellschaft für Demokratiepädagogik, eine Vortragsdiskussion zum Thema „Wie können wir Regeln eines friedlichen Zusammenlebens entwickeln? Wie gelingt das in Schule und Zivilgesellschaft?“ im Ratzeburger Petri-Forum anbieten.

Neu im Programm werden neben den Abendvorträgen zwei Ganztagsseminare angeboten, die sich zum einem konkret an Lehrkräfte und Sozialpädagogen und zum anderen an kommunalpolitisch aktive Menschen richten sollen.

Dr. Serge Embacher, Politikwissenschaftler aus Berlin und dort beratend für den Bundestag tätig, bietet unter dem Titel „Kommunale Selbstverwaltung in der demokratischen Krise? – Wenn den Bürger nichts mehr interessiert“ an, das Thema der sinkenden Wahlbeteiligung auf kommunaler Ebene intensiv zu bearbeiten.

Kurt Edler möchte in seinem Seminar „Demokratiepädagogik in Schule und Jugendarbeit“ die Fragestellung bearbeiten, wie eine demokratische Kultur in den Alltag von Schulen und Jugendeinrichtungen eingeführt werden und dort auch gelingen kann.

Mit Sindyan Qasem von der Initiative ufuq.de – Jugendkultur, Medien und politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft soll zudem das Thema Antisemitismus und sein Wiederstarken in unserem Land im Gefolge des Nahost-Konfliktes behandelt werden.

Detaillierte und aktuelle Informationen zu diesen und allen weiteren Veranstaltungen sind  auf der Projektwebseite unter www.demokratie-leben.eu zu finden.

Die Seminarangebote wie auch die Vortragsangebote sind kostenfrei und werden gefördert durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

"Deine Anne - Eine Geschichte für heute"
Möllner Radio-Projekt sendet im Nachklang de
r der Anne-Frank-Ausstellung in die ganze Welt

Im Nachgang zur Anne Frank-Ausstellung im März und April 2014 am Berufsbildungszentrum Mölln wurde ein Radio–Workshop, geleitet von Ulrich Nehls, im Möllner Jugendzentrum „Takt-los“ angeboten. Hierbei konnten die Ausstellungsbegleiter, die sogenannten 'peer guides', über ihre Erfahrungen berichten und eine inhaltliche Auswertung beziehungsweise Nachbereitung vornehmen. Dabei setzten sich die Jugendlichen intensiv mit der Thematik des Holocaust am Beispiel der Familie Frank auseinander. So wurde das Thema Verfolgung im Nationalsozialismus bearbeitet und entsprechend interessante Radiobeiträge produziert.


Die Peer Guides (vl.) Katja Sandring, Lukas Wassmann, Mattis Lahrs sowie Kevin Bornhöft und der Workshopleiter Uli Nehls.

Die dabei entstandenen und sehr hörenswerten Zeitzeugnisse wurden in Neuseeland von dem ehemaligen Schleswig–Holsteiner Werner Nowitzki bei „Deutschradio24sieben“ produziert und sind jetzt als Radio-Podcast auf der Internet-Plattform „Deutschradio24sieben“ veröffentlicht und somit weltweit für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich. Mehr unter:

http://www.deutschradio24sieben.com/spurensuche/annefrankmoelln/.

Gefördert wurde das Podcast–Projekt: „Deine Anne – Eine Geschichte für heute“ im Rahmen des Bundesprogramms “Toleranz fördern, Kompetenz stärken“ durch das Beratungsnetzwerk Schleswig–Holstein. Projektträger ist der Verein Miteinander lebene.V. aus Mölln. 

Finnische Geigen festigen die Regionalpartnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und Ostbottnien 

Das Land Schleswig-Holstein  unterhält auf politischer Ebene zahlreiche Regionalpartnerschaften in den europäischen Raum, so mit der österreichischen Steiermark, der polnischen Wowoidschaft Pommern, der französischen Region Pay de Loire,  dem russischen Gebiet (Oblast) Kaliningrad und  seit 1994 auch in die finnische Region Ostbottnien. Während die partnerschaftliche Arbeit zumeist in den politischen Gremien der beteiligten Gebietskörperschaften stattfindet, bieten sich aber auch auf kultureller Ebene immer wieder Möglichkeiten, diese Regionalpartnerschaften als wichtige Elemente europäischer Bürgerbegegnung  zu zelebrieren. 

Geigenworkshop mit Mauno Järvelä  im Stadthauptmannshof Mölln

Wie einfach und persönlich bereichernd diese Begegnungen sein können, zeigte sich am vergangenen Wochenende im Rahmen des 13. Möllner Folksfestes, zu dem mit Unterstützung des Ministeriums für  Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein  das finnische Musikschulprojekt „Näppärit“ um dem renommierten Geigenlehrer Mauno Järvelä  aus Kaustinen in Ostbottnien anreiste. Das 14köpfige Ensemble begeisterte als Botschafter traditioneller finnischer Geigenmusik das Publikum auf dem Radiokonzert und auf der großen Folksfestbühne, aber mindestens ebenso sehr die 80 Schülerinnen und Schüler der Ratzeburger Pestalozzischule bei einem Schulkonzert, die rund 40 jungen Workshopteilnehmer im Rahmen eines zweitägigen Geigenworkshops und die 200 Gäste des Festaktes „100 Jahre DJH Nordmark“ in Ratzeburg.

 
Schulkonzert mit Näppärit in der Ratzeburger Pestalozzischule

Hautnah erleben zu können, wie sich die heimatlichen Traditionen unserer europäischen Nachbarn anhören und anfühlen, ist wohl die schönste und nachhaltigste Form europäischer Begegnung. Wer möchte finnische Geigenmusik schon missen müssen, wen man sie einmal in dieser Weise hören durfte, oder tschechische Zitherklänge, die durchaus in der Lage sind einen Hamburger Beatboxer zu begleiten?“, sagte Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V., verbunden mit dem Wunsch, viel häufiger solch kulturelle Räume für europäische Bürgerbegegnung zu schaffen.

Möllner Jugendmusikprojekt startet mit
Einblicken in die Musiktraditionen Anatolien

Mit viel Publikumszuspruch konnte das Möllner Bildungsbündnis, bestehend aus dem Verein Miteinander leben e.V., dem Möllner Moscheeverein, dem Lebenshilfewerk Mölln Hagenow und der Gemeinschaftsschule Mölln, in der vergangenen Woche das Jugendmusikprojekt „Meine Heimat in der Musik – ¿Wie klingt zuhause?“ starten. Unter dem Titel „Bei mir klingt es türkisch…“ boten die Musiker Nilgün Aksoy, Benjamin Stueck und Malte Stueck von der S.A.M -  Schule für anatolische Musik in Hamburg zahlreichen Kindern und Jugendlichen einen musikalischen und informativen Nachmittag rund um die türkische Volksmusik in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“. Neben Musikbeispielen, die zum Mitsingen und Mittanzen einluden, erklärten sie dabei traditionelle Instrumente wie die Saz oder die Kürbisgeige „Kabak“ sowie die für mitteleuropäische Ohren ungewohnte Tonleiter mit Halb - und Vierteltonschritten. Aber auch typische Liedinhalte, die von der Liebe oder den landschaftlichen Schönheiten der Region handeln, wurden erklärt.

Das Möllner Jugendprojekt „Meine Heimat in der Musik – ¿Wie klingt zuhause?“ ist eine Fortsetzung der erfolgreichen Jugendkulturarbeit des Möllner Bildungsbündnisses aus dem vergangenen Jahr, in deren Fokus das gemeinsame Theaterprojekt  "Du bist so anders..." zum Thema "Ausgrenzung" stand. Es will jungen Menschen in zahlreichen Musikworkshops die Möglichkeit geben, dem jeweils Fremden und Eigenen in der Musik nachzuspüren und sich den unterschiedlichsten Musiktraditionen und –stilen zu nähern. Mitmachen und Ausprobieren werden dabei ganz groß geschrieben. Das Angebot wird gefördert durch das Projekt "Jugend ins Zentrum!" der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren  im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur mach STARK – Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Erfolgreiche Bilanz der 
Anne-Frank-Ausstellung in Mölln

Nach vier Wochen ist am vergangenen Wochenende die Ausstellung „Anne Frank – Eine Geschichte für heute“ im regionalen Berufsbildungszentrum Mölln zu Ende gegangen, aus Sicht der Organisatoren mit einer großartigen Bilanz.


Ausstellungbegleitung auf Augenhöhe

Rund 1.275 Schüler haben die Anne-Frank-Ausstellung in Regionalen Berufsbildungszentrum (BBZ) besucht, darunter Klassen aus Sandesneben, Ratzeburg und Schwarzenbek. Auch das facettenreiche Begleitprogramm, das mit einer Lesung von Lea Feynberg in Ratzeburg und einer Exkursion zur Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg abgeschlossen wurde, fand Anklang bei etwa 300 Besuchern“, skizzierten Mark Sauer und Sieghard  Bußenius vom Verein Miteinander leben e.V. sowie Gabriele Hannemann vom Projekt OPEN MIND den erfolgreichen Verlauf. Dieser Erfolg wurde nur durch eine enge Kooperation von zahlreichen Institutionen und Initiativen im Kreis möglich. So beteiligten sich die Stiftung Herzogtum Lauenburg, die Volkshochschule Ratzeburg, der Verein Yad Ruth e.V., die Katholischen und Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden, der Filmclub Burgtheater Ratzeburg e.V. und der Folkclub mit eigenen Impulsen und Veranstaltungen.


Exkursion der VHS Ratzeburg zur Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg

Dieser positiven Bewertung schlossen sich auch Schulleiter Ulrich Keller und Lehrerin Heike Heitmann, in deren Händen die Betreuung der Ausstellung im BBZ lag,  aus pädagogischer Sicht an. „Das Konzept des Anne Frank Zentrums, Schüler als Ausstellungsführer auszubilden und einzusetzen, hat sich sehr bewährt und die Ausstellungsinhalte den Besucherklassen auch auf einer persönlichen Ebene vermitteln können.“


Schulleiter Ulrich Keller (hi.li.) und Heike Heitmann (vr. re.) mit ihren Ausstellungsbegleiter aus Mölln, Ratzeburg und Sandesneben
sorgten für den großen Erfolg der Ausstellung

Schulleiter Ulrich Keller bedankte sich persönlich bei den Ausstellungsbegleitern, die für ihr Engagement ein Zertifikat sowie eine Einladung ins Anne-Frank-Zentrum in Berlin erhielten. Dieser Dank schloss auch die beiden erwachsenen Ausstellungsbegleiter Solveig Steinkamp und Karl Rauth ein, die an verschiedenen Tagen Führungen für die allgemeine Öffentlichkeit durchführten.

Dankbar zeigte sich Mark Sauer über die Förderung durch den Lokalen Aktionsplan des Kreises Herzogtum Lauenburg.Mit den Mittel des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesfamilienministerium konnten wir einmal mehr einen nachhaltigen Schwerpunkt in Mölln und der Region für Vielfalt, Toleranz und Demokratie bei jungen Menschen setzen.“

Zur weiteren Bearbeitung der Anne-Frank-Ausstellung findet am 5. und 6. Mai jeweils ab 16:00 Uhr ein Podcast-Workshop im Möllner Jugendzentrum "Takt - los" statt. Dabei werden die Besucher der Ausstellung in 3 bis 5 minütigen Radiobeiträgen ihre Empfindungen, Eindrücke und Ideen zusammenfassen können und über das  Internet im "Deutschradio24sieben" veröffentlichen und mit dem deutschsprachigen Publikum weltweit teilen.


Möllner Bildungsbündnis startet neues Projekt
Meine Heimat in der Musik
¿Wie klingt „zuhause“?

Wie klingt „zuhause“: ist es Rock, Rap, Hip-Hop oder sind es eher traditionell anmutende Klänge wie zum Beispiel die Erinnerungen an Kinderlieder, mit denen man aufgewachsen ist? Dieser Frage spürt das neue Jugendprojekt des Möllner Bidlungsbündnisses, bestehend aus dem Verein Miteiander leben e.V., der DITIB Türkisch Islamischen Gemeinde zu Mölln e.V., der Gemeinschaftssschule Mölln und dem Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, nach. Es ist die Fortsetzung der erfolgreichen Jugendkulturarbeit des vergangenen Jahres, in deren Fokus das gemeinsames Theaterprojekt  "Du bist so anders..." zum Thema "Ausgrenzung" stand. In diesem Jahr verfolgt das Möllner Bildungsbündnis unter dem Motto "Das klingt so anders..." einen  musikalischen Ansatz.


Jugendlichen ist ihre Musik von je her ein Halt in ihrem Alltag: Sie vermittelt Vertrauen, Orientierung und Rückzugsorte in einer zunehmend unübersichtlichen Welt, bietet Sicherheit, Geborgenheit, Zuversicht und Zugehörigkeit zu musikalisch Gleichgesinnten. Entgegen früheren Zeiten ist es aber nicht das eigene Musizieren, sondern eher das Rezipieren von Musik über MP3, Smartphone & Co, das diesen Halt gibt über die Klänge im Kopfhörer.

Dabei sind es sehr unterschiedliche Klänge, die „Heimat in der Musik“ stiften. „Heimat“ liegt für junge Menschen vielfach im Globalen und scheint unabhängig zu sein von der Herkunft der Musik und der Herkunft der Hörer. Moderne Musikstile werden kulturkreisübergreifend gehört und praktiziert. Gerappt wird auf Arabisch wie auf Englisch oder Deutsch und alle, die diese Musikrichtung mögen, finden sich in ihr wieder. Doch wie wirkungsstark im musikalischem Sinne ist in der Tiefe der eigenen Biografie der eigene Kulturkreis? Kindliche Berührungen mit den eigenen, zumeist in der Familie gesungenen Volks- und Kinderliedern, den eigenen Rhythmen und Harmonien, sind nachhaltige Verbindungen zu einer „musikalischen Heimat“.

Die Frage nach einer „Heimat in der Musik“, danach, wie „zuhause“ klingt, weist auf die ganz aktuelle Frage an jeden Einzelnen in einer globalen Welt: „Was ist meine Heimat?“

Dem jeweils Fremden und Eigenen in der Musik möchte das Projekt „Meine Heimat in der Musik -
¿Wie klingt „zuhause“?“ mit Jugendlichen, die selbst wenig Möglichkeiten haben, Musik aktiv zu erleben können, über einem Zeitraum von einem halben Jahr nachspüren.

Zusätzlich ist wieder eine Einbindung von jungen Menschen mit Behinderungen über des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow vorgesehen. Dort wird seit längeren mit modernen Musikformen wie Bodypercussion und Rap gearbeitet, weil man dort weiß, wie viel Halt, Sicherheit und Selbstvertrauen und somit Stärke Musik geben kann. Über diese Arbeit ergeben sich viele Anknüpfungspunkte für eine gemeinsame Projektarbeit.

Das Möllner Jugendtmusikprojekt „Meine Heimat in der Musik - ¿Wie klingt „zuhause“?“ wird gefördert durch das Projekt "Jugend ins Zentrum!" der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren  im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur mach STARK – Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.


Bewegende Eröffnung der
Anne-Frank-Ausstellung in Mölln

Mit einer bewegenden Feierstunde wurde am vergangenen Dienstag die Ausstellung „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ im Regionalen Berufsbildungszentrum Mölln eröffnet. Schulleiter Ulrich Keller freute sich sehr, aus diesem Anlass Batsheva Dagan in seinem Haus begrüßen zu dürfen, die sich auf Vermittlung des Vereins Yad Ruth e.V. bereit gefunden, den rund 80 anwesenden Schülerinnen und Schülern von „Dort“ zu erzählen. „Dort“ ist für Batsheva Dagan das Konzentrationslager Auschwitz, das für sie als junge Frau nach einer Odyssee der Verfolgung, der Ghettoisierung, der Flucht, des Untertauchens, des Verrats, der Haft, der Folter und vieler grausamer Erlebnisse dann doch nicht, wie vom Naziregime vorgesehen,  zu einer Endstation wurde. Batsheva Dagan hat überlebt, vor allem gestärkt durch den Willen, an Werten der Menschlichkeit und der Zivilisation konsequent festzuhalten.


(Foto: Jens Butz) 

Um den Blick von dem Grauen abwenden zu können, habe ich gelernt, Französisch, zusammen mit einer belgischen Mitgefangenen und Gedichte, die Häftlinge in Ausschwitz verfasst haben.“, erzählte sie dem gebannt lauschenden, jungen Publikum. Erzählen sei ihr zur Pflicht geworden, erklärte sie ihre Motivation, sich diesen dunklen Erinnerungen immer wieder zu stellen. „Damit ihr erfahrt, wie es gewesen ist. Und damit mit ihr mich fragen könnt.“ Von diesem Angebot machten die Schüler reichlich gebraucht, so auch die Frage nach ihrer Nummer. Bereitwillig zeigte Batsheva Dagan ihren Arm, ein Anblick, der viele Schüler stark berührte und ferne Geschichte so deutlich vor Augen führte. 

Auch die anwesenden Gäste, unter ihnen Bürgermeister Jan Wiegels, Bürgermeister Rainer Voß sowie Schulrätin Katrin Thomas, die als Schirmherrin die Anne-Frank-Ausstellung begleitet, zeigten sich durch die Begegnung, aber auch das würdevolle musikalische Rahmenprogramm, welches die Schule vorbereitet hatte, tief beeindruckt. „Wer nicht zu seiner Geschichte steht, stiehlt sich aus der Verantwortung. Dazu gehört auch die kollektive Geschichte, also die Geschichte, die wir gemeinsam aus der Vergangenheit übernommen haben. Keine Frage: Unsere jungen Leute diskutieren und forschen, sie fragen und schauen hin. Darin liegt die Chance, die Erinnerung lebendig zu halten.“, sagte Katrin Thomas. 

Ein besonderes Anliegen für Batsheva Dagan war es, anschließend noch mit den jungen Ausstellungsbegleitern, die sich in einem vom Anne-Frank-Zentrum geleiteten Trainingsseminar auf die Schulführungen durch die Ausstellung vorbereiteten, zu sprechen. Sie zeigte sich vom Engagement und der Offenheit dieser Jugendlichen für das schwere Thema der „Shoa“ sehr beeindruckt.

Die Anne-Frank-Ausstellung wird bis zum 11. April in Mölln zu sehen sein, vorzugswiese für Schulklassen, aber auch für die allgemeine Öffentlichkeit, jeweils  an den kommenden Dienstagen ab 16:30 Uhr im Rahmen von kostenlosen Sonderführungen. Treffpunkt hierzu ist der Haupteingang des Regionalen Berufsbildungszentrums in der Kerschensteiner Straße.

Die Anne-Frank-Ausstellung im Kreis Herzogtum Lauenburg wird ermöglicht durch eine Förderung des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundes im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.


Anne-Frank-Ausstellung kommt nach Mölln
Anne Frank – eine Geschichte für heute“ ist die deutschsprachige Version der internationalen Wanderausstellung des Anne Frank Hauses, Amsterdam. Sie wird vom Anne Frank Zentrum in Berlin betreut und vom 15.03 – 11.04.2014 über das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND des Vereins Miteinander Leben e.V. in Mölln in den Räumen der Regionalen Berufsbildungszentrum Mölln gezeigt.

Die Ausstellung richtet sich in erster Linie an junge Menschen und regt dazu an, sich in verschiedener Weise mit Toleranz, Menschenrechten und Demokratie auseinander zu setzen. Sie erzählt auf über 54 Ausstellungstafeln die Lebensgeschichte Anne Franks und lässt weitere Zeitzeugen ihre bedrückenden Erfahrungen in der Zeit des Holocausts skizzieren. Die Besucher werden herausgefordert, über Unterschiede und Parallelen zwischen Gestern und Heute nachzudenken.

Die Ausstellung wird vom 19.03 – 11.04.2014 zu besichtigen sein, im Rahmen des Konzeptes „Jugendliche begleiten Jugendliche“. Dazu können sich SchülerInnnen im Rahmen eines zweitägigen Trainingsseminars des Anne Frank als engagierte AusstellungsbegleiterInnen ausbilden lassen. Für die Ausstellung in Mölln werden kreisweit 25 – 30 interessierte junge Menschen ab 16 Jahren gesucht, die diese spannende Aufgabe für die Klassen ihrer Schule übernehmen wollen. Ihre Ausbildung soll am 17. und 18. März vor Ort in den Räumen der Ausstellung des Regionalen Bildungszentrums Mölln erfolgen und wird von den Fachkräften des Anne Frank Zentrums durchgeführt.

Eröffnet wird die Ausstellung offiziell am 18.03.2014 um 10:00 Uhr im Rahmen einer Feierstunde durch Schulrätin Katrin Thomas, die sich bereit erklärt, als Schirmherrin zur Verfügung zu stehen. An der Eröffnung teilnehmen wird zudem auch Batsheva Dagan, eine Zeitzeugin des Holocausts, die gemeinsam mit den Schülern des Regionalen Berufsbildungszentrums über ihre Lebensgeschichte sprechen möchte.

Die Anne-Frank-Ausstellung wird umrahmt von einen vielfältigen Programmangebot für die allgemeine Öffentlichkeit, das zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern, wie der der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg, der Volkshochschule Ratzeburg, dem Filmclub Burgtheater Ratzeburg e.V., Geesthachter Filmkiste e.V., der Stiftung Herzogtum Lauenburg, der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, der katholischen Heilig Kreuz Gemeinde, dem Folkclub Herzogtum Lauenburg e.V. und dem Zeitzeugenverein Yad Ruth e.V. durchgeführt werden wird.

Geplant sind Vorträge, eine Zeitzeugenbegegnung, Exkursionen, eine Lesung, ein musikalischer Abend sowie Filmvorführungen im gesamten Kreisgebiet. Natürlich soll die Ausstellung auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein, allerdings nur in einem geführten Rahmen, um den Schulbetrieb nicht zu stören. Ab dem 22. März werden jeweils dienstags von 16:30 Uhr – 18:00 Uhr öffentliche Führungen unter fachkundiger Anleitung eines/r Ausstellungsbegleiters/in angeboten. Treffpunkt ist vor dem Haupteingang der Regionalen Berufsbildungszentrums. Feste Gruppen können sich ab 24.03.2014 für eine Führung unter 04563/1242 anmelden.

Die Anne-Frank-Ausstellung im Kreis Herzogtum Lauenburg wird ermöglicht durch eine Förderung des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundes im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Hinweise zum Ablauf der Ausstellung, zum Trainingsemnar für Schüler und dem Rahmenprogramm erhalten sie beim Verein Miteinander Leben e.V. unter miteinander.leben@t-online.de oder telefonisch  unter 04536/1242.

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Jugendbildungsprojekt OPEN MIND – Leben mit dem gelben Stern startet großes Ausstellungsprojekt
„Anne Frank – eine Geschichte für heute“

Das Möllner Jugendbildungsprojekt OPEN MIND- Kinder mit gelben Stern zeigt im Zeitraum vom 15.03. – 11.04.2014 im Regionalen Berufsbildungszentrum Mölln die Wanderausstellung

Anne Frank – eine Geschichte für heute“

in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum Berlin. Ermöglicht wird dieses Projekt durch eine Zuwendung des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg.

Anne Frank – eine Geschichte für heute- ist die deutschsprachige Version der internationalen Wanderausstellung des Anne Frank Hauses, Amsterdam. Sie erzählt auf über 54 Ausstellungstafeln die Lebensgeschichte Anne Franks und lässt weitere Zeitzeugen ihre bedrückenden Erfahrungen in der Zeit des Holocausts skizzieren. Die Besucher werden herausgefordert, über Unterschiede und Parallelen zwischen Gestern und Heute nachzudenken. Die Ausstellung richtet sich in erster Linie an junge Menschen und soll im Rahmen des Konzeptes „Jugendliche begleiten Jugendliche“ dargeboten werden. Dazu können sich SchülerInnnen im Rahmen eines zweitägigen Trainingsseminars des Anne Frank Zentrums als engagierte AusstellungsbegleiterInnen ausbilden lassen. Für die Ausstellung in Mölln werden kreisweit 25 – 30 interessierte junge Menschen ab 16 Jahren gesucht, die diese spannende Aufgabe für die Klassen ihrer Schule übernehmen wollen. Ihre Ausbildung soll Anfang März vor Ort in den Räumen der Ausstellung erfolgen und wird von den Fachkräften des Anne Frank Zentrums durchgeführt.

Darüber hianus wird das Anne-Frank-Zentrum ein Werkstattseminar für Pädagogen anbieten, das ebenfalls terminiert wird, wenn die Ausstellung vor Ort ist.

Weitere Hinweise zum Ablauf der Ausstellung, zum Trainings- und zum Werkstattseminar erhalten Sie bei Gabriele Hannemann unter der Rufnummer 0171-1435636 oder schriftlich beim Verein Miteinander Leben e.V. unter miteinander.leben@t-online.de.

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Gabriele Hannemann mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Seit 2002 leitet Gabriele Hannemann das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND - "Leben mit dem gelben Stern" für den Verein Miteinander leben e.V. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um junge Menschen für die vielfältigen Facetten von Ausgrenzung und Rassismus zu sensibilisieren und ein Verständnis für den demokratischen Umgang mit Minderheiten zu fördern und hat in ergangenen 11 Jahren mehr als 6.000 junge Menschen sowie rund 700 Lehrkräfte erreichen können.

Von Beginn hat Gabriele Hannemann als besonderen Arbeitsschwerpunkt im Jugendbildungsprojekt OPEN MIND die Themen "Judentum", "Antisemitismus" und "Holocaust" verankert und immer wieder mit ihrer Tätigkeit im Verein Yad Ruth e.V. verknüpft, der zahlreiche jüdische Zeitzeugen des Holocaust in die Schulen der Region vermitteln konnte. 


Bild: Bundesregierung/Sebastian Bolesch

Für ihr außergewöhnliches Engagement ist Gabriele Hannemann in einer Feierstunde im Berliner Schloß Bellevue jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
Das Bundespräsidalamt begründete die Ehrung von Gabriele Hannemann wie folgt:

"Gabriele Hannemann setzt sich seit über 20 Jahren für Holocaust-Überlebende in Osteuropa sowie in Israel ein. Außerdem macht sie sich dafür stark, dass junge Menschen in Deutschland besser über den Holocaust aufgeklärt werden.

Nach zunächst privatem Engagement für die jüdischen Überlebenden in Israel gründete Gabriele Hannemann 1995 den Verein Yad-Ruth, das „Gedenken“. Durch Geldspenden, Besuche vor Ort, Chanukka-Pakete sowie Medikamente und Kleidung wurden bedürftige Juden in Israel und später auch in Lettland, Litauen sowie Moldawien und Äthiopien un-terstützt. Darüber hinaus leistet Gabriele Hannemann Aufklärungsarbeit in Schulen und Kirchen durch regelmäßige Informationsveranstaltungen mit Berichten von Holocaust-überlebenden und durch Besuche von Konzentrationslagern. Sie zeigt Filme und hält Vorträge über das jüdische Leben sowie den jüdischen Glauben. Der Verein Yad Ruth ist Kooperationspartner des vom Verein „Miteinander leben“ getragenen Projektes „Open Mind - Kinder mit dem gelben Stern“. Gabriele Hannemann ist Ansprechpartnerin dieses Unterrichtsangebotes für Schüler der 4. bis 13. Klasse. Sie vermittelt auch Kontakt zu Zeitzeugen und besucht mit den Schulklassen KZ-Gedenkstätten."

Der Vorstand des Vereins Miteinander leben e.V. zeigte sich über die ehrenvolle Auszeichnung für Gabriele Hannemann hoch erfreut. "Die besondere Wertschätzung, die mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ausgedrückt wird, teilen wir schon seit elf Jahren im Verein Miteinander leben e.V., wenn wir auf das blicken, was Gabriele Hannemann hier mit uns zusammen geleistet hat und hoffentlich noch lange leisten wird", sagte der Vereinsvorsitzende Mark Sauer.

Möllner Jugendtheaterprojekt "¿typisch?" feiert Bühnenerfolg mit  "Du bist so anders..."

Ein Bilderbogen von Jens Butz

Die Aufregung bei allen Beteiligten des Möllner Jugendtheaterprojektes ¿typisch? war immens vor der Uraufführung ihres Stückes „Du bist so anders …“ am vergangenen Sonntag im Theatersaal des Augustinums. In nur vier Monaten hatten die beteiligten Theatergruppen des Möllner Moscheevereins, der Gemeinschaftsschule Mölln und des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow mit viel Engagement in Gesprächsrunden, improvisierenden Spielformen und zahllosen Proben eigene Alltagserfahrungen mit Rassismus, Mobbing oder Ausgrenzung durch Vorurteile oder Barrieren zu Szenen entwickelt, aus denen dann ein gemeinsames Theaterstück geformt werden konnte. Es war ein äußerst anspruchsvolles Unterfangen für alle Teilnehmer*innen und auch eine intensive Zeit des gemeinsamen Lernens“, beschreibt Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V., den Projektverlauf. 

Nicht nur sei das Thema für die jungen Schauspieler*innen immer wieder emotional berührend gewesen, auch das Kennenlernen der jeweils anderen Theatergruppen war ein wichtiges und nicht immer einfaches Erfahrungsfeld. Im Prozess der gemeinsamen Proben entstand ein Team mit einem mehr und mehr freundschaftlichen Umgang und einem echten „Wir-Gefühl“. Das Ergebnis unserer Projektarbeit, sowohl inhaltlich und vor allem auch zwischenmenschlich, ist gerade angesichts der Unterschiedlichkeit der beteiligten Gruppen unglaublich positiv und für mich persönlich sehr ermutigend“, sagte Jörg-Rüdiger Geschke, der die Theatergruppe der Gemeinschaftsschule Mölln leitete.


Dass die Chemie tatsächlich stimmt und die Gruppen des Möllner Jugendtheaterprojektes ¿typisch? wirklich berührende Botschaften in ihrem Stück „Du bist so anders…“ vermitteln, davon konnten sich bei der Premiere rund 150 Zuschauer überzeugen und schließlich begeistern lassen. Die Eindringlichkeit des Spiels und der Szenen, die wie Fenster in die unterschiedlichen Lebenswelten wirkten und dabei in einer Natürlichkeit ohne den moralischen Zeigefinger auskamen, zogen in den Bann und berührten. Vor allem die immer wieder kehrende Botschaft, wie viel Angst Ausgrenzung auslöst: Angst vor Ablehnung, Angst vor Gewalt, Angst vor Perspektivlosigkeit, Angst vor Hilflosigkeit und wie sehr gerade dieser Erfahrungshorizont doch eigentlich alle Menschen verbindet und zur gegenseitigen Wahrnehmung und Achtung mahnt, kam beim Publikum sehr an.

"Der Mut der Schauspieler sich zu zeigen und ihre Ängste zu entblößen, verbunden mit der schauspielerischen Leistung war sehr berührend", sagte Almuth Grätsch vom Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow. Es war ein wahnsinnig beeindruckender Moment, als sich alle Darsteller für den Applaus im hellen Scheinwerferlicht aufstellten und den tosenden Beifall sichtlich und völlig zurecht genossen. Alle Zweifel, schaffen wir das, all das Lampenfieber, alles war zu einem gemeinsamen Glücksgefühl verwandelt worden", ergänzte Theaterpädagoge Jörn Waßmund von "Kultur und mehr!", der die Theatergruppe des Lebenshifewerkes im Projekt betreut und begleitet hat. 

Noch größer war die Resonanz am folgenden Montag, als das Möllner Jugendtheaterprojekt ¿typisch? vor rund 200 Schüler*innen aus der Gemeinschaftsschule und dem Berufsbildungszentrum Mölln auftraten. Mehr noch als die Erwachsenen, die eher gespannt, ja vielleicht auch betroffen das Stück verfolgten, ließ sich das junge Publikum mitnehmen. Jede Szene wurde mit frenetischem Applaus bedacht, hier war lebhaft zu spüren – ja das kennen wir!


"Nach diesen erfolgreichen Auftritten ist es alle Beteiligten ein Herzenswunsch, das Stück "Du bist so anders..." noch einmal aufzuführen und die Theaterbarbeit miteinander fortzusetzen," sagte Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt von SPIELARTtraining aus Kiel, in deren Händen die künstlerische Gesamtleitung des Projektes lag.

Das Möllner Jugendtheaterprojekt ¿typisch? wurde gefördert durch das Projekt "Jugend ins Zentrum!" der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren  im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur mach STARK – Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ebenso beteiligte sich die Stadt Mölln an der Projektförderung.

Erste gemeinsame Probe des Möllner Jugendtheaterprojektes "¿typisch?"

Sie haben sich viel vorgenommen, die Teilnehmer und Betreuer des Möllner Jugendtheaterprojektes "¿typisch?", sowohl inhaltlich als auch terminlich. Bis zum 24. November soll ihr Theaterstück „Du bist so anders…“ stehen, in dem eigene Alltagserfahrungen zu den Themen Ausgrenzung, Rassismus und Mobbing auf der großen Theaterbühne im Augustinum szenisch präsentiert werden sollen.



„Ziel des Projektes ist es, zum einen einem möglichst breiten Publikum einen Einblick in ausgrenzende Lebenswirklichkeiten und -erfahrungen von jungen Menschen zu geben, so wie sie sich in ihrem Alltag abspielen. Dies ist für viele Erwachsene oft eine ‚Blackbox‘“, erläuterte Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. den Projektansatz. „Darüber hinaus soll durch die institutionsübergreifende Arbeit ein Austausch über diese Lebenserfahrungen untereinander ermöglicht werden.“

Die beteiligten Theatergruppen des Möllner Moscheevereins, der Gemeinschaftsschule Mölln und des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow proben seit August intensiv an ihren Szenen, eine Arbeit, die allen Beteiligten viel abverlangt. „Eigentlich ist die gestellte Aufgabe für die Jugendlichen einfach. Die Teilnehmer sollen sich selbst spielen, ihre Erfahrungen mit Rassismus, Mobbing oder Ausgrenzung durch Vorurteile oder Barrieren.“, beschreibt Nadeshda Gerdt von SPIELARTtraining Kiel, die das Projekt gesamtkünstlerisch leitet und zusammen mit Ercan Kök die freie Theatergruppe des Moscheevereins betreut, die Arbeit in den Gruppen. „Dabei werden in unserer Arbeit aber immer wieder auch Verletzungen und Ängste offenbar, die erlitten wurden und die auch zu aggressiven Spielverhalten und emotionalen Auseinandersetzungen führen. Es ist bisweilen schon bedrückend, wie groß der eigene, negative Erfahrungsschatz bei einigen Jugendlichen ist. Die Theaterarbeit kann hier viel bewirken und auch lindern.“

Das Projekt kommt nun in die entscheidende Phase, nachdem jede Gruppe für sich einige Szenen entwickelt hat.Wir müssen jetzt in gemeinsamen Proben unsere Arbeit in einem übergreifenden Rahmen zusammenführen, damit ein komplettes Theaterstück entstehen kann. Dies ist bei der Unterschiedlichkeit der Gruppen herausfordernd und ein großer Lernprozess für alle Beteiligten.“, sagte Jörg Rüdiger Geschke, der die Theatergruppe der Möllner Gemeinschaftsschule leitet.  Dass dieser Prozess gelingen wird, davon sind alle Teilnehmer allerdings überzeugt. „Die Arbeitsatmosphäre ist mitunter laut und auch spannungsgeladen. Dennoch gelingt es, die Freude an der gemeinsamen Arbeit in den Vordergrund zu stellen und sich von den Ideen untereinander anstecken zu lassen.“, berichtet Almuth Grätsch von der Gruppe des Lebenshilfewerkes, die Theaterpädagoge Jörn Waßmund betreut und begleitet.

Die Proben werden sich in den verbleibenden drei Wochen vor der Aufführung intensivieren und schließlich auf der Theaterbühne im Augustinum fortgesetzt, die das Möllner Jugendtheaterprojekt "¿typisch?", freundlicherweise nutzen darf. Am 24. November um 16:00 Uhr soll sich dann der Vorhang öffnen für „Du bist so anders…“. Der Eintritt zu dieser Aufführung ist natürlich frei.

Gefördert wird das Möllner Jugendtheaterprojekt durch das Projekt "Jugend ins Zentrum!" der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur mach STARK – Bündnisse für Bildung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und durch die Stadt Mölln.

„Demokratiescouts“
mit dem Deutschen Bürgerpreis für
Schleswig-Holstein 2013 ausgezeichnet

Die „Demokratiescouts“, ein Jugendbeteiligungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V., sind am vergangenen Donnerstag mit dem Deutschen Bürgerpreis 2013 der Initiative "für mich. für uns. für Schleswig-Holstein." ausgezeichnet worden. Eine Jury bestehend aus Mitgliedern des Sozialausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtages und Vertretern der schleswig-holsteinischen Sparkassen bewertete das Projekt in der Kategorie U21 als landesweit beste Jugendinitiative zum Motto ,,Engagiert vor Ort: mitreden, mitmachen, mitgestalten!".

Die „Demokratiescouts“ sind rund 35 Kinder und Jugendliche aus Ratzeburg, Mölln und auch Lauenburg, die sich in Vorbereitung auf die Kommunalwahlen 2013 mit Unterstützung durch Möllns Streetworker Axel Michaels, Peter Linnenkohl vom Bundesprojekt "Mach mit" des Diakonischen Werkes sowie den Mitarbeitern des Gleis 21, der Kieler Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt und dem Erstwählerprogramm des Kreisjugendringes intensiv mit Demokratie und Mitbestimmung auseinandergesetzt und sich aktiv mit ihren jugendpolitischen Themen in den Wahlkampf eingebracht haben. Ergänzt wurde die Projektarbeit durch die Initiative der „Mini-Demokratiescouts“, eine Kindergruppe im Alter vom 6 bis 12 Jahren, die angeleitet von Karo Michaelis im GLEIS 21 demokratische Prozesse mit der Wahl ihres „Konfettirates“ spielerisch, aber mit großer Ernsthaftigkeit erlernte.


Große Freude bei den "Demokratiescouts" und den Unterstützern des Projektes (vl. Sarah, Matthias Beck, Kreisjugendschutz, Katarina, Anton, Labiba, Thilo, Lukas, Annika, Pauline, Christian Klingbeil vom GLEIS21, Michelle , Chantal, Peter Linnenkohl vom Projekt "Mach Mit", Michael Dunkel von der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, Streetworker Axel Michaelis und Mölln Bürgermeister Jan Wiegels.
Foto: Dieter Schneider

Das Projekt wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Kieler Sparkassenakademie, zu der Landtagspräsident Klaus Schlie als Schirmherr des Wettbewerbes rund 200 geladene Gäste begrüßte, in Form einer Videopräsentation vorgestellt. In einer anschließenden Gesprächsrunde beschrieben Thilo Fokuhl und Annika Sauer vertretend für die „Demokratiescouts“ die vielfältigen Erfahrungen ihrer Projektarbeit, mit den Workshops zur Bestimmung jugendpolitischer Themen, über das Fotoshooting für die Plakatgestaltung, die Beteiligung am Kommunalwahlkampf, den Besuch im Kieler Landeshaus mit dem Gespräch bei Ministerpräsident Torsten Albig bis hin zur Ausrichtung der Wahlparty in Mölln und dem Theaterzug der Wahlkarawane durch Ratzeburg.

Als anschließend verkündet wurde, dass die „Demokratiescouts“ aus dem Bewerberfeld als Landessieger gekürt worden sind, herrschte zunächst eine fassungslose Stille bei den zehn mitgereisten „Demokratiescouts“, bevor sich dann doch großer Jubel Bahn brach. Aus den Händen von Alexandra Ehlers, Vorsitzende des Landesjugendrates Schleswig-Holstein erhielten die „Demokratiescouts“ ihre Siegerurkunde und das stolze Preisgeld in Höhe von 3.000 €, das der Fortführung der laufenden Jugendbeteiligungsprojekte in Mölln und Ratzeburg zu Gute kommen soll.

"Es war für uns alle eine große Überraschung, denn schließlich waren noch zwei andere, wirklich gute Projekte nominiert. Wir empfinden es als großartige Bestätigung für unser Projekt.", sagte Annika Sauer von den Ratzeburger "Demokratiescouts". Thilo Fokuhl von der Möllner Projektgruppe ergänzte dazu: "Dieser Preis ist für uns ein großer Ansporn, uns weiter in diesem Bereich zu engagieren und neue Projektideen zu entwickeln."

Auch Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. zeigte sich über die Auszeichnung hocherfreut:Es macht einen Riesenspaß, solche Projekte für Kinder und Jugendliche zu organisieren und mit ihnen durchzuführen. Und wenn im Ergebnis deren Engagement und Begeisterung auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen und in dieser Form gewürdigt wird, ist das einfach nur großartig. Dankbar bin ich dabei für die Unterstützung durch Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg, durch dessen Förderung im Rahmen des  Bundesprogrammes „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" unsere prämierte Projektarbeit erst ermöglicht wurde.

Als Landessieger in der Kategorie U21 des Deutschen Bürgerpreises für Schleswig-Holstein, der zum zehnten Mal an Menschen vergeben wurde, die sich ehrenamtlich für ihre Mitbürger engagieren, sind die „Demokratiescouts“ nun auch für den Bundeswettbewerb qualifiziert, der im Dezember in Berlin vergeben wird. Natürlich hoffen die "Demokratiescouts" jetzt auf eine Fortsetzung. 

„Leben mit dem gelben Stern“
Möllner Jugendbildungsprojekt OPEN MIND lud zur Exkursionsreise nach Israel

15 Lehrkräften aus Schleswig-Holstein, insbesondere aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, sowie 5 weitere Pädagogen aus Hamburg nutzen vor den Herbstferien die einmalige Gelegenheit des Möllner Jugendprojektes OPEN MIND – „Leben mit dem gelben Stern“, sich zu einer gemeinsam Bildungsreise nach Israel aufzumachen. In Kooperation mit der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem „International School for Holocaust Studies Jerusalem“ fand dort ein 4-tägiges Seminar mit dem Thema: „Den Holocaust im 21. Jahrhundert unterrichten- Erziehung nach Auschwitz“ statt, das sich speziell an LehrerInnen mit dem Schwerpunkt Geschichte, Deutsch und Religion richtete und in deutscher Sprache angeboten wurde. Gabriele Hannemann, Leiterin des Projektes „Leben mit dem gelben Stern“, das der Verein Miteinander leben e.V. seit 2002 betreibt, hatte das Seminar in Kooperation mit Yad Vashem in einem Zeitraum von über einem Jahr vorbereitet und zusammen mit einem israelischen Reiseunternehmen den logistischen Rahmen der Bildungsreise geplant. Dabei kamen ihr die zahlreichen Kontakte in Israel zu Gute, die Gabriele Hannemann seit Jahren im Rahmen ihrer Zeitzeugenarbeit mit dem Verein Yad Ruth e.V. persönlich unterhält.


Lehrerinnen und Lehrer aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg in der Gedenkstätte Yad Vashem  unter  fachkundiger Leitung von Gabriele Hannemann (vorne, 3 vr.) vom Möllner Jugendbildungsprojekt OPEN MIND
 

In Yad Vashem boten qualifizierte Dozenten wie Dr. Noa Myakton und Daniel Rozenga intensive Lernmodule an, die sich mit dem pädagogischen Konzept der Gedenkstätte befassten, das jüdischen Leben in Europa vor der Shoa und den Alltag im Warschauer Ghetto thematisierten sowie Hintergrundwissen zu den Deportationen, Tätern und Mitläufern vermittelten. Dazu wurde die Möglichkeit geboten, Materialien für alle Schul- und Altersstufen kennenzulernen und  diese auszuprobieren. Eingebunden in das Seminar war die gesamte Gedenkstätte Yad Yashem sowie Begegnungen mit jüdischen Zeitzeugen. Auch der aktuelle Nahostkonflikt, der Antisemitismus immer wieder Nahrung gibt, wurde intensiv bearbeitet. So hielt Gil Jaron, ein Journalist und Nahostexperte, der auch in Deutschland publiziert, einen Vortrag über die aktuelle Lage des Nahen Ostens.  

Dem Seminar folgte eine Rundreise durchs Land, zunächst nach Jerusalem und zum Besuch einer Schule in Beer Tuvia, in der Schüler eigenverantwortlich ein Holocaustmuseum errichtet haben. Sechs SchülerInnen präsentierten das Museum und die  Geschichte der Shoa in den verschiedenen Ausstellungsräumen, eine Führung, für die sie bereits seit Monaten geübt hatten. „Wir waren emotional so berührt von dem Engagement der Kinder, dass wir sprachlos waren. Diese Kinder, von denen eines in der Familie einen Holocaustüberlebenden hat, erzählten uns unsere Geschichte. Mit dieser Schule planen wir einen Schüleraustausch“, beschrieb Gabriele Hannemann die Eindrücke der Besuchergruppe.



 Schülerführung durch das Holocaust-Schulmuseum in Beer Tuvia

Das Exkursionsprogramm führte anschließend in das Kibbutz Shaar HaGolan auf dem Golan und von dort zum Seminarzentrum Givat Haviva, in dem die Journalistin Lydia Aisenberg die deutschen Besucher zu einem Vortrag unter dem Titel „Arabische Minderheit und Jüdisch-Arabische Koexistenz in Israel“ empfing.  Dem Vortrag schloss sich eine Exkursion
an der „Grünen Linie“ an. Hier konnten die Sperranlagen und ein arabisches Dorf besichtigt werden, welches sich exakt auf der grünen Linie befindet.

 
Den Abschluss der Rundreise bildete der Besuch der Gedenkstätte Beit Lehijot in Holon, die selbst von Holocaustüberlebenden gegründet wurden. Hier trafen die zwanzig deutschen Lehrkräfte auf zwanzig jüdische Zeitzeuginnen, die alle schon einmal im Rahmen der Arbeit des Vereines von Yad Ruth e.V. in Deutschland gewesen sind und ihre Lebensgeschichten in Deutsch erzählten. Orientalische Speisen, intensive Gespräche sowie gemeinsames Singen  prägte das Beisammensein. 
 
Unsere gemeinsame Bildungsreise mit dem Seminar in Yad Vashem und der  anschließende Reise waren in ihrer Intensität und Qualität für alle TeilnehmerInnen überwältigend“, resümierte Gabriele Hannemann die Erlebnisse.Viele Lehrkräfte hatten schon Gedenkstättenarbeit mit SchülerInnen gemacht, waren sich aber darüber einig, dass die Seminarteilnahme in Yad Vashem sowie das Kennenlernen des  Landes Israels eine nochmalige Vertiefung  sei. Vor allem die Einblicke in den Nahostkonflikt und die Begegnung mit vielen aufgeschlossen Menschen,  die Austausch auch im Hinblick auf unsere gemeinsame Geschichte möchten, beeindruckten nachhaltig. Das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND wird dieses Angebot sicherlich wiederholen.“

"Bausteine gegen Rechts"

Fachkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet informierten sich über die Sammlung von Informationen, ihren Hintergrund und ihre Einsatzmöglichkeiten

Die Materialbox „Bausteine gegen Rechtsextremismus“ bietet Schulen und Jugendeinrichtungen in Schleswig-Holstein Informationsmaterial und Arbeitsanregungen für die praktische Arbeit zum Thema Rechtsextremismus. Die Bausteine im Kreis Herzogtum Lauenburg enthalten darüber hinaus Materialien lokaler Initiativen sowie eine Übersicht der schnell zugänglichen Ansprechpartner vor Ort. Die Idee zur Herstellung der Materialbox entstand bei den Kollegen des erzieherischen Jugendschutzes in Flensburg und wurde vom em Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus auf Landesebene aufgegriffen und koordiniert. Medi Kuhlemann, Landeskoordinatiorin für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage meinte dazu: So haben wir uns die Umsetzung gewünscht, grundlegende Informationen hat die Landesebene zusammengestellt und die lokalen Angebote sind ergänzt worden.“


Medi Kuhlemann vom AKJS erläutert das Konzept der "Bausteine gegen Rechts"

Landesweit teilen Jugendschützer in 11 Kreisen an die 650 Materialkisten an Fachkräfte und Multiplikatoren – überwiegend aus dem Bereich Jugendhilfe und Schule aus. Im Rahmen der Netzwerkarbeit vor Ort werden aber z.B. auch Polizei und gegen Rechtextremismus engagierte Initiativen und Vereine mit der Aktion angesprochen.

Die erste der fünf in Schleswig-Holstein geplanten Kampagnen- auftaktveranstaltungen fand jetzt in Mölln statt. Der erzieherische Jugendschutz des Kreises präsentierte gemeinsam mit dem AKJS, dem Verein Miteinander Leben und dem Ratzeburger Bündnis gegen Rechts die „Bausteine“. Mark Sauer stellte die Elternausstellung „Mein Kind ist rechts“ vor, die ab sofort im gesamten Kreis kostenfrei beim Ratzeburger Bündnis für Schul- und Jugendveranstaltungen, wie Elternabende oder Projektwochen, ausgeliehen werden kann und die natürlich auch in den Bausteinen auf einen eigenen Flyer dargestellt.


Ole Märtens verteilt die "Bausteine gegen Rechts" an Gabriele Hannemann von der Astrid-Lindgren-Schule Mölln

Mit dieser Materialbox bekommen Fachkräfte gebündelt Informationen, Anregungen oder auch praktische Projektangebote, ohne dass lange Recherchen dafür erforderlich sind",  erläuterte Ole Märtens (erzieherischer Kinder- und Jugendschutz im Fachbereich Jugend, Familie, Schulen und Soziales Kreis Herzogtum Lauenburg). Medi Kuhlemann von der AKJS ergänzt: Die ausgewählten Materialien und Informationen rund um das Thema Rechtsextremismus und Jugendliche verdeutlichen die Breite des Themas – von Hinweisen für betroffene Eltern über Rechtsextreme Auftritte im Netz, Codes und Styles bis hin zu präventiven Praxisvorschlägen. Die Bausteine möchten damit für das Thema Rechtsextremismus und seine Erscheinungsformen sensibilisieren und gleichzeitig auf möglichen Handlungsbedarf aufmerksam machen.“

Die Verbreitung der Bausteine wird unterstützt vom Rat für Kriminalitätsverhütung Schleswig-Holstein, dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Herausgeberin Aktion Kinder- und Jugendschutz Landesarbeitsstelle Schleswig-Holstein e.V. (0431 2606878, info@akjs-sh.de, www.akjs-sh.de) übernimmt Aufgaben des präventiven Kinder- und Jugendschutzes u.a. im Bereich Neue Medien, Interkultureller Pädagogik sowie für die Themen Mobbing, Gewalt und Rechtsextremismus. Außerdem liegt in ihren Händen die Landeskoordination des Projektes Schule ohne Rassismus.

Verein Miteinander leben e.V. zeigt Wanderausstellung
zur Geschichte der Jugend-KZs Moringen und Uckermark
1940 bis 1945
in der Gemeinschaftsschule "Lauenburgische Seen"

Ab kommender Woche zeigt der Verein Miteinander leben e.V. im Rahmen seines Jugendbildungsprojektes OPEN MIND zusammen mit der Gemeinschaftsschule "Lauenburgische Seen" die Wanderaustellung "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben ..." zur Geschichte der Jugend-KZs Moringen und Uckermark 1940 bis 1945.

„Spezielle KZs nur für Jugendliche? Das habe ich noch nie gehört!“ Das ist eine häufige Aussage bei Jung und Alt. Und doch hat es diese Lager unter der Bezeichnung „Jugendschutzlager“ gegeben. Noch vor wenigen Jahren gehörten sie zu den „vergessenen“ nationalsozialistischen Terrorstätten. Polizei und SS errichteten zwei solcher Lager in Moringen bei Göttingen (1940 - 1945) und in der Nähe von Fürstenberg beim Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in der Uckermark (1942 - 1945). Daneben bestand im polnischen Lodz noch ein drittes sog. „Jugendschutzlager“, in dem die SS polnische Kinder und Jugendliche inhaftierte.

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Die Wanderausstellung „Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“, die von Martin Guse aus Liebenau konzipiert wurde,  thematisiert die Geschichte der Lager Moringen und Uckermark sowie der jungen Häftlinge. Aufgrund politischer, religiöser, rassischer und - vor allem - sozialer Verfolgung wurden Mädchen in Uckermark und Jungen in Moringen als sogenannte „Gemeinschaftsfremde“ inhaftiert. Im Alter von 10 bis 25 Jahren waren nahezu 3.000 Kinder und Jugendliche - viele noch in der Pubertät - aus ihren Lebenszusammenhängen gerissen und dem SS-Terror, der kriminalbiologischen Selektion und der Zwangsarbeit ausgesetzt. Sie kamen aus allen Teilen des „Reiches“ und aus den von deutschen Truppen überfallenen Ländern. Fürsorgerinnen und Erzieher, Polizei, Haus- und Blockwarte, Nachbarn und Bekannte, Arbeitgeber und Lehrherren: Viele beobachteten, registrierten und denunzierten den Lebensstil, das „unbotmäßige“ und auffällige Verhalten oder die antinazistische Einstellung der Jungen und Mädchen. Vor allem Jugendämter und Erziehungsheime nutzten die Möglichkeit, missliebige Jugendliche aus der Heimerziehung auszusondern und in die Jugend-KZ zu überstellen.
In Moringen wurden minderjährige Jungen und im Lager Uckermark Mädchen und junge Frauen unter erniedrigenden Bedingungen zusammengepfercht. Bei mangelhafter Verpflegung waren sie den unterschiedlichen Witterungsverhältnissen nahezu hilflos ausgeliefert. Peinigende Strafen und sadistische Quälereien gehörten zum täglichen Leben der Häftlinge. In der Haft starben viele Jungen und Mädchen, die Überlebenden erlitten erhebliche körperliche und seelische Beeinträchtigungen.

Die Ausstellung, die für zwei Wochen in Ratzeburg gastieren wird, richtet sich überwiegend an Schulkassen in der Region. Sie ist aber auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Die Schulleitung bitte hier jedoch um Voranmeldungen unter 04541 / 8000-210, um Störungen des allgemeinen Schulbetriebes vorbeugen zu können.

Verein Miteinander leben e.V. startet institutionenübergreifendes
Jugendtheaterprojekt zu Thema „Ausgrenzung“
"Du bist so anders..."
Möllner Jugendtheaterprojekt "¿typisch?"
 

Der Verein Miteinander leben e.V. in Mölln startet zusammen mit dem Lebenshilfewerk Mölln- Hagenow, dem Möllner Moscheeverein der türkischen DIYANET-Gemeinde und der Theater-AG der Gemeinschaftsschule Mölln ein offenes Jugendtheaterprojekt zu den Themenkomplexen "Ausgrenzung" und "Alltagsrassismus". "Du bist so anders..." - Möllner Jugendtheaterprojekt "¿typisch?" lautet der provokante Arbeitstitel.

Unter Anleitung der Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt von SPIELARTtraining aus Kiel soll in getrennter und gemeinsamer Arbeit ein szenisches Theaterstück entwickelt werden, in denen junge Menschen mit einheimischen und ausländischen Wurzel, mit und ohne Behinderungen, ihre Alltagserfahrungen hinsichtlich Rassismus, Ausgrenzung und Mobbing auf die Bühne bringen. Ziel des Projektes ist es, zum einen einem möglichst breiten Publikum einen Einblick in ausgrenzende Lebenswirklichkeiten und -erfahrungen von jungen Menschen zu geben, so wie sie sich in ihrem Alltag abspielen. Darüber hinaus soll durch die institutionsübergreifende Arbeit ein Austausch über diese Lebenserfahrungen untereinander ermöglicht werden.


Foto: Andreas Anders
Viele Akteure mit einem gemeinsamen Ziel: (v.li.) Hasan Günes (DITIB Fatih Sultan Moschee Mölln), Jörg-Rüdiger Geschke (Gemeinschaftsschule Mölln), Hamit Cebici (DITIB Fatih Sultan Moschee Mölln), Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt, Mark Sauer (Verein Miteinander Leben), Almuth Grätsch (Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow), Bürgermeister Jan Wiegels, Joachim Grätsch (Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow) und Imam Osam Caliskan wollen die Problematik des Alltagsrassismus in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.

Die beteiligten Institutionen werden mit Beginn des neuen Schuljahres in ihren Gruppen zunächst in Gesprächen und dann in Form des improvisierten Spiels, Szenen entwickeln, aus denen sich später das Bühnenstück zusammensetzen soll. Beim Möllner Moscheeverein wird sich eine offene Theatergruppe gründen, deren Schwerpunkt das Thema „Alltagsrassismus“ sein wird. Nadeshda Gerdt und Ercan Kök werden diese Gruppe verantwortlich leiten. Hier sind alle theaterinteressierten Jugendliche willkommen, die in ihrer Freizeit, zu meist in Wochenendworkshops, regelmäßig am Projekt mitwirken wollen. Auch Theaterneulinge dürfen sich trauen und sind gerne gesehen. Alle wichtigen Informationen zu den Terminen und zum Ablauf des Theatertrainings gibt unter 0176- 32 19 48 11.

Die Teilnehmer der Theater-AG des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow, die von Almuth Grätsch organisiert wird, wollen schwerpunktmäßig das Thema „Ausgrenzung“ bearbeiten. In der Gemeinschaftsschule Mölln unterstützt Jörg-Rüdiger Geschke in der Fachschaft "Darstellendes Spiel" das Projekt mit eigenen Beiträgen zum Thema „Mobbing“ und beteiligt sich an der Durchführung der außerschulischen Theaterworkshops.

Im Ergebnis soll jede Gruppe mindestens zwei bis drei Sketche aus ihren Erfahrungsbereichen entwickeln, aus denen ein interagierendes Bühnenstück entstehen soll. Hierzu sind ab November gemeinsame Proben vorgesehen. Die künstlerische Gesamtleitung des Projektes liegt dabei in den Händen von Nadeshda Gerdt. Das Bühnenstück soll nach Möglichkeit schon in vier Monaten am 23.11.2013, den 21. Jahrestag der Möllner Brandanschläge, uraufgeführt werden.

Gefördert wird das Möllner Jugendtheaterprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur mach STARK – Bündnisse für Bildung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Diese Förderung wurde durch die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. in Form eines bundesweiten Wettbewerbes unter dem Titel „Jugend ins Zentrum“ ausgeschrieben. Der Verein Miteinander leben e.V. konnte hier mit seiner Projektidee als einzige Institution aus Schleswig-Holstein eine Förderzusage ergattern. Schlüssel zu diesem Erfolg war dabei die Gründung des im Bundesprogramm geforderten kommunalen Bildungsbündnisses zwischen den oben genannten Einrichtungen, die nach den positiven Erfahrungen des vergangenen „Till-Nasreddin-Jahres“ in Mölln leicht herzustellen war. Auch seitens der Stadt Mölln wird das Jugendtheaterprojekt unterstützt.

„Demokratiescouts“ als Finalisten für den Deutschen Bürgerpreis für
Schleswig-Holstein 2013 nominiert
 

Die „Demokratiescouts“, ein Jugendbeteiligungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. sind unter die Finalisten für den Deutschen Bürgerpreis 2013 der Initiative "für mich. für uns. für Schleswig-Holstein." gewählt worden. Dies gaben der Sozialausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages und die schleswig-holsteinischen Sparkassen jüngst bei der Vorstellungen der Nominierungen des Wettbewerbs bekannt, der in diesem Jahr unter dem Motto ,,Engagiert vor Ort: mitreden, mitmachen, mitgestalten!" steht.

Die „Demokratiescouts“, rund 35 Jugendliche aus Ratzeburg, Mölln und Lauenburg, die sich in Vorbereitung auf die Kommunalwahlen 2013 mit Unterstützung durch Möllns Streetworker Axel Michaels, Peter Linnenkohl vom Bundesprojekt "Mach mit", den Mitarbeitern des Gleis 21 und der Kieler Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt intensiv mit Demokratie und Mitbestimmung auseinandergesetzt und sich aktiv mit ihren jugendpolitischen Themen in den Wahlkampf eingebracht haben, stehen als eines von vier Projekten in der Kategorie „U 21“ im Finale. 

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Die Begeisterung über diese Nominierung war bei den beteiligten Jugendlichen natürlich groß. "Es freut uns alle sehr, dass wir nominiert sind. Wir freuen uns vor allem, dass unsere Interesse an Demokratie und Beteiligung so viel Anklang während des Projektes gefunden hat und auch weiterhin findet.", sagte Demokratiescout Labiba Ahmed.

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Auch Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. zeigte sich hoch erfreut:Dieses Projekt mit unserer Demokratiescouts hat so viel Demokratiebegeisterung bei jungen Menschen ausgelöst und war ein sehr wertvolles Zeichen bei einer Wahl, die viele Erwachsenen gar nicht mehr nutzen wollten. Die Würdigung dieses Engagement ist einfach schön.“

Freudig überrascht über die Nominierung äußerte sich ebenfalls Rüdiger Jung, Vorsitzender des Begleitausschusses des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg: "Es zeigt sich, dass mit der Förderung durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" im Kreis Herzogtum Lauenburg hervorragende Projekte unterstützt werden können und insbesondere junge Menschen hier gewürdigt werden, die nachhaltig unser demokratisches Gemeinwesen bereichern.“

Der Deutsche Bürgerpreis für Schleswig-Holstein zeichnet bereits zum zehnten Mal Menschen aus, die sich ehrenamtlich für ihre Mitbürger engagieren. Schirmherren des Wettbewerbs sind Landtagspräsident Klaus Schlie und Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein. Im regionalen Wettbewerb werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 30.000 Euro vergeben. Langjähriger Medienpartner sind NDR 1 Welle Nord und das SchleswigHolstein Magazin des NDR Fernsehens.

Aus den Nominierten die Preisträger zu ermitteln, ist nun die Aufgabe der Vergabejury, die unter dem Vorsitzenden des Sozialausschusses im August zusammen kommen wird. Die Preisträger werden am Mittwoch, den 30. Oktober 2013 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Sparkassenakademie Schleswig-Holstein in Kiel bekannt gegeben und ausgezeichnet. Die Preisträger des regionalen Wettbewerbs nehmen im Anschluss am Wettbewerb um den Deutschen Bürgerpreis auf Bundesebene teil. 

„Demokratiescouts“
mit Spaß und Leidenschaft
für mehr Wahlbeteiligung
 

Als wirkliche „Demokratiescouts“ konnten sich am vergangenen Wahlsonntag die rund 40 Jugendlichen aus Mölln, Ratzeburg und Lauenburg, die sich mit viel Engagement am großen Demokratie- und Mitbestimmungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. zur Kommunalwahl 2013 beteiligt haben, angesichts der historisch schlechten Wahlbeteiligung  fühlen. Ganz gegen den Trend haben sie sich über ein halbes Jahr hinweg mit Demokratie befasst, jugendpolitischen Themen erarbeitet und vertreten  und so den politischen Raum vor ihrer Haustür erkundet,  den die Mehrheit wohl aus dem Blick verloren hat. „Unsere Demokratiescouts waren tatsächlich und unbeabsichtigt in doppelten Sinne Scouts. Sie haben zum einen  für sich selbst die Möglichkeiten der Mitwirkung in der Kommunalpolitik entdeckt und zum anderen durch ihr Engagement der  steigenden Zahl von Nichtwählern durchaus zeigen können, dass aktiv Mitmachen und Mitgestalten weitaus besser ist und mehr Spaß macht, als desinteressiert am Rand zu stehen.“, freute sich Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. über den gelungenen Projektverlauf. 

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Während sich also am Wahlsonntag sehr viele Wahlberechtigte nicht an der Wahl beteiligten, nutzen die „Demokratiescouts“ ihre Zeit,  frei nach dem Motto „Mitbestimmung macht Laune“.

In Ratzeburg zeigten die „Demokratiescouts“, die bei ihrer Projektarbeit durch Peter Linnenkohl vom Bundesprojekt "Mach mit", den Mitarbeitern des Gleis 21  und der Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt vom „mobilen demokratietheater“ unterstützt wurden,  all die guten Eigenschaften eines richtigen Scouts. Wetterfest und voller Tatendrang zogen die rund 15 Jugendlichen mit einem Wandertheater zum Thema „Demokratie ist doch besser“ durch den Ratzeburger Stadtteil St. Georgsberg und ließen sich auch von den nur wenigen Zuschauern nicht entmutigen. Ihre Botschaft war ihnen dabei wichtig: „Wir wollen auch mitbestimmen und nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden lassen.“  Bürgermeister Rainer Voß empfing die Ratzeburger „Demokratiescouts“ vor dem Rathaus und zeigte sich von so viel Initiative für Demokratie begeistert: „Ich finde es großartig, wie die jungen Leute sich einsetzen. Auf die Demokratiescouts ist Verlass. Eine hervorragende Initiative! Auf Wunsch der Jugendlichen werde ich zusammen mit dem Stadtjugendpfleger nach den Sommerferien die Bildung eines Jugendbeirates besprechen.  Ein großer Erfolg der Demokratiescouts."

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Bei Wind und Wetter unterwegs für Demokratie und Mibestimmung - die Ratzeburger Demokratiescouts

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Abschluss eines erfolgreichen Projektes

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"Demokratiescout" Tim im Gespräch mit einem NDR-Fernsehteam

Die Möllner Demokratiescouts feierten nach dem Gang zur Wahlurne ihren Projektabschluss mit einer großen Wahlparty im Möllner Jugendzentrum und verfolgten mit Spannung die Wahlergebnisse, natürlich mit der bereitgestellten App des Kreises Herzogtum Lauenburg. Die Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung, die letztlich auch wieder zu Kommunalmandaten einer rechtsextremen Gruppierung führten, war zunächst groß, führte dann aber zu leidenschaftlichen Diskussionen, wie man Menschen für Mitbestimmung begeistern kann, so wie man sich selbst hat begeistern lassen.

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Möllner Demokratiescouts warten bei ihrer Wahlparty auf
die Ergebnisse der Kommunalwahlen

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"Streetworker" Axel Michaelis leitet das Wahlstudio

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Lena Albrecht & Band sorgten für Stimmung

Einig waren sich am Ende alle „Demokratiescouts“. Auch wenn das Projekt des Vereins Miteinander leben e.V., welches der Lokale Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert hat, jetzt beendet ist, man will „Demokratiescout“ bleiben und in der Kommunalpolitik gehört werden und mitwirken. Denn unsere Demokratie braucht ganz offensichtlich ihre jungen Scouts.

"Demokratiescouts" zu Besuch bei Ministerpräsident Torsten Albig

Sie nennen sich "Demokratiescouts" und sind eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von politisch engagierten Erst-, Jung- und "Noch-Nicht"-wählerInnen aus Ratzeburg, Mölln und Lauenburg, die das gemeinsame Ziel verbindet, jugendpolitische Wünsche und Interessen im anstehenden Kommunalwahlkampf sichtbar zu machen und zu vertreten. Sie verstehen Demokratie als Mitmach-Projekt, das nicht nur das Kreuz auf dem Wahlzettel umfasst oder abhängig immer ist vom Wahlalter. Mitbestimmen, sich bemerkbar machen und für seine Interessen eintreten kann jeder zu jederzeit. In diesem Sinne beschäftigen sich die "Demokratiescouts" bereits seit dem vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema "Mitbestimmung" und haben gemeinsam verschiedene Demokratie-Workshops durchlaufen, in denen ihnen demokratisches Handwerkszeug vermittelt wurde. Im Rahmen eines Jugendforums im März wurden die für sie wichtigen „Wahlkampfthemen“ erarbeitet und anschließend grafisch auf großformatige Plakate umgesetzt, die in Kürze kreisweit ausgehängt werden sollen.

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Ministerpräsident Torsten Albig empfängt die "Demokratiescouts"
im Kieler Landtag

Die Ergebnisse ihrer Arbeit konnten die „Demokratiescouts“ in der vergangenen Woche Ministerpräsident Torsten Albig in Kiel präsentieren, der die Gruppe zu einem gemeinsamen Gespräch im Rahmen eines Landtagsbesuches eingeladen hatte. Neben der Vorstellung ihrer „Wahlplakate“ standen als Themen dabei Kinder- und Jugendbeteiligung und die Verständlichkeit von Politik und Politikern im Vordergrund, aber auch ganz aktuelle politische Problemstellungen, wie die Verkehrssituation an der B5 in Lauenburg oder das kommunalen Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger, das gerade im Kieler Landtag beraten wird.

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"Demokratiescouts" im Gespräch mit dem Ministerpräsidenten

Demokratiescout Mohammend Wafai (15) aus Ratzeburg machte hier seinen Standpunkt sehr deutlich: „Viele meiner Freunde und aus meine Familie möchten gerne wählen, dürfen es aber nicht. Alle Deutsche dürfen wählen, aber viele wollen es offensichtlich nicht. Daher verstehe ich nicht, warum wir nicht dürfen.“ Eine Aussage, die den Ministerpräsidenten sichtlich beeindruckte.

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Im Anschluss an das Gespräch nahmen die „Demokratiescouts“ an einer Sitzung des Landtages teil, um sich einmal genau anzuschauen, wie Politik gemacht wird. Am Nachmittag stand ein Besuch im Kieler Jugendbüro auf dem Programm. Jugendliche aus Kiel berichten den „Demokratiescouts“, wie Kinder- und Jugendbeteiligung in der Landeshauptstadt aktiv gelebt wird und welche Erfahrungen man dort bereits machen konnte.

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Chrissi Agrianidou vom Jugendbüro Kiel begrüßt die "Demokratiescouts"

Jetzt steht wieder die jugendpolitische Arbeit im Kreis auf der Tagesordnung, schließlich gilt es, in den kommenden Tagen mit den „Demokratiescout“-Plakaten die Jugend in den Kommunalwahlkampf einzubringen.

Das Beteiligungsinitiative „Demokratiescouts“ ist ein Kooperationsprojekt des Verein Miteinander leben e.V. in Mölln mit dem Möllner Jugendkomitee, dem Kreisjugendring, den den Ratzeburger Jugendeinrichtungen GLEIS21, Stellwerk sowie dem Bundesprojekt „Mach mit“ und wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Jugendbildungsprojekt OPEN MIND
plant Bildungsreise für Lehrkräfte zur Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel


Der Verein Miteinander leben e.V. plant im Rahmen des Jugendbildungsprojektes OPEN MIND erstmalig in diesem Jahr eine Bildungsreise zur Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel. In der Zeit vom 30.9.13 bis 05.10.13 soll unter Leitung von Dr. Noa B. Mkayton ein 4-tägiges Seminar zum Holocaust in Jerusalem/Israel stattfinden, dass sich in deutscher Sprache gezielt an Lehrkräfte mit dem Schwerpunkt Geschichte oder Deutsch richten. Es werden dabei didaktische Aspekte berücksichtigt sowie Materialien vorgestellt. Gleichzeitig werden Workshops mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten angeboten und auch jüdische Zeitzeugen mit einbezogen. Die Bildungsreise wird nach Vorabsprache mit dem Bildungsministerium Schleswig-Holstein als Fortbildung anerkannt werden. Eine Freistellung vom Unterricht ist entsprechend in Aussicht gestellt.

Für die
Fortbildung entstehen den Teilnehmern Kosten in Höhe von rund 1.000 € (Flug, Unterkunft, Seminargebühren und Nebenkosten).

Im Anschluss an dieses Seminar wird es die Möglichkeit geben, privat an einer 5-tägigen Rundreise vom 06.10. – 10.10.2013 durch das Land teilzunehmen. Die Kosten hierfür betragen rund 700 €.

Das Programm wird auf deutscher Seite maßgeblich durch Gabriele Hannemann, als Projektleiterin von OPEN MIND, organisiert. Sie verfügt über vielfältige Kontakte und profunde Reiseerfahrung in Israel und kooperiert dort mit dem Reiseveranstalter S.K. Tours in Nature.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Personen, die sich zu dem Seminar anmelden, werden im Vorwege zu einem Informationsabend zur Reise eingeladen. Termin und Ort werden noch bekannt gegeben. Interessenten sollten sich bis spätestens Ende April unter yadruth@gmx.de bei Gabriele Hannemann melden.

"Demokratiescouts" setzen jugendpolitische Themen für die Kommunalwahlen

Sie nennen sich "Demokratiescouts" und sind eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von politisch engagierten Erst-, Jung- und "Noch-Nicht"-WählerInnen aus Ratzeburg, Mölln und Lauenburg, die das gemeinsame Ziel eint, jugendpolitische Wünsche und Interessen im anstehenden Kommunalwahlkampf sichtbar zu machen und zu vertreten. Sie verstehen Demokratie als Mitmach-Projekt, das nicht nur das Kreuz auf dem Wahlzettel umfasst oder abhängig immer ist vom Wahlalter. Mitbestimmen, sich bemerkbar machen und für seine Interessen eintreten kann jeder zu jederzeit. In diesem Sinne beschäftigen sich die "Demokratiescouts" bereits seit dem vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema "Mitbestimmung" und haben gemeinsam verschiedene Demokratie-Workshops durchlaufen, in denen ihnen demokratisches Handwerkszeug vermittelt wurde. 

In Vorbereitungen auf die Kommunalwahlen am 26.05.2013 haben sich alle "Demokratiescouts" vergangene Woche zu einem gemeinsamen Jugendforum im Jugendzentrum Schwarzenbek getroffen, um in einem Moderationsprozess ihre "Wahlkampfthemen" zu finden und zu formulieren. Unter Anleitung von Axel Michaelis und Bianca Nagel wurde mit viel Spaß aber auch großem Ernst darüber diskutiert, was ihnen in ihrer Gemeinde, aber auch generell wichtig ist.

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Neben konkreten Alltagswünschen, wie öffentliche Plätze als Treffpunkte für Jugendliche, standen dabei auch handfeste politische Forderungen auf der Agenda, wie beteiligt werden zu wollen an kommunalpolitischen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen. Häufig wurde auch geäußert, dass man Politik „checken“ können muss und Politiker sich daher auch die Zeit nehmen sollen, ihre Positionen zu jugendpolitischen Themen verständlich zu erklären. Meistens wisse man gar nicht, wen man in der Kommune überhaupt als Politiker ansprechen könne, der für Jugendfragen Auskunft gibt.

Dass "Politik machen" dabei nicht keineswegs langweiliges Gerede ist, sondern auch Spaß machen und kreativ sein kann, zeigten die Ratzeburger "Demokratiescouts, die zu Wahlwerbezwecken ein Theaterstück einstudiert haben, das zeigen soll, wie fern Demokratie jungen Menschen manchmal scheint, aber doch nicht ist.

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Peter Linnenkohl und Christian Klingbeil vom GLEIS 21 als „Superpädagogen“, die den „Demokratiebaum“ anpreisen und zunächst wenig begeistern

Die inhaltlichen Ergebnisse des Jugendforums werden jetzt mit Unterstützung eines Grafiker in Slogans und Plakatform gebracht und sollen dann zur "heißen Wahlkampfphase" als Wahlplakate der "Demokratiescouts" im öffentlichen Raum präsentiert werden.

Zwischenzeitlich dürfen sich die "Demokratiescouts" noch über eine Einladung in den Kieler Landtag freuen. Dort werden sie auch mit Ministerpräsident Torsten Albig zusammentreffen.

Das "Demokratiescout"-Projekt wird vom Verein Miteinander leben e.V. getragen und gefördert vom Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND
des Vereins Miteinander leben e.V.
bilanziert das erfolgreichste Projektjahr seit Bestehen

Das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND des Vereins Miteinander leben e.V. hat in dem 10. Jahr seines Bestehens eine besonders erfolgreiche Bilanz verzeichnen können. Mit sehr unterschiedlichen Bildungsangeboten zu den Themenbereichen „Judentum, Antisemitismus und Holocaustvermittlung“ und „Demokratieerziehung“ konnten 2012 insgesamt 1.425 Schülerinnen und Schüler erreicht werden, davon 1.035 direkt im Kreisgebiet. Hinzu kamen rund 80 Lehrkräfte, die nicht nur projektbegleitend teilnahmen, sondern auch die Fortbildungsmöglichkeiten des Projektes in Kooperation mit dem Gedenkstättenverein Yad Vashem nutzten. 


Yad-Vashem-Ausstellung
„BESA - Eine Frage der Ehre 
Wie albanische Muslime Juden retteten“

Das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND wurde 2012 erstmalig in zwei Modulen angeboten. Das bewährten Angebot „Kinder mit dem gelben Stern“ unter der Leitung von Gabriele Hannemann von der Astrid-Lindgren-Schule in Mölln setzte mit einem qualifizierten Projektunterricht, Exkursionen zu Gedenkstätten, der Vermittlung von zahlreichen Zeitzeugenbesuchen und der Präsentation der Yad-Vashem-Ausstellung „BESA - Eine Frage der Ehre – Wie albanische Muslime Juden retteten“ viele Akzente, die von Schulen aller Schularten in Büchen, Geesthacht, Aumühle, Mölln und Ratzeburg, aber auch in Lübeck, Bad Schwartau und Hamburg gerne angenommen wurden. Als Expertin zum Thema „Judentum“ und „Holocaustvermittlung“ leitete Gabriele Hannemann den Unterricht vielfach selbst oder wirkte beratend bei der Ausgestaltung von Projektwochen zu diesen Themen mit. Das Angebot „Kinder mit dem gelben Stern“ wird seit Bestehen vom Kreis Herzogtum Lauenburg und dem Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein gefördert. 


Zeitzeugin Batsheva Dagan (Mitte) zu Besuch in Ratzbeurg

Als zweiter Projektbaustein konnte sich das „mobile demokratietheater“ unter der Leitung von Nadeshda Gerdt etablieren. In 14 zweitägigen Workshops in Büchen, Mölln, Sandesneben, Schwarzenbek und sogar in Halstenbek arbeitete die Kieler Theaterpädagogin mit rund 300 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 7 – 10 spielerisch, aber intensiv an der Fragestellung „Was bedeutet Demokratie für dich und deinen Alltag?“. Das weitreichende Angebot des „mobilen demokratietheaters“ konnte maßgeblich durch das großzügige Engagement des Inner Wheel Club Herzogtum Lauenburg und des Rotary Club Herzogtum Lauenburg-Mölln, die zugunsten dieses Projektmoduls im Rahmen einer Auktion 8.000,00 € als Spenden einwerben konnten, sichergestellt werden. 

Der Vorsitzende des Vereins Miteinander leben e.V., Mark Sauer, zeigte sich mit dem Ergebnis der Projektarbeit hoch zufrieden. „Wir konnten unser selbstgestecktes Projektziel, möglichst viele junge Menschen im Kreis über die unterschiedlichen Projektangebote zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den grundlegenden Themenkomplexen „Ausgrenzung“ und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ zu bewegen, deren Ausprägungen von Antisemitismus über Rechtsextremismus bis hin zum Mobbing reichen, mehr als erreichen. Zudem haben wir mit dem Angebot des „mobilen demokratietheaters“ an einer positiven, demokratischen Wertsetzung arbeiten können.“ 

Das Angebot des Jugendbildungsprojektes OPEN MIND soll auch im Projektjahr 2013 in dieser Weise fortgesetzt werden. Als besonderen Höhepunkt plant der Verein Miteinander leben e.V. dabei eine Fortbildungsreise für Lehrkräfte nach Israel zu einem 5-tägigen Seminar in die Holocaustgedenkstätte Yad Yashem mit anschließender Rundreise in Israel. Das Thema „Zeitgemäße Holocaust-Vermittlung im Unterricht“ soll dabei im Fokus stehen. Interessierte Lehrkräfte können sich unter yadruth@gmx.de bei Gabriele Hannemann informieren lassen.

"Demokratiescouts"

Lokaler Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg  fördert Jugenddemokratieprojekt  des Vereins Miteinander leben e.V.

Der Lokale Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg, der mit rund  95.000 Euro  aus dem Bundesprogramm  „TOLERANZ FÖRDERN –KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesfamilienministeriums in diesem Jahr schon 11 Projekte für gelebte Multikulturalität, gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und eine starke Demokratie gegen (Rechts-)Extremismus von unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen im Kreisgebiet gefördert hat, ist es auf der jüngsten Sitzung seines  Begleitausschuss in der Serrah Moschee Schwarzenbek übereingekommen, einer weiteren Projektidee in diesem Jahr das Vertrauen auszusprechen.

Zusammen mit verschiedenen Projektpartnern aus der Jugendarbeit in Ratzeburg, der Volkhochschule Schwarzenbek sowie Fachleuten aus den Bereichen der Kreisjugendpflege, der Theaterpädagogik sowie aus Medien und Grafik plant der Verein Miteinander leben e.V. die Ausbildung von jugendlichen „Demokratiescouts“, die schwerpunktmäßig in Mölln, Ratzeburg und Schwarzenbek in ihrer „Peer“-Gruppe für die Teilnahme an der Kommunalwahl 2013 werben,  jugendpolitische Forderungen sammeln, erarbeiten, und aktiv in den Wahlkampf einbringen und mit Jugendlichen im Rahmen von „Wahlpartys“ von den Jugendzentren aus gemeinsam zur Wahl gehen sollen. Dabei ist eine enge Einbindung von Schulen geplant und erwünscht . Das Projekt soll Beteiligungsprozesse von Jugendlichen stärken und Demokratie als „Mitmach-Projekt“ vermitteln, in dem es unter anderem auch darum geht, den eigenen Interessen  Gehör und Raum zu verschaffen.

Der Lokale Aktionsplan der Stadt Lauenburg erwägt, sich an diesem Projekt in Kooperation mit der Jugendarbeit in Lauenburg zu beteiligen.

Wanderausstellung von Yad Vashem

"BESA- Eine Sache der Ehre"
Wie muslimische Albaner Juden retteten

17.09. - 21.09.2012

Ratssaal des Ratzeburger Rathauses
während der Öffnungszeiten

In der kommenden Woche zeigt das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND des Vereins Miteinander leben e.V. die Wanderausstellung "BESA - Eine Sache der Ehre" der Gedenkstätte Yad Vashem im Ratsaal des Ratzeburger Rathauses. Die Ausstellung thematisiert anhand von Biographien eine sehr bemerkenswerte Facette aus der Zeit des Holocaust, die sich in Albanien ereignete und bis heute wenig im europäischen Bewusstsein verankert ist.

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Albanien mit seiner muslimischen Bevölkerungsmehrheit erreichte, woran viele andere europäische Nationen scheiterten: Fast alle Juden, die während der deutschen Besetzung auf albanischem Staatsgebiet lebten, wurden gerettet. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie albanischer oder ausländischer Herkunft waren.

Ihre Hilfe gründete auf Besa, einem ethischen Prinzip, das den Albaner bis heute normative Orientierung bietet. Besa bedeutet „ein Versprechen halten": Jemand, der sein Wort hält, dem man sein eigenes Leben anvertrauen kann und auch das seiner Nächsten. Juden und Nichtjuden gleichermaßen zu helfen, war für die muslimischen Albaner eine Frage der Ehre. Bis Januar 2010 wurden 69 Albaner von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern" geehrt.

Die albanische Bevölkerung bewies außerordentlichen Mut, als sie sich weigerte, dem Befehl der deutschen Besatzer Folge zu leisten, die in ihrem Land lebenden Juden auszuliefern. Viele Regierungsangehörige statteten jüdische Familien mit falschen Papieren aus, die ihnen ein normales Leben als Teil der Bevölkerung gestatteten. Die Albaner schützten nicht nur ihre eigenen jüdischen Bürger, sondern gewährten auch jüdischen Flüchtlingen Zuflucht, die in ihrem Land nach Rettung suchten.

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Die Ausstellung zeigt Porträts von albanischen Muslimen, die während der Shoa jüdische Mitmenschen vor der Vernichtung retteten. Die Aufnahmen stammen von dem amerikanischen Fotografen Norman Gershman. Sie wurden erstmalig am Internationalen Holocaustgedenktag 2008 im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York gezeigt.

Die Ausstellung kann vom 17.09. - 21.09.2012 während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Sie bleibt kurzfristig geschlossen, wenn Schulklassen im Rahmen der Ausstellung einen Projektunterricht durchführen.

Die Ausstellung wird auf Initiative des Vereins Miteinander leben e.V. vor allem an Schulen der Region gezeigt. Sie gastierte bereits wochenweise an der Gemeinschaftsschule Bergedorf, der Oberstadtschule Geesthacht, ist aktuell an der Gemeinschaftsschule Büchen zu sehen und wird nach dem Zwischenstopp in Ratzeburg noch am Marion-Dönhoff-Gymnasium in Mölln gezeigt werden.

"Zerrissene Welten"
Lesung mit Anatol Egbuna


Freitag, den 31.08.2012 um 18.00 Uhr
"Lohgerberei", Lohgerbergang, Mölln

Der 1978 geborene Autor berichtet auf ergreifende Weise von seinem Leben in Nigeria und Deutschland. Geboren als Sohn eines Nigerianers und einer deutschen Mutter, wuchs er bis zu seinem 18. Lebensjahr in Nigeria auf. Als die Mutter die Familie verlässt und nach Deutschland zurückkehrt, beginnt für den damals vierjährigen Jungen ein Martyrium. Die nigerianische Stiefmutter akzeptiert ihn nicht und lässt ihn dies spüren, auch der Vater bietet ihm keinen Halt. Immer wieder wird Anatol Egbuna als Weisser, „OYIBO“ ausgegrenzt. Mit 17 Jahren flieht er nach Deutschland und erlebt hier die Ausgrenzung als „Neger“. Er bekommt jedoch auch Unterstützung und schafft es mit eisernem Willen, trotz seiner teilweise erschütternden Erlebnisse sein Leben zu meistern. Seine Erlebnisse hat er in zwei Büchern festgehalten, aus denen er liest. Anschließend ist bei einem Imbiss Gelegenheitv zum Austausch.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

"Unter Nazis"
Erfahrungsbericht von Birgit und Horst Lohmeyer, Jamel 
11.05.2012, 18:00 Uhr
Begegnungsstätte "Lohgerberei", Mölln

Der Verein Miteinander Leben lädt am Freitag 11.05.2012 um 18.00 Uhr zu einem spannenden Erfahrungsbericht von Birgit und Horst Lohmeyer in die Lohgerberei ein.

Unter dem Titel „Unter Nazis“ berichtet das Ehepaar vom Leben in Jamel südlich von Schwerin, wo sie nach ihrem Umzug vor 7 Jahren feststellten, dass der Ort von Neo-Nazis beherrscht wird, etwa die Hälfte der Einwohner der rechtsextremen Szene zu zu ordnen sind. Mit Musik und Kunst setzen sie seitdem dort ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus: "Wir wollten dieses Dorf aus dem rechten Dornröschenschlaf rütteln und reißen, indem wir halt Öffentlichkeit schaffen", sagt Birgit Lohmeyer.

Die beiden wurden mit verschiedenen Preisen für ihr Engagement ausgezeichnet: dem Bürgerpreis der deutschen Zeitungen im Jahr 2012 und dem "Paul Spiegel-Preis für Zivilcourage 2011" des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie der Auszeichnung "Held des Nordens 2011". Die Preise und die Berichterstattung darüber machen das Leben in Jamel allerdings nicht leichter, es geschehen persönliche Bedrohungen und Sachbeschädigungen. Dennoch wird das Ehepaar bleiben und weiter zur Wehr setzen.

Nicht schweigen - einmischen - wie dies Birgit und Horst Lohmeyer über die Jahre gelungen ist, wollen sie in ihrem Bericht veranschaulichen und mit ihrem Beispiel Mut machen.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Nach dem Vortrag gibt es bei einem Imbiss Gelegenheit zum Austausch mit den Referenten.

Auktion zu Gunsten des Projektes "mobiles demokratie theater"
Rotary Club Herzogtum Lauenburg-Mölln und
Inner Wheel Club Herzogtum Lauenburg - Distrikt 89

28.04.2012, 15:00 Uhr
Ratzeburger Ruderclub, Ratzeburg

Mehr als 200 attraktive Antiquitäten, Bilder bekannter Künstler wie A. Paul Weber, Porzellan, Schmuckstücke und Dekorationsgegenstände kommen am 28.04.2012 in Ratzeburg zur Versteigerung. Die Gegenstände wurden von Mitgliedern von Rotary und InnerWheel zum Teil kostenfrei oder zu sehr günstigen Konditionen eingestellt, so dass mitwirklichen „Schnäppchen“ zu rechnen ist.

Die Versteigerung erfolgt öffentlich, freiwillig und meistbietend durch den öffentlich bestellten Auktionator Harro-Meinert Petersen Namens und im Auftrage des Inner Wheel Club Herzogtum Lauenburg und des Rotary Club HerzogtumLauenburg-Mölln.

Mit dem Reinerlös nach Abzug der Kosten wird das Projekt "mobiles demokratie theater" des Vereins Miteinander leben e.V. unterstützt, ein theaterpädagogisches Angebot für Schulen und Jugendeinrichtungen zur Demokratieerziehung.  

Eine Vorbesichtigung aller angebotenen Gegenstände ist am 27. April 2012 von 13.00 bis 18.00 Uhr sowie am 28. April von 14.00 bis 15.00 Uhr im Ratzeburger Ruderclub möglich. Während der Vorbesichtigung und vor und während der Auktion werden kalte und warme Getränke sowie Kuchen angeboten. Der Reinerlös aus diesem Verkauf fließt ebenfalls in das obenangegebene Projekt ein.


Jugendarbeit "OPEN MIND" des
Vereins Miteinander leben e.V. ausgezeichnet

Der unter dem Projekttitel OPEN MIND firmierende Jugendarbeit des Vereins Miteinander leben e.V. ist am 16.03.2012 durch das „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) als vorbildliche Initiative der Zivilgesellschaft die Auszeichnung „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ verliehen wurden. 

Im Rahmen eines Festaktes im Rokokosaal des Herrenhauses in Ratzeburg erhielt der Verein zusammen mit sechs weiteren norddeutschen Preisträgern die Preisträgerurkunden aus den Händen des BfDT-Beiratsmitglieds Dr. Cornelia Sonntag-Wolgast, Parlamentarische Staatssekretärin a.D..


Foto: Horst Kömme

Ein Bilderbogen von Jens Butz

In einer Laudatio lobte Mölln Bürgermeister Jan Wiegels die langjährige Jugendarbeit des Vereins, die es seit 2002 gibt und ihr Angebot über die Jahre kontinuierlich ausgebaut hat. Zum ursprünglich entwickelten Projektbaustein „Mölln nach Mölln“, der sich mit dem Themenkomplex „Rechtsextremismus“ und „Möllner Brandanschläge“ befasst, kamen mit Projektleiterin Gabriele Hannemann der Projektbaustein „Kinder mit dem gelben Stern“ dazu, welcher auf die Vermittlung der jüdischen Kultur und des Holocausts unter Beteiligung von Zeitzeugen konzentriert. In der Folge stieß als weiteres Angebot der Baustein „Share my music – share my thoughts“ zur Jugendarbeit des Vereins. Im Gefolge der Möllner Folksfeste werden hier seit 2006 Schulkonzerte und Mitmach-Workshops mit Weltmusikern organisiert, um über die Musik Zugang zu fremden Kulturen zu vermitteln. Das jüngste Projektangebot im Rahmen von OPEN MIND ist das „Mobile Demokratietheater“, dass Demokratie mit dem Möglichkeiten der darstellenden Spiels erfahrbar und erlebbar machen und Jugendliche zeigen möchte, was die Demokratie für den eigenen Alltag eigentlich bedeutet.

Die Jugendarbeit OPEN MIND wird weitgehend ehrenamtlich organisiert und durch Mittel des Kreises Herzogtum Lauenburg, der Stadt Mölln und des Landes Schleswig-Holstein gefördert.

Die Projektbewerbung „OPEN MIND“ des Vereins Miteinander leben e.V beim Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ wurde von der Jury unter 411 Bewerbungen bundesweit ausgewählt und als ein Hauptpreisträger ausgezeichnet.


"Der Till heckt mit dem Nasreddin"
Deutsch-türkisches Projektjahr 2012 startet im Februar

Deutsch-türkische Begegnungen sind alltäglich - auf der Straße, in der Schule, in den Geschäften, bei der Arbeit ... Man lebt seit Jahrzehnten mit- und auch nebeneinander und teilt viele Gemeinsamkeiten - trotz unterschiedlicher Kulturen und Religionen.


Auch im Humor ist man sich ähnlicher als gedacht ... steht doch Till Eulenspiegel für das norddeutsche Narrentum - wie der Nasreddin Hodscha in der Türkei als gelehrter Schalk dafür genauso bekannt und berühmt ist.

Nasreddin Hodscha - der türkische Till Eulenspiegel ?
Till Eulenspiegel - der deutsche Nasreddin Hodscha ?

Diese beiden Figuren sollen im Rahmen des deutsch-türkischen Projektjahres 2012 "Der Till heckt mit dem Nasreddin" das gesellschaftliche Leben in Mölln mit Witz und Aktionen begleiten. Zusammen mit zahlreichen Organisationen, Schulen, Vereinen, Künstlern, Kirchen und der Moschee haben der Möllner Verein "Miteinander Leben" und die Stadt Mölln für das Jahr 2012 eine vielfältige Reihe von Projekten und Aktivitäten konzipiert, die einladen möchten zu Begegnungen ... mit Till, mit Nasreddin, mit Deutschen und Türken in unserer Stadt.

Das deutsch-türkische Projektjahr startet am 04. Februar um 19:30 Uhr im Stadthauptmannshof mit Lesung, Musik und Gespräch. "Der Till heckt mit dem Nasreddin - Weisheit und Narretei: Eine unterhaltsame Annäherung an zwei närrische Weise". Zu hören sein werden die Till- und Nasreddin-Lieblingsgeschichten von bekannten Möllnerinnen und Möllnern. Dazu gibt es traditionelle Musik aus der Türkei sowie aus Norddeutschland und für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt sein. Kurz: Ein launig-unterhaltsamer bis nachdenklicher Einstieg in ein buntes Jahr mit Nasreddin Hodscha und Till Eulenspiegel. Der Auftakt zur Veranstaltungsreihe ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Verein Miteinander leben e.V., dem Folkclub Herzogtum Lauenburg sowiue der Stiftung Herzogtum Lauenburg . Der Eintritt ist frei.

Am 10. Februar um 20:00 Uhr schließt sich ein Deutsch-Türkisches Tanzhaus im Stadthauptmannshof Mölln mit türkischen und deutschen Musikern an. Ein Davul- und ein Zurna-Spieler aus Hamburg sowie die Gruppe Saitenbalg aus Mölln laden zum gemeinsamen Tanz Es trifft also anatolische Hochzeitsmusik auf norddeutsches "Danz-Up-De-Deel". Anders als z.B. bei traditionellen Volkstanzgruppen sollen hier Tänze nicht vorgeführt werden. Im Mittelpunkt steht das Mitmachen. Das unmittelbare gemeinschaftliche Erleben von schönen Musiken und der beinahe unendlichen Vielfalt von Rhythmen, Tanzschritten und Formen machen den besonderen Reiz des Mitmachtanzens aus. Meist wird im großen Kreis oder in Reihen getanzt. Eine wunderbare Art, zusammen zu kommen, Spaß zu haben und die Live-Musik zu genießen. Zwei erfahrene Tanzmeister werden einfache Tänze jeweils erklären, so dass wirklich alle mitmachen können! Auch hier ist der Eintritt frei.

Ausführliche und aktuelle Informationen und Termine zu den weiteren Veranstaltungen können im Internet unter www.till-nasreddin.de eingesehen werden.

Jugendtheatergruppe „Mölln nach Mölln“ erhält Bundesjugendpreis
des Vereins Gegen das Vergessen Für Demokratie e.V.
für das Theaterstück BRANDMAL

Jugendthteaterprojekt BRANDMAL

Der Verein Gegen das Vergessen Für Demokratie e.V. hat dem Verein Miteinander leben e.V. mitgeteilt, dass das Jugendtheaterprojekt "Mölln nach Mölln" mit dem Bundesjugendpreis 2011 ausgezeichnet werden soll. Die Vereinsjury bestehend aus Dr. h.c. Joachim Gauck, Eberhard Diepgen, Prof. Dr. Bernd Faulenbach und Cornelia Schmalz-Jacobsen haben in ihrer Entscheidung einmütig die Entwicklung des Theaterstücks BRANDMAL als vorbildliche Auseinandersetzung mit den Möllner Brandanschlägen gewürdigt, einem zeitgeschichtlichen Geschehen gewürdigt, das in seiner Wirkung durchaus als Zäsur in der bundesdeutschen Geschichte zu verstehen ist und daher gerade jungen Menschen auch im Gedächtnis bleiben sollte.

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung werden die jugendlichen Darsteller um die Theaterpädagogen Nadeshda Gerdt und Annika Goos am 30.10.2011 in der Bremer Bürgerschaft zusammen mit dem Schriftsteller Rafik Shami geehrt, der den Bundespreis zugesporchen bekam.

"No Child's Play - Kein Kinderspiel
Jugendbildungsprojekt "OPEN MIND" präsentiert Ausstellung
des Freundeskreis Yad Vashem
vom 05.09. - 16.09.2011 im
Ratsaal des Ratzeburger Rathauses

Das Jugendbildungsprojekt OPEN MIND des Vereins Miteinander leben e.V. zeigt in Kooperation mit dem Ratzeburger Bündnis die Ausstellung "No Child's Play - Kein Kinderspiel" - des Freundeskreis Yad Vashem vom 05.09. - 16.09.2011 im Ratsaal des Ratzeburger Rathauses.

Kein Kinderspiel

IIn der Ausstellung „Kein Kinderspiel" geht es um die Lebensumstände jüdischer Mädchen und Jungen in der Nazizeit. Durch die Fokussierung auf Kinder ist sie in besonderer Weise für junge Menschen geeignet, einen persönlichen Bezug zur Thematik des Holocausts entwickeln zu können.
Die Ausstellung wurde von der „Stichting Vrienden van Yad Vashem Nederland" und Joop Levy, der als Kind selbst vor den Nazis in den Niederlanden "untertauchen" musste, zusammengestellt. Auf 15 Tafeln ist die Lebensgeschichte jüdischer Kinder vor dem und während des Zweiten Weltkrieges dargestellt. Auch diese Mädchen und Jungen wurden von den Nazis als minderwertig diffamiert, vom Leben in ihren Wohnorten abgeschnitten, öffentlich beschimpft, verstoßen und zum Schluss sogar, wie fast alle ihre Familienangehörigen, deportiert. Viele kamen dann in den Konzentrationslagern um, in Ausnahmen überlebten sie die Verfolgung in Verstecken.

Zur Ausstellung wurde auch didaktisches Material erarbeitet, u. a. eine DVD mit dem Titel „Ich bin ein echter Glücksvogel", in der Joop Levy in Bezug auf sein Holzflugzeug mit drei Schülerinnen über seine von schlimmen Erlebnissen geprägte Jugendzeit spricht.

Die Ausstellung soll am 05.09.2011 um 14:30 Uhr im Ratssaal offiziell eröffnet werden. Gabriele Hannemann, Leiterin des Jugendbildungsprojektes OPEN MIND wird eine Einführung zu den gezeigten Tafeln geben und die Bedeutung einer kindgerechten Holocaustvermittlung an Schulen skizzieren.
Nachfolgend kann die Ausstellung während der allgemeinen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Insbesondere Schulklassen sind eingeladen, die Ausstellung zu besuchen.

Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite von Yad Vashem in englischer Sprache. Die Ausstellung selbst ist in einer deutschsprachigen Version erhältlich.