10. Regionalkonferenz
Rechtsextremismus & Demokratieförderung

Die Regionalkonferenz "Rechtsextremismus & Demokratieförderung", das bedeutendste, überregionale Plattform für Wissensvermittlung, Austausch und Vernetzung zum Themenkomplex "Rechtsextremismus & Rechtspopulismus" im norddeutschen Raum,  macht am 10.11.2018 ab 09:30 Uhr zu ihrem 10. Jubiläum auf Einladung der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen erneut Station in Ratzeburg. In der Lauenburgischen Gelehrtenschule werden wieder bis zu 120 Akteure aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft erwarten, die sich einen Tag lang zu aktuellen Entwicklungen in der rechtsextremen Szene informieren, über geeignete und wirksame Strategien gegen solche Strukturen und die damit verbundenen menschenfeindlichen Haltungen diskutieren und sich im wichtigen länderübergreifenden Austausch vernetzen wollen. Die Regionalkonferenz steht dabei nicht nur einem Fachpublikum offen. Auch interessierten Bürger*innen, die sich erstmalig mit diesen Themen befassen, sollen mit dem Workshopangebot angesprochen werden.

"In den letzten Jahren kam es in Deutschland zu einem deutlichen Anwachsen von Rassismus, Muslimfeindschaft, Antisemitismus und menschenfeindlichen Einstellungen gegenüber Minderheiten. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger Menschen, die demokratische Werte leben und fördern, zusammen zu bringen, in ihrem Handeln zu stärken und zu qualifizieren. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Stärkung demokratischer Akteure und Ideen in den ländlich geprägten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins zu", sagte Dr. Daniel Trepsdorf vom RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, der zusammen mit dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck der AWO S.-H., dem Ratzeburger Bündnis, dem Verein Miteinander leben e.V. und dem Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn einmal jährlich diese bundesländerübergreifende Konferenz an jeweils unterschiedlichen Orten ausrichtet. Über 1.300 Multiplikatorinnen, Multiplikatoren und Akteure gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus konnten im Rahmen der Regionalkonferenz, bereits handlungsorientiert geschult, überregional vernetzt und fachlich-inhaltlich fortgebildet werdet. Ein Anspruch, dem sich die Organisatoren auch in diesem wieder stellen, mit einem umfangreichen Workshopprogramm, dass völkischen Rechtsextremismus ebenso beleuchtet, wie die Verschränkungen zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, rassistische Meinungsmache im Netz oder das Phänomen der "Neuen Rechten". Überdies wird unter dem Titel "Vielfalt in Organisationen" darüber diskutiert, warum sich die Realität der Migrationsgesellschaft nicht Politik, Verwaltung, Bildung und Medien widerspiegelt und inwiefern Verschwörungstheorien als im Kern stark antisemitisch entlarvt werden können. Zusammen mit dem Ratzeburger Jugendbeirat wird zudem ein Jugendworkshop angeboten. Ercan Kök vom Verein Miteinander leben e.V. lädt zu einem aktiven und interaktiven Toleranztraining ein.

Die 10. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung als länderübergreifendes Gemeinschaftsprojekt (vl.) Karl Schneider und Gesine Biller von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, Dr. Daniel Trepsdorf vom RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, Bürgermeister Rainer Voß, Torsten Nagel, Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus der AWO Schleswig-Holstein, Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. und Petra Linzbach vom Fachdienst Jugendschutz des Kreises Stormarn © Andreas Anders - herzogtum direkt

Die 10. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung als länderübergreifendes Gemeinschaftsprojekt (vl.) Karl Schneider und Gesine Biller von der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, Dr. Daniel Trepsdorf vom RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, Bürgermeister Rainer Voß, Torsten Nagel, Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus der AWO Schleswig-Holstein, Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. und Petra Linzbach vom Fachdienst Jugendschutz des Kreises Stormarn © Andreas Anders - herzogtum direkt

Die 10. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung wird eröffnet mit einem Grußwort von Landtagspräsident Klaus Schlie und einer Eröffnungsrede von Pröpstin Frauke Eiben. Dabei wird soll der Blick zurückgeworfen werden auf die Bedeutung der Konferenz bei der Vermittlung erprobter Konzepte zur Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Einstellungen und die damit verbundenen konkreten Erfolgen beim Zurückdrängen von Rechtsextremismus in unseren Regionen aufgezeigt und gewürdigt werden.

"Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland aber auch in ganz Europa, wo über rechtspopulistische Strömungen rechtsextremen und rassistische Haltungen und Einstellungen Gehör und Eingang  in die Mitte der Gesellschaft finden, ist es wichtiger denn je, an dieser Arbeit festzuhalten",beschrieb Bürgermeister Voß als einer der Initiatoren der Regionalkonferenz deren immer noch hochaktuellen Auftrag. 

Die Teilnahme an der 10. Regionalkonferenz "Rechtsextremismus & Demokratieförderung" wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung und die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" und ist somit für alle Teilnehmer*innen kostenlos. Sie ist allerdings mit einer obligatorischen Anmeldung verbunden. Unter www.raa-mv.de/regionakonferenz2018 können Interessierte ihren Workshop online auswählen. Allerdings behalten sich die Veranstalter vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

„Oh, eine Dummel!"
Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire
Ausstellung in der Kreisverwaltung
vom 06.11. – 23.11.2018

Anlässlich der 10. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung am 10.11.2018 in Ratzeburg wird in der Zeit vom 06.11 – 23.11.2018 auf Betreiben des Vereins Miteinander leben e.V. und des Ratzeburger Bündnisses die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire” in der Kreisverwaltung, Barlachstraße 2, während der Öffnungszeiten zu sehen sein.

Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“, unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne, ermöglicht einen besonders jugendgerechten Zugang zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit: Anhand von ca. 60 aktuellen Karikaturen von namenhaften Künstlern_innen, sowie satirischen Fernseh- und Filmbeiträgen, können sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher mit den typischen, allzu simplen rechtspopulistischen und rechtsextremen Problemlösungsversuchen und Argumentationsweisen auseinandersetzen und so deren gefährlichen Gehalt offenlegen. Dem Betrachtenden bleibt hier das Lachen förmlich im Halse stecken und dies soll zum Ausgangspunkt genommen werden, um über die Entstehung und über Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nachzudenken und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man dem etwas entgegensetzen kann. Das speziell für diese Ausstellung erarbeitete didaktische Material begleitet diese Prozesse.  Die Wanderausstellung ist kostenfrei zu besuchen und eignet sich insbesondere für Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9 oder Jugendgruppen - aber auch für Erwachsene.

Konzipiert und realisiert wurde die Wanderausstellung bereits 2015 von der CD-Kaserne gGmbH in Kooperation mit dem Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle. „Die Idee zur Ausstellung kam uns, nachdem wir nach einer passenden Ausstellung für Jugendliche im Rahmen der Celler Aktionswochen gesucht hatten. Wir wollten hierbei einen anderen, emotionaleren und jugendgerechteren Zugang zu der Thematik und wurden auf dem Ausstellungsmarkt nicht fündig. So haben wir kurzerhand beschlossen, selbst eine Wanderausstellung zu konzipieren.“, so Kai Thomsen, Projektleiter der Wanderausstellung. Bereits in der Zeit von April 2016 bis März 2018 ist die Ausstellung sehr erfolgreich in Niedersachsen und darüber hinaus gezeigt worden, an insgesamt 21 Standorten hat sie über 25.000 Besucher_innen erreicht. Seit April 2018 tourt nun die Aktualisierung der Ausstellung, gefördert durch das Niedersächsische Kultusministerium, die Stiftung Niedersachsen und die Klosterkammer Hannover,  bundesweit durch Schulen, Museen, Kulturzentren, Rathäuser, Jugendeinrichtungen,  Galerien usw.

Die in der Ausstellung gezeigten Karikaturen sind verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften und Satire-Magazinen entnommen und stammen u.a. von Ralph Ruthe, Harm Bengen, Paolo Calleri, Christian Eckert (Ecki), Martin Erl, Timo Essner, Marcus Gottfried, Achim Greser & Heribert Lenz, Marian Kamensky, Thomas Körner, Kostas Koufogiorgos, Kricke, Martina Laser (Martinchen), Piero Masztalerz, Schwarwel, Martin Perscheid, Andreas Prüstel, Klaus Plaßmann, Josef Schewel, Karsten Schley, André Sedlaczek, Klaus Stuttmann und Freimut Woessner. Die satirischen Beiträge setzen sich vor allem aus Beiträgen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (z.B. NDR, Extra3 / ZDF, Die Anstalt etc.) zusammen. Abgerundet wird die Ausstellung durch gegenständliche, „real“-satirische Auseinandersetzungen mit dem Thema Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit.

Eröffnet wird die Ausstellung, die durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird, durch Landrat Dr. Christoph Mager am 06.11.2018 um 17:00 Uhr im Foyer des Kreishauses. Dort wird es zudem Informationen zur aktuellen Arbeit des Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck und des RAA Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg geben, die mit ihrer Praxiserfahrung maßgeblich die 10. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung mitgestalten. Klaus Irmscher wird die Eröffnung musikalisch begleiten.

Verein Miteinander leben e.V. und Ratzeburger Bündnis starten kreisweites "Rassismus-Monitoring"

Alltagsrassismus ist ein in vielerlei Hinsicht schwierig zu bearbeitendes Themenfeld. Es gilt nicht nur, festsitzende Vorurteile in den Köpfen der Menschen aufzubrechen und Ängste zu nehmen, sondern überhaupt seitens der Betroffenen von Vorfällen zu erfahren, die meist aus Scham und Verletzung verschwiegen und verborgen bleiben. Das Ratzeburger Bündnis und auch der Verein Miteinander leben e.V. beobachten und diskutieren diese Phänomenlage schon seit längerer Zeit und sind durch Berichte aus den Willkommenskulturen, über einen Anstieg rassistischer Vorfälle in den letzten Monaten motiviert worden, ein Dokumentationsprojekt ins Leben zu rufen. Mit Unterstützung der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen soll langfristig in Ratzeburg, wie im gesamten Kreisgebiet ein "Rassismus-Monitoring" aufgebaut werden, das helfen soll, rassistische Vorfälle zu dokumentieren,  ein Netzwerk zu Beratungseinrichtungen für Opfer von Diskriminierung und Rassismus aufzubauen,  über ein regelmäßiges Berichtswesen sowie Vortragsveranstaltungen die allgemeine Öffentlichkeit zum Thema ”Alltagsrassismus” zu sensibilisieren und Multiplikator*innen zum Thema ”Alltagsrassismus fortzubilden.

Dabei nutzt das Projekt die vielen guten persönlichen Beziehungen, die es im Kreisgebiet in die unterschiedlichen migrantischen Milieus gibt und über die solche Vorfälle auch zur Sprache kommen. Solche Vertrauenspersonen, die auch von den vermeintlich niederschwelligen Erfahrungen Kenntnis gelangen, sei es, weil sie seit Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit oder beruflich in der Migrationsberatung oder Jugendarbeit tätig sind, sei es weil sie mit eigener Migrationsbiografie als akzeptierte*r Mittler*innen fungieren, sollen als Interviewer gewonnen werden, die für eine standardisierte Dokumentation geschult und zum Datenschutz verpflichtet werden. Begleitet wird das "Rassismus-Monitoring" durch das Zentrum für Betroffene rechter Angriffe e.V. ( ZEBRA e.V.) in Kiel, die dieses landesweit einmalige Pilotprojekt mit Beratungsexpertise, Coaching und Auswertungskompetenz unterstützt.

Ratzeburger Bündnis und Verein Miteinander leben e.V. starten kreisweites "Rassismus-Monitoring" mit einer ersten Schulung in Ratzeburg
Ratzeburger Bündnis und Verein Miteinander leben e.V. starten kreisweites "Rassismus-Monitoring" mit einer ersten Schulung in Ratzeburg

Über das Angebot, rassistische Vorfälle dokumentieren zu wollen, wird seit einigen Wochen in mehrsprachigen Flyern informiert, die an vielen Zugangsstellen für die Zielgruppe ausliegen oder ihnen gezielt übergeben wird. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Angaben freiwillig erfolgen sollen, dass der Vorfall anonymisiert aufgenommen wird und das nur bei ausdrücklich artikuliertem Bedarf über die Zugangsstellen der Kontakt zu einer Vertrauensperson vermittelt wird.  Aus den erfassten Vorfällen wird einmal jährlich ein ”Rassismusbericht” erstellt und veröffentlicht, anonymisiert in seiner Form, aber möglichst aussagekräftig mit Blick auf das Lagebild vor Ort. Dieser soll jeweils ergänzt werden, um Beispiele aus den sozialen Medien, in denen vielfach in enthemmterer Form rassistische Äußerungen getätigt werden als direkt von angesicht zu angesicht.

Parallel zum Erfassungswesen sollen zudem wiederkehrend öffentliche Veranstaltungen zum Thema ”Alltagsrassismus” organisiert werden, für alle Altersgruppen in unterschiedlichen Formaten, um die öffentliche Sensibilität gegenüber diesem Phänomen zu steigern. Ebenso sollen Multiplikator*innen aus Sozialarbeit, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit, Verwaltung, Institutionen und Vereinen in diesem Themenbereich niederschwellige Fortbildungsangebote vor Ort eröffnet werden.

Den Projektinitiatoren aus Ratzeburg und Mölln ist sehr bewusst, dass sie mit dem "Rassismus-Monitoring" ein "dickes Brett" bohren werden und dafür einen langen Atem brauchen. Schließlich wusste schon Albert Einstein, dass es leichter ist, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil. Doch angesichts eines zunehmenden verrohten Umgangs in der Gesellschaft ist aus ihrer Sicht wichtig, im ersten Schritt öffentlich festzuhalten, wie wir miteinander umgehen.

Folksfest ON TOUR mit Arbadétorne
Musik aus unserer europäischen Partneregion Pays de la Loire

Mit Arbadétorne kommt eines der erfahrensten französischen Ensembles in Sachen traditioneller Musik aus unser europäischen Partnergeion Pays de la Loire nach Mölln. Seit fast 20 Jahren leben die Profimusiker und -sänger Michaël Auger (diatonisches Akkordeon), Maxime Chevrier (Violine, Mandoline) und Jean-François Rameaud (Gitarre) mit und von ihrer Volksmusik.

Arbadétorne - Foto: Véronique Chochon

Die Musik aus der Vendée – die Region liegt südlich der Bretagne in der Pays de la Loire – ist geprägt von schwungvollen Tanzmelodien, Tanzliedern und Wechselgesängen mit bretonischem Einschlag, ohne jedoch eine keltische Kultur im eigentlichen Sinn zu sein. Das Folktrio zeichnet sich seit vielen Jahren damit aus, die Vielfalt dieser Musiktradition zu pflegen, zu entwickeln und einem möglichst großen Publikum bekannt zu machen. Deshalb gelten die Musiker in ihrer Heimat als Supergruppe und als Vorbild.

Das Konzert ist eine Kooperation mit dem Förderverein Möllner Folksfeste und dem Folkclub Herzogtum Lauenburg und wird gefördert durch das Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.

Konzert
Stadthauptmannshof Mölln
Hauptstraße 150
Samstag, 8. September 2018
20 Uhr / Eintritt 15 €
für FolkClub-Mitglieder 5 €

Tanz-Workshop
Saamstag, 8. September 2018, 15-18 Uhr
Stadthauptmannshof Mölln
Hauptstraße 150
Teilnahmegebühr 5 €

Bucky Halker gastierte mit dem "Ghost of Woody Guthrie« im POLITICALied

Mit einem besonderen Vortragskonzert führte die Volkshochschule Ratzeburg zusammen mit dem Verein Miteinander leben e.V die Reihe "POLITICALied" fort, die im vergangenen Jahr mit einer Förderung durch die „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“ gestartet wurde und dem politischen Lied Raum und Bühne geben will.

Bucky Halker aus Chicago lud zu einer musikalischen Begegnung mit dem "Ghost of Woody Guthrie“ in den Ratssaal des Rathauses und rund 40 Besucher*innen folgten seinen Ausführungen in Vortrag und Musik zum Leben und Wirken des amerikanischen Musikers mit dem großen sozialpolitischen Gewissen. Bucky Halker pflegt als Vorstandsmitglied der "Woody Guthrie Foundation" das Liedgut Woody Guthries und konnte sowohl als Musiker, aber auch als Dozent für das politische Lied in seinem auf Englisch gehaltenen Vortrag die Aktualität von Guthries Musik eindrucksvoll herausarbeiten.

Insbesondere jene Lieder, die Woody Guthrie über Flucht, Arbeits- und Umweltmigration während der großen Depression und der „Dustbowl“-Dürre in den USA der 30er Jahre verfasste und die Bucky Halker mit Bildern der Zeit unterlegte schlugen einen erstaunlichen Bogen in die Gegenwart Europas, mit all den beschriebenen Facetten von Verzweiflung, Perspektivlosigkeit, aber auch Rassismus und Ausgrenzung.

Zusammen mit Jörg-Rüdiger Geschke intoniert Bucky Halker das berühmteste Lied Woody Guthries »This land is your land«
Zusammen mit Jörg-Rüdiger Geschke intoniert Bucky Halker das berühmteste Lied Woody Guthries »This land is your land«

Dabei wies Bucky Halker immer wieder auf dem Umstand hin, dass die Lieder Woody Guthries den oft unmenschlichen und mitleidlosen Umgang von Amerikanern untereinander in der wirtschaftlichen Krise beschreiben und nicht gegenüber fremden Menschen, die als Migranten ins Land kommen. Er unterstich in diesem Zusammenhang die Bedeutung Guthries, der nicht nur in seinen volksnahen, sozialkritischen Liedern dieser Verzweiflung und Unmenschlichkeit einen Ausdruck geben konnte, sondern historisch auch als Chronist einer Zeit starker Entsolidarisierung der Gesellschaft fungierte. Gerade dies mache, so Halker, seine Lieder in der heutigen Zeit so wertvoll und aktuell.

Das 15. Möllner Folksfest ist verklungen … und hinterlässt Erinnerungen an vielfältige Begegnungen mit Europa und der Welt

Das 15. Möllner Folksfest ist verklungen und die Organisatoren des Vereins Miteinander leben e.V. ziehen eine durchweg positive Bilanz dieses vielfältigen Festivals. 42 Musiker aus 8 Nationen, insbesondere aus den europäischen Partnerregionen Schleswig-Holsteins, genossen die besondere Gastfreundschaft der ehrenamtlicher Helfer*innen in Mölln und revanchierten sich dafür mit weltmusikalischen Beiträgen auf höchsten Niveau an unterschiedlichen Spielstätten. Schon der Auftakt am Donnerstagabend, mit dem Begegnungskonzert in der „Lohgerberei“, kündigte die Qualität des diesjährigen Folksfestes an, als fernöstliche Klänge Chinas sich mit traditioneller dänischer Musik vermischten, ehrliche amerikanische Folk- und Protestsongs erklangen, schwedische Musiktraditionen jung interpretiert wurden, französische Tanzmusik aus der Region Pays de la Loire lockte und norwegisches Beiträge sich sehr überraschend alpenländlich zeigten. All dies mündete spontan in eine Erste von zahlreichen Sessions, in denen die Musiker*innen aus Mölln und Umgebung gerne einstimmten.


Europäisches Zusammenspiel der Weltmusik ... Edwige Etienne (re.) aus der französischen Partnerregion Pays de la Loire begleitet Musiker der örtlichen Musikszene beim Begnungskonzert (Foto: Jens Butz)


Sangka verzaubert mit fernöstlichen Klängen (Foto: Jens Butz)

Diese musikalische Begeisterung zeigte sich auch in den nachfolgenden Schulkonzerten in Mölln und Ratzeburg. Über 1.500 Schüler*innen ließen sich von den für sie ungewohnten Darbietungen begeistern und zum Mitmachen animieren oder sie erfuhren im Rahmen der Vorträge von Bucky Halker etwas zum Leben und Wirken Woody Guthries und auch zur aktuellen Diskussion über Flucht, Arbeits- und Umweltmigration am Beispiel der großen Depression und der "Dustbowl"-Dürre in den USA der 30er Jahre.


Bucky Halker singt und erzählt von Woody Guthrie und der düsteren Zeit der "Great Depression" in Amerika, in der Flucht zum Alltag vieler Millionen Menschen gehörte

Musikalische Feinheiten konnte das Publikum beim traditionellen Radiokonzert in Kooperation mit dem Deutschlandfunk Kultur erleben. Das dänische Ensemble PHØNIX begeisterte in ihrem musikalischen Zwiegespräch mit der chinesischen Ghuazengspielerin Sangka, ebenso das Göteborger Bäckafall-Quartett, deren Repertoire von traditionellen schwedischen Volkslieder bis zur Musik der Sami reichte. Geradezu überwältigt zeigte sich das Publikum von der Kreativität und den Vokalkünsten des norwegischen Sängers Björn Tamren des Duos PolkaBjörn & Kleine Heine, der mal jodelnd, mal im Ober- und Untertongesang, mal mit dem Charme eines Chansoniers und mal mit tiefsten Südstaaten-Blues-Timbre brillierte und dabei absolut virtuos von Heine Bugge begleitet wurde.


Dänische Folkmusik der Gruppe PHØNIX  trifft aufdie chinesische Ghuazengspielerin Sangka und schafft bezauebrende neue Klangwelten
(Foto: Jens Butz)

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Das Bäckafall-Quartett aus Göteborg begeisterte beim Radiokonzert des Deutschlandfunk Kultur mit schwedischer Traditionsmusik in junger Interpretation (Foto: Jens Butz)


Volkalkünstler PolkaBjörn (li.) und Akkordeonist Kleine Heine begeisterten das Publikum mit jodelnden Klangausflügen und unfassbaren Stimmtiefen  (Foto: Jens Butz)

Musiktraditionen im Mittun erfahren konnten die Besucher bei den zahlreichen Workshops im Rahmenprogramm des 15. Möllner Folksfestes, trommelnd, tanzend oder musizierend, ein Angebot, das sehr gut genutzt wurde.

Der Workshop "Europa tanzt" lädt zur Begegnung  ...  von Schweden, über Dänemark, Norwegen und Frankreich, samt Überaschungsexkursion nach Syrien

Beim Open-Air-Festival am Sonnabend führte die sommerliche Hitze auf dem Möllner Marktplatz dazu, dass beispielsweise die Mitmach-Tanzaktion bei Temperaturen von über 30° Grad zu einer sehr sportlichen Aktivität für echte Enthusiast*innen wurde. Mit zunehmenden Schattenschlag füllte sich der Platz zum Abend zusehends und wie immer tanzte der Marktplatz bei der deutsch-syrischen Safar-Band und dem Berliner Ensemble „Maurizio Presidente“ bis in den späten Sommerabend, unterbrochen von Gaukler- und Feuerspucker-Aktionen.


Der Marktplatz beginnt zu tanzen, als die syrisch-deutsche Safar-Band das Abendprogramm einleitet ...


... und nach einer feurigen Gauklershow ... 


... tanzt das Publikum erst recht bei der Musik von Maurizio Presidente! in die Nacht.

Seinen Ausklang fand das 15. Möllner Folksfest mit dem athmosphärischen Nachtkonzert, das mit einen wunderbaren interkulturellen Musikdialog die Zuhörer verzauberte, und dem traditionellen Folkgottesdienst am Sonntag in der St. Nikolai-Kirche.


  Das magische Nachtkonzert ... die Session zum Geniessen - Peter Köhler (li.) im Zusammenspiel mit den Musikern von Bäckafall und Maurizio Presidente!

Die Musiker zeigten sich vom kenntnisreichen Möllner Publikum, aber auch von der Möllner Gastfreundschaft der großen ehrenamtlichen Folksfesthelfer*innen-Familie begeistert und hoffen auf ein Wiedersehen in Mölln. Ein schöneres Lob kann es für die Festival-Organisatoren kaum geben.

„An all den vielen großen und kleinen Veranstaltungen des Folksfestes haben sicherlich über 3000 Menschen zum Teil aktiv teilgenommen. Es mag größere Festivals geben, aber: Bei diesem Allround-Fest mit seinen vielen Facetten weiß man nie, wie sich alles am Ende zusammenfügt und in diesem Jahr war das Zusammenwirken aller Künstler*innen eine absolut runde Sache, die jede Menge magische musikalische Begegnungen hervorbrachte, wie es sie selten auf den ganz großen Festivals gibt“, sagte der künstlerische Leiter Jörg-Rüdiger Geschke. Und Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V, ergänzte: "Nicht nur musikalische Begegnung, sondern vor allem auch europäische Begegnung mit all denn Beiträgen aus unsere Partnerregionen, die einmal mehr den großen kulturellen Reichtum Europas eindrucksvoll demonstrierten, der uns bei unserem Festival so wichtig ist."

Das nächste Möllner Folksfest der Internationalen Begegnung wird nach Wunsch der Veranstalter am 05. und 06.Juni 2020 stattfinden.

Das 15. Möllner Folksfest lockt
mit „WeltKlangEuropa“
… und nichts weniger!

Das 15. Möllner Folksfest bringt auch in diesem Europa und die Welt musikalisch nach Mölln, frei nach dem Motto „WeltKlangEuropa“. Vom 07. Bis zum 10. Juni erklingen in Konzerten, Workshops und den Schulen der Region … eine fernöstliche Guzheng aus China mit SangKa, aus den USA politische Lieder mit Bucky Halker, aus aller Welt die deutsch-syrische SAFAR-Band, aus Frankreich, der schönen Region Pays de la Loire, das Duo Etienne, aus Dänemark, gute Freunde, die Gruppe Phønix, aus Schweden das junge Göteborger Quartett Bäckafall, aus Norwegen das jodelnde Duo PolkaBjørn & Kleine Heine und aus Deutschland Maurizo Presidente!, die internationale Band mit extrem tanzbarer Musik jenseits aller Schubladen.
BÄCKAFALL aus SchwedenBÄCKAFALL-Quartett aus Göteborg

Phønix feat. SangKa - Dänischer Groove und chinesische Finesse

Phønix feat. SangKa - Dänischer Groove und chinesische Finesse

Das Festival startet am 07. Juni um 19:00 Uhr in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ nach dem Eintreffen aller Musiker mit einem Begegnungskonzert zum Kennenlernen. Der Eintritt ist frei, „raschelnde" Spenden sind erbeten.

Sambalegria
Sambalegria eröffnet das 15. Möllner Folksfest

Am Freitag den 08. Juni, wenn auf dem Marktplatz die große Bühne und ein Tanzboden aufgebaut werden, gibt es ab 19:30 (Einlass 19:00) im Medaillonsaal des Stadthauptmannshofes in Kooperation mit dem Deutschlandfunk Kultur das traditionelle Radiokonzert. Unter dem Motto „Skandinavien anders“ erklingen Alpenjodler und Funeral Songs aus dem höchsten Norden mit dem norwegischen Duo Polkabjørn & Kleine Heine und anschließend zeigt das junge Göteborger Bäckafall-Quartett, wie Schwedenfolk auf den Balkan, Irland und Haiti trifft. Im zweiten Teil des Abends wird Phønix feat. SangKa dänischen Groove mit chinesischer Finesse verbinden. Das Radiokonzert, dessen Eintrittskarten für 20,00 € aktuell im Vorverkauf erhältlich sind, ist vor allem auch eine Hommage an unser Europa, kommen doch viele der Musiker*innen aus den europäischen Partnerregionen Schleswig-Holsteins, die beim 15. Folksfest einen besonderen Schwerpunkt bilden.

Polka Björn & Kleine Heine aus Norwegen
Das norwegischen Duo Polkabjørn & Kleine Heine

Der nachfolgende Samstag, der 9. Juni, ist Haupt-Festival-Tag. Ab 14:45 Uhr spielen alle Musiker des Folksfestes auf der großen Open-Air-Bühne, die auch im 25.Jahr des Festivals mit den kraftvollen Samba-Trommeln von SAMBALEGRIA freigegeben wird. Es wird politisch, es wird rhythmisch, es wird auch mal leise und träumerisch, es wird getanzt und noch mehr getanzt, zu Klängen aus Skandinavien, aus der Pays de la Loire – noch einer unserer europäischen Partnerregionen – aus Syrien und aus Deutschland. Und Till tanzt natürlich mit! Ein Kinderfest lockt, ebenso kulinarische Spezialtäten unserer türkischen Freunde. Bis 23:00 Uhr dauert das vielfältige Open-Air-Programm bei freiem Eintritt.

Maurizo Presidente!
Maurizio Presidente!  aus Berlin

Safar-Band - Syrisch-deutsche Fusion
Safar-Band - Syrisch-deutsche Fusion

Danach ist aber nicht Schluss. Es folgt - ein Geheimtipp für Musikliebhaber - ab 23:30 Uhr im historischen Saal des Stadthauptmannshofes das Nachtkonzert, diesmal nach einem konzertenten Teil wieder mit einer Weltmusik-Session bis in den frühen Morgen.

Duo Etienne aus Frankreich
Duo Etienne aus der französischen Partnerregion Pays de la Loire

Das 15. Möllner Folksfest endet am Sonntag, beim traditionellen Folksfest-Gottesdienst in der St. Nikolai-Kirche ab 10:00 Uhr. Gemeinsam mit Pastor Matthias Lage werden viele Musiker des Festivals und aus der Region den Gottesdienst musikalisch ausgestalten. Seinen endgültigen Abschluss findet das Festival mit einem Abendkonzert in der Begegnungsstätte mit dem eigens aus Chicago angereisten politischen Singer/Songwriter Bucky Halker.

Bucky Halker aus den USA
Bucky Halker bringt den "Geist Woody Guthries" aus Chicago, USA

Das gesamte Festival ist eingerahmt von zahlreichen Schulkonzerten, die die Musiker am Freitagvormittag absolvieren und einem Workshopprogramm, das allen offensteht, die mit unseren Gästen Mit-Muszieren, Mit-Trommeln oder Mit-Tanzen wollen. Alles rund um 15. Möllner Folksfest ist unter www.folksfest-moelln.de zu finden, auch die vielen Förderer, Unterstützer und Sponsoren, die das Festival gemeinsam tragen helfen. Nur die guten Geister des Festivals sind dort nicht zu entdecken. Die arbeiten ehrenamtlich für die Sache, das politische Anliegen des Festivals und des Vereins Miteinander leben e.V., sich gegen Intoleranz und Rassismus zu wenden und stattdessen Freude an der Vielfalt und der so wunderbar unübersichtlichen Kulturwelt zu zeigen: Es gibt viel zu entdecken, man muss sich nur trauen!

Vorschau auf das 15. Möllner Folksfest im Offenen Kanal Lübeck

In der kommenden Woche verrät der Verein Miteinander leben e.V. etwas mehr zum bevorstehenden 15. Möllner Folksfest. "WeltKlangEuropa!" heißt es dann im Offenen Kanal Lübeck. Beginnend am kommenden Mittwoch, den 25. April  um 16:00 Uhr, strahlt der OK Lübeck eine Sondersendung zum Festival aus. Weitere Sendetermine sind der 02. Mai um 20:00 Uhr und der 23. Mai um 10:00 Uhr. Zu empfangen sind die Sendungen unter 98.8 Mhz UKW oder im Livestream des OK-Lübeck unter www.wirumvier.de.
Am 15. Mai um 19:00 Uhr steht zudem das nächste Helfertreffen auf dem Programm. "Festival konkret" lautet das Thema in der Internationalen Begegnungsstätte "Lohgerberei" und der große Arbeitsplan wird entrollt. Das ehrenamtliche Organisationsteam freut sich da über jede Hand, die mithelfen kann und möchte, beim Künstlershuttle, beim Catering, beim Auf- und Abbau von Tanzboden, Zelten, Bänken und Infostände, beim Kinderprogramm. An Arbeit wird es nicht mangeln. Dafür ist man dem Festival ganz nah, auf Tuchfühlung mit den Musiker*innen aus aller Welt.

Die „Neue Rechte“ im Kulturkampf mit dem freiheitlichen Wertesystem der Bundesrepublik

Großes Interesse an den Ausführungen David Begrichs, Gemeinwesenberater von Miteinander e.V. Magdeburg, zum Thema „Die Neue Rechte“ verzeichnete der Verein Miteinander leben e.V. im Rahmen eines Tageseminars zur politischen Bildung in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ . Rund 20 Teilnehmer*innen, privat oder mit beruflichen Motivationen, ließen sich einen fachlich sehr fundierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen am rechten Rand der Gesellschaft geben und zeigten sich ob der Entwicklungslinien und Perspektiven alarmiert. Nicht weniger als einen strukturiert geführten Kulturkampf von rechts skizzierte David Begrich, der viele unterschiedliche Lager, von nationalkonservativen, über nationalliberale bis hin zu völkisch und rechtsextremen Strömungen, zusammenbindet im gemeinsamen Wirken gegen die freiheitlichen Werte des Liberalismus. Mithin ein Kulturkampf, der nicht klischeehaft als Rechtsextremismus beschrieben werden kann, der aber nichtsdestotrotz die Republik in ihren Grundwerten verändern möchte und die nationalen Bestrebungen Polens oder Ungarns zum Vorbild hat.



David Begrich (oben rechts) von Miteinander e.V. in Magdeburg erläutert

David Begrich (oben rechts) von Miteinander e.V. in Magdeburg erläutert
Erscheinungsformen und Strategien der „Neuen Rechten“

Die treibenden Kräfte, zu denen die AfD, Pegida oder die „Identitären“ ebenso gehören wie Netzwerke aus verschiedenen Burschenschaften oder Einzelpersonen, wie der Verleger Götz Kubitschek, arbeiten stringent , intelligent und durchaus erfolgreich an der Veränderung des politischen Mainstreams, der politischen Diskussionskultur und der politischen Landschaft. Ihnen spielen das zunehmende Unbehagen und auch die Angst vieler Menschen vor der Globalisierung, von der weltweiten Migration, vor einem als entmenschlicht wahrgenommen Wirtschaftsliberalismus, der die Kluft zwischen arm und reich stetig vergrößert, in die Hände und liefern eine Partitur, die leicht und eingängig Anklang findet, nicht nur bei sozial abgehängten Menschen, sondern auch tief in der Mitte der Gesellschaft.

In einer Rückbesinnung auf nationale Werte, auf kulturelle und wirtschaftliche Abgrenzung, auf eine Volksgemeinschaft gar, die jedem Volk einem angestammten Lebensraum zuweist und Rassismus kulturell begründet salonfähig machen will, werden vermeintliche Antworten auf die Herausforderungen der globalen Welt gegeben. Der konkrete Weg dieser Rückbesinnung wird hingegen kaum konkret beschrieben und klingt, wenn geäußert, immer radikal. Der Einzelne tritt zurück hinter sein Volk, der Mensch wird wieder klassifiziert nach Typen, die Frau tritt zurück hinter den Mann, die eigene Nation erhebt sich überlegen und weist das Fremde ab oder will es sogar aktiv „remigrieren“. Auf diesem Weg schwingt allerdings immer das Motiv von Gewalt. Es spiegelt sich in einer Wortwahl, die bewusst nationalsozialistische Begriffe der Entmenschlichung in den öffentlichen Diskurs zurückführt. Es spiegelt sich auch in dem Bild eines eigenen Märtyrertums, von Menschen, die im liberale System vermeintlich zu Opfern wurden, verdrängt, von einem angestammten Platz in der Geschichte, aus ihrem Lebensraum. All das ist ein vor allem ein Motiv der Rechtfertigung für einen gesellschaftlichen Umbruch, der zunehmend radikaler gedacht wird und dabei Gewalt und Opfer billigend und sogar notwendig in Kauf nimmt.

David BegrichBegrich zeigte an unterschiedlichen Fallbeispielen ein symbiosehaftes Netzwerk von Akteuren, das sich vom rechten Rand in die Mitte der Gesellschaft bahnt, die Sagbarkeitsgrenzen verschiebt, bewusst Tabubrüche betreibt, Geschichte ad acta legen und die bestehende Ordnung herausfordern will. Diesen Herausforderungen gegenüber zeigen sich Stützen der liberalen Gesellschaft oftmals sprachlos und überfordert, gerade auch, weil nicht begriffen wird, dass ein Kulturkampf um Werte, um Deutungshoheiten inszeniert wird, auf allen Ebenen der Demokratie. Insbesondere die Parteien sieht Begrich hier in großer Verantwortung, für die freiheitlichen Werte konsequent und auf allen Ebenen, in den Stadtparlamenten genauso, wie in den Kreis- und Landtagen sowie im Bundestag Stellung zu beziehen und diese Herausforderung nicht zu unterschätzen. Die Protagnisten der „Neuen Rechten“ sind vielfach akademisch ausgebildet, kampagnenfähig und analytisch im Vorgehen, über Burschenschaften gut vernetzt und mit Beziehungen zu vielen Ressourcen und Kompetenzen. Es sind Kreise, die Deutschland radikal anders denken und auch in dieser Weise umgestalten wollen, eine Erkenntnis, die, so Begrich, noch nicht bei allen maßgeblichen Entscheidungsträger*innen angekommen ist.


15. Möllner Folkfest lockt mit „WeltKlangEuropa“ und startet mit einem „Crowdfunding“

„WeltKlangEuropa“ … so lässt sich in aller Kürze das Selbstverständnis des 15. Möllner Folksfestes zusammenfassen, das sich für den kommenden Juni ankündigt. Noch kürzer wäre das Mottowort „Begegnung“, steht doch Begegnung wie immer über allem in den weltmusikalischen Tagen in Mölln: Begegnungen zwischen Musikern, zwischen Musikern und Menschen, zwischen Kulturen, Begegnungen mit Freunden aus unseren europäischen Partnerregionen, Begegnungen in Schulen, auf dem Marktplatz und im Stadthauptmannshof, in der „Lohgerberei“ , der St. Nikolaikirche und in den vielen Workshops. Das alles macht auch das 15. Möllner Folksfest wieder aus - mit Klängen der Welt aus Europas, aus China, aus den USA, aus Dänemark, Schweden und Norwegen, aus Frankreich und Deutschland. Es sind Klänge, die zum Zuhören und zum Mitmachen einladen, und Klänge, die dank unseres Medienpartner Deutschlandfunk Kultur weit über Mölln hinaus ausstrahlen. Klänge, die zum miteinander Tanzen einladen und zum gemeinsamen Musizieren. Klänge die auch politisch sind, sich gegen Intoleranz und Rassismus wenden.

Folksfest 2016 - Locomondo - Foto: Jens Butz

All das hat für das Organisationsteam des Möllner Folksfestival im Verein Miteinander leben e.V. schon lange begonnen, die Kontaktaufnahme zu den Musikern, zu den vielen treuen Sponsoren und Förderern des Festivals und den unverzichtbaren Technikern, die alles so gekonnt in Szene zu wissen setzen. Auch die Organisation eines Crowdfunding gehört wieder dazu, das Freunde und Liebhaber von Weltmusik einlädt, sich mit kleinen Beiträgen daran zu beteiligen, um all diese vielen Musiker nach Mölln zu holen.

Auf STARTNEXT ist das 15. Möllner Folksfest zu finden und wirbt um Unterstützung. „Kleine und größere Beiträge sind herzlich willkommen, um die anvisierten 2.000 € zu erreichen. Vor zwei Jahren haben wir so Locomondo erfolgreich nach Mölln holen können und so werden wir auch in diesem Jahr all die Musikerinnen und Musiker nach Mölln holen“, hoffen Jörg-Rüdiger Geschke und Mark Sauer, beide maßgeblich verantwortlich für die Festivalorganisation und das Festivalprogramm.

Folksfest 2016 - DrumCircle - Foto: Dieter Kahler

Dass diese Arbeit ganz offensichtlich auch Spaß macht, zeigt die Tatsache, dass sie sich alle zwei Jahre der Mammutaufgabe stellen, die Welt mit einem Fokus auf Europa musikalisch in Mölln und der Region zu präsentierenn. „Wer erlebt so etwas schon? Den direkten Kontakt zu Musikern in aller Welt, ein begeistertes Publikum, in den Schulen, vor unserer OPEN-AIR-Bühne, auf unsere Facebook-Seite, und die großartige Zusammenarbeit mit einem engagierten Team ehrenamtlicher Helfer, die unsere besondere familiäre Folksfest-Atmosphäre entstehen lassen, für das unser Festival auch bei den Künstlern so beliebt ist“ , beschreiben beide Organisatoren ihre Motivation, immer wieder loszulegen und freuen sich auf die kommende Folksfestzeit … vom 07. – 10.06.2018. Wer sich mit freuen möchte, kann unter www.folksfest-moelln.de das Werden des Festivals mitverfolgen, ganz hautnah auch auf dem Facebookauftritt des Möllner Folksfestes.

https://www.startnext.com/15-moellner-folksfest

„Die Neue Rechte – Wer soll das sein?“

Tagesseminar mit David Begrich

23.02.2018, 09:30 – 16:30 Uhr
Int. Begegnungsstätte „Lohgerberei“
Bahide-Arslan-Gang, 23879 Mölln

Teilnahme kostenfrei

Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Der Verein Miteinander leben e.V. plant auch in diesem Jahr als freier Träger der politischen Bildung unter dem Motto „Demokrat*innen bei der Arbeit“ ein möglichst kostenloses Vortrags- und Seminarangebot für politisch interessierte Bürger*innen oder die, die es doch einmal werden wollen. Den Auftakt macht David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. Magdeburg, der im Rahmen eines Tagesseminar die „Neue Rechte“ in den Fokus stellt und mit erfahrenen Blick skizieren will.

Die Neue Rechte. Wer soll das sein? PEGIDA? Identitäre? Die AfD? Oder eine neue soziale Bewegung von rechts, die seit mehr als zwei Jahren das politische Koordinatensystem der Bundesrepublik nachhaltig verschoben hat? Das Tageseminar mit David Begrich, Rechtsextremismusexperte und Gemein- wesenberater von der von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. Magdeburg geht der Frage nach der Herkunft einer Neuen Rechten in Deutschland, ihren Ursprüngen und Quellen ebenso nach, wie den aktuellen Erscheinungsformen in Politik und Publizistik. Gefragt wird nach den Erfolgsbedingungen neurechter Politikangebote und der Rolle der politischen Popkultur bei der Kommunikation rechter und rassistischer Inhalte.

Das Seminar wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung unter 04541-206726 ist allerdings obligatorisch.